Mit folgender Meditation von unserem geistlichen Begleiter Pater Christoph Kreitmeir wollen wir Innehalten und uns im Gebet mit den Menschen in der Ukraine verbinden.

 

Anbei die Meditation, die Pater Christoph zusammengestellt hat (inkl. Darlegung, warum Beten sich lohnt):

Folgende Texte verdanke ich landeskirche-hannovers.de  und P. Eberhard von Gemmingen SJ – ich habe sie bearbeitet und leicht geändert.

Gott,
wie zerbrechlich unsere Sicherheiten sind,
wie gefährdet unsere Ordnungen,
das erleben wir in diesen Tagen.

Wer sieht uns mit unserer Hilflosigkeit und Angst?

Wütend und fassungslos erleben wir,
wie Machthaber die Freiheit und das Leben vieler Menschen gefährden.
Wie am Rand Europas ein Krieg beginnt.
Was geschieht als Nächstes?
Welchen Informationen können wir trauen?
Was könnten wir tun, das helfen oder etwas bewegen würde?

Sieh du die Not.
Sieh unsere Angst.

Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz,
innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung.
Wir bringen dir unsere Sorgen.
Wir bitten dich für die, die um ihr Leben fürchten,
und für die, die sich beharrlich für friedliche Lösungen einsetzen.

Wir beten mit Worten aus Psalm 121:
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?

Alle:        Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Amen

Stille

Wir halten inne.
Wir schauen auf das, was uns sorgt.
Stille 

Wir schauen auf das, was wir hoffen.
Stille   

Wir schauen auf Gott.
Stille 

Predigt mit Gebet

Angesichts des Krieges von Russland gegen die Ukraine möchte ich  ein paar Worte sagen über die Bedeutung des Gebetes. Wir alle stellen uns ja die Frage:

Was nützt unser Gebet, um Blutvergießen zu vermeiden und zu beenden?

Ich antworte: Wir sollen und müssen auf jeden Fall beten. Beten hilft.

Beten ist ein Zeichen unseres Glaubens, dass Gott das letzte Wort hat.

Jesus sagt: Bittet und ihr werdet empfangen, suchet und ihr werdet finden, klopfet an und es wird euch aufgetan werden.

Wie können wir uns vorstellen, dass unser Gebet nicht umsonst ist?

Ich stelle mir den Kosmos in Raum und Zeit wie eine Riesenfülle an Atomen vor, an winzigen geistigen Teilchen.

Jedes Gebet, jeder liebevolle Gedanke ist ein positives Teilchen.

Jeder böse Gedanke ist ein negatives Teilchen. Jedes Teilchen spielt eine Rolle. Keines ist ohne Wirkung. Jedes Teilchen strahlt positiv oder negativ aus, beeinflusst das Ganze des Kosmos in Zeit und Raum. Deshalb ist es wichtig, die positiven Teilchen zu erhöhen

Glauben wir daran, dass unser Gebet für den Frieden in der Ukraine nicht umsonst ist. Legen wir unsere Hände in Gottes Hände und bitten ihn um Hilfe. Vor allem empfehle ich die Bitte um den heiligen Geist für die Verantwortlichen, für Wladimir Putin, für seine Berater, für die westlichen Politiker.  Und fragen wir uns, welche westlichen Einstellungen vielleicht den Überfall auf die Ukraine erleichtert haben. Waren wir im Westen zu sehr nur auf unser eigenes wirtschaftliches und politisches Wohl aus? Wenn wir weise, gebildete Erdenbürger sind, müssen wir immer an das Wohl aller Bewohner der Erde denken.

Jetzt ist Zeit des Betens voll Vertrauen, dass es das Wunder des Gebetes gibt:

Großer Gott,
Du weißt, wie klein unsere Kräfte sind, um dem Machtmissbrauch,
der Korruption und der Gewalt standzuhalten.
Sieh herab mit deinem barmherzigen Auge auf das Leid
und die Klagen derer, die unter dem Krieg in der Ukraine leiden – und auf alle die, die sich vor einem größeren Krieg fürchten.

Barmherziger Gott,
stärke Du uns mit deiner unwiderstehlichen Kraft,
damit wir deinen Willen tun und dein Licht der Wahrheit
hier auf Erden leuchte. Befreie uns von den Nöten,
die der Krieg mit sich bringt. Die, die ein Haus verloren haben,
lass wieder ein Zuhause finden, gib den Hungernden zu essen,
tröste die Weinenden, vereine die Getrennten.

Großzügiger Gott,
mache uns zu Werkzeugen deiner Gerechtigkeit und deines Friedens
und rüste uns mit allem Notwendigen für deinen Dienst
an unseren Mitmenschen aus.

Barmherziger Gott,
wir haben Angst vor einem Krieg, der so viel Leid bringen wird – Menschen in der Ukraine, in Russland und in ganz Europa.
Wir beten für all die Verantwortlichen in Russland, der Ukraine, Belarus, den USA und der EU,
dass sie Wege aus der Eskalation der Kriegsrhetorik finden.
Lass uns alle abrüsten mit Worten und Taten.
Erweiche die Herzen derer, die hart geworden sind,
und lass uns zurückkehren zur Erkenntnis deiner Weisheit.

Stärke vor allem unseren Glauben, belebe unsere Hoffnung
und lehre uns zu lieben.

Bewahre uns vor der Willkür der Mächtigen dieser Welt
und bringe sie zur Erkenntnis ihrer Grenzen.
Segne uns mit deinem Frieden, damit wir gemeinsam Hand in Hand für eine freiere und gerechtere Gesellschaft Dir zur Ehre arbeiten!

Amen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, wir bitten dich für die Menschen in der Ukraine. Denke an die Menschen in Kellern, in U-Bahnhöfen, in Autos auf der Flucht. Rette sie in ihrer Angst und in ihrer Not. Gib ihnen Schutz in einer Unterkunft und rette ihr Leben. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, wir bitten dich für die politisch Verantwortlichen. Gib ihnen Deinen heiligen Geist, dass sie nicht nur an ihre Macht denken, sondern an das Leid der Menschen, die sie bedrohen und töten. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, wir bitten dich für die ganze Weltgemeinschaft. Lass sie erkennen, dass Krieg immer die schlechteste Lösung ist. Gib ihr die Gnade, für Gerechtigkeit zu kämpfen, damit es keine Konflikte mehr gibt. Christus höre uns

Herr Jesus Christus, wir bitten dich für alle Menschen, die in diesem Augenblick mit dem Tode ringen. Steh ihnen bei, schenke ihnen deinen heiligen Geist, damit sie an deine göttlichen Arme denken, in die sie fallen werden. Christus höre uns

Abschließend der Song „Fürchte dich nicht“ von Samuel Harfst, der die christliche Hoffnung zum Ausdruck bringt, dass das Böse und das Leid nicht das letzte Wort hat. Ein Song, der das ist, was Pater Kreitmeir in seiner Andacht als positive Teilchen beschreibt.