Unser geistlicher Begleiter Christoph Kreitmeir liefert in seiner heutigen Predigt Impulse zum Pfingstfest. Einem Fest, das seiner Meinung nach „gesellschaftlich hochgehalten“ wird, wohingegen aber immer weniger Menschen, ja sogar gläubige Christen, die religiöse Bedeutung kennen, die lebensgestaltende Kraft entwickeln kann.

In einer Zeit totaler Umwälzungen und Entwicklungen gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, technischer und auch geistiger Art, in der Experten gerade in der digitalen Transformation und Revolution bis hinein in die persönlichsten Abläufe des Lebens eine ähnliche Weiterentwicklung der Menschheit wie nach der Erfindung des Buchdrucks sehen, bestehe laut Kreitmeir die Gefahr einer „digitalen Proletarisierung“, was so viel bedeute wie: Die, welche über bessere Informationen verfügen, können über die, welche diese Informationen nicht haben, Macht ausüben, sie ausnutzen, sie unterdrücken.

Weiter befindet Kreitmeir:

„Die Entwicklung der digitalen Welt nimmt immer mehr die Gestalt von etwas Überwältigenden, Allmächtigen und Gottähnlichen an.“

Und dies gerade weil große Konzerne wie Apple, Microsoft, Facebook, Google und Amazon mittlerweile nicht nur unsere Alltagswelt, sondern auch die Börsenkurse weltweit dominieren.

Das alles habe auf den ersten Blick nichts mit Pfingsten zu tun, so Kreitmeir weiter, auf den zweiten Blick aber „sehr wohl“.

Nämlich dann, wenn etwa die Professorin für Design an der Berliner Universität der Künste, Gesche Joost betont, dass der Raum der digitalen Welt neuen Gesetzen gehorche, dezentral organisiert, unabhängig und offen sei und keine übergeordnete Institution ihn konzipiert habe.  

Der Heilige Geist gehorche nämlich auch „ganz eigenen Gesetzten“, so Kreitmeir:

„Er (der Hl. Geist) ist dezentral organisiert, unabhängig und offen. Er ist Gott und somit keiner übergeordneten Institution gegenüber verpflichtet. Er weht, wo er will.“

Und weiter:

„Jesus haucht – das feiern wir an Pfingsten – seinen, den Hl. Geist über die ganze Welt aus.“

Die Wirkung des Heilige Geistes sei heute wie damals zu finden und zu spüren. Mit seinen Gaben Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht sei er bei ganz vielen Menschen zu finden, die sich von ihm beseelen lassen: In Krankenhäusern und Altenheimen, bei den Alleinerziehenden und Zuhausepflegenden, bei allen Menschen, die sich selbst nicht an die erste Stelle setzen, sondern den anderen und die Fürsorge für ihn zuallererst im Blick haben.

Überdies verweist Kreitmeir auf das geflügelte Scchriftwort „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ und betont weiter:

„Schon Paulus sprach in seinem Brief an die Galater von den Früchten des Hl. Geistes, die aktueller denn je sind: Liebe, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Gal 5,22).“

Abschließend verweist Christoph Kreitmeir auf „eine lustige Jobbeschreibung“ des Heiligen Geistes, die er im Internet fand und die altbekannte Wahrheiten „gut, spritzig und aktuell“ auf den Punkt bringe:

„Der Hl. Geist sorgt für den Durchblick. Der Hl. Geist bewirkt neues Leben und bezieht dich direkt mit ein. Der Hl. Geist macht übernatürliche Geschenke (Früchte – Gottes Obstsalat). Und der Hl. Geist ist dein Freund.“

Resümierend hält Pfarrer Kreitmeir (die komplette Predigt gibt’s unter christoph-kreitmeir.de) abschließend fest:

„Der große Unterschied zwischen der modernen und fast allmächtig anmutenden Digitalwelt und dem wirklich allmächtigen Hl. Geist liegt darin, dass die großen Internetkonzerne primär an sich, ihre Macht und ihre Gewinne denken. Der Hl. Geist befähigt uns aber immer dazu, das wirklich Wichtige, die LIEBE mit all ihren Facetten, im Auge zu behalten.“

 

Hier ein schöner Song, der genau das zum Ausdruck bringt:

 

Autoren: Markus Kosian und Christoph Kreitmeir