Pfarrer Kreitmeir: „Mit Jesus spüren wir, dass im Leben eine ‚göttliche Regie‘ am Handeln ist“

In seiner Auslegung zur Sonntagslesung (Eph 1, 3-6. 15-18) und zum Sonntagsevangelium (Joh 1,1-18) geht unser geistlicher Begleiter Pfarrer Christoph Kreitmeir den großen Sinnfragen nach: Woher komme ich, wohin gehe ich, was soll das Ganze? 

 

Hier die Worte seiner Predigt als Audio-Datei und anschließend im Textformat:

 

 

Wir haben nun wieder den sogenannten „Johannesprolog“ im Evangelium gehört (Joh 1,1-18). Wir hörten ihn schon am 1. Weihnachtstag und wir können ihn wohl nicht genug hören…

Manche Dinge im Leben können wir nicht genug hören: Das hast Du gut gemacht; das Leben hat einen tieferen Sinn; es gibt einen Gott; ich liebe dich …

Manche Aussagen können wir nicht genug hören, denn wir leben zutiefst davon.

Um unser eigenes Dasein, unsere Herkunft und unsere Zukunft verstehen zu können, sind drei wichtige Grundhaltungen wichtig, die ich Ihnen heute an´s Herz legen möchte: RückbesinnungBestandsaufnahme und Ausblick.

Diese drei Worte könnten auch als Grundhaltungen über dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Ephesus stehen: Rückbesinnung auf die eigene Abstammung und Berufung, Bestandsaufnahme der Situation in der Gemeinde und Ausblick auf das Ziel und die große Hoffnung des Reiches Gottes.

Wir Menschen wollen wissen:

Woher komme ich?

Wohin gehe ich?

Was soll das Ganze? – das sind die Urfragen des Menschen.

Wir wollen über unsere Herkunft, unsere Zukunft und über unser Dasein befriedigende Antworten. Die Bibel gibt uns in drei großen Erzählungen, um die wir immer wieder kreisen, dazu gute, tragfähige Antworten: die Schöpfungsgeschichte, die Weihnachtsgeschichte und die Ostergeschichte.

Die Schöpfungsgeschichte, die kosmische Erschaffung der Welt hat durch die Geburt Christi, als Gottes Sohn unter den Menschen, eine zweite, eine menschlich tief greifende und berührende Dimension erhalten, die wiederum durch das Leben, das Sterben und die Auferstehung Jesu als der dritten Dimension ihre eigentlich revolutionäre und befreiende Macht für uns entfaltet hat.

Am Anfang des neuen Jahres frage ich mich, wie wir dieses Geheimnis der göttlichen Regie, der Schöpfung und Neuschöpfung des Menschen verinnerlichen und daran wachsen können.

Eine Hilfe wird es wohl sein, immer wieder in das Buch des „göttlichen Wortes“, die Bibel, zu schauen. Andere Hilfen werden sein, Gottesdienste zu besuchen, im spirituellen Austausch mit anderen zu stehen, zu beten und zu meditieren, gute geistliche Bücher zu lesen.

Wie können wir die Hilfen zu einem religiösen und sinnerfüllten Leben so verinnerlichen, damit wir gute Antworten auf unser je eigenes „Woher?“, „Wohin?“ und „Wozu?“ bekommen?

Manche Dinge im Leben können wir nicht genug hören: Das hast Du gut gemacht; das Leben hat einen tieferen Sinn; es gibt einen Gott; ich liebe dich … Manche Aussagen können wir nicht genug hören, denn wir leben zutiefst davon.

„Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt …“ Jesus ist dieses Wort Gottes.

Jesus Du
Wort
Vaterwort
mütterliches Wort
Trostwort
Heilungswort
Lichtwort
Himmelswort
Versöhnungswort
Liebeswort
Stärkungswort
Hoffnungswort
Geistwort
gekommen für alle
für alle Zeit. (Ilse Pauls, unveröffentlicht.)

Wenn wir uns an dieses Wort, an Jesus Christus, das Jahr über halten, dann wird unsere Sehnsucht nach einem guten Leben echte Nahrung finden.

Dann werden wir uns nicht in unserem eigenen Machen, Verfügen und Funktionieren verlieren, dann werden wir spüren lernen, dass auch in unserem eigenen Leben eine „göttliche Regie“ am Handeln ist, die das „Woher, Wohin und Wozu“ in liebenden Händen hält. Amen.