Christlicher Glaube kurzgefasst

 

„Das Christentum ist die größte Liebeserklärung Gottes an die Welt“ (Eugen Biser): Gott ist Liebe (1.Johannes 4,16) und er handelt aus Liebe. Für den Menschen heißt das: Gott liebt jeden Menschen. Gott vertraut darauf, dass jeder Mensch die Welt bereichern, verschönern, verbessern kann: Jeder Mensch kann der Welt etwas geben, was nur er geben kann.

Gott ist es nicht gleichgültig, ob ein Mensch auf der Welt ist oder nicht. Jeder Mensch ist von Gott von Anfang an gewollt.

Kein Mensch muss seine Wichtigkeit beweisen, seine Existenz rechtfertigen oder etwas Besonderes leisten. Der Mensch darf frei aufatmen und hoffen, dass alles gut wird. Er darf sich freuen, einfach da zu sein. Weil Gott ihn liebt, kann er auch sich selbst lieben. Und jeden Morgen darf er zu sich sagen: „Ich bin kostbarer als alles Gold der Welt.“

Liebe bedeutet zu sagen: „Gut, dass es dich gibt – einfach, weil du da bist.“

Wer liebt, sucht die Nähe zu anderen, freut sich mit ihnen, trägt ihre Sorgen und ihren Kummer mit, wünscht ihnen das Gute und ist bereit, ganz für sie da zu sein.

Dass Gott Liebe ist, hat Jesus Christus geoffenbart.

Erstmals das Neue Testament spricht aus, dass Gott Liebe ist. In der religiösen Welt der Antike ist dieser Gedanke unbekannt. Jesus Christus weiß, dass Gott Liebe ist, weil er selbst Gottes Sohn ist. Jesus zeigt die Liebe Gottes zu den Menschen und wendet sich ihnen zu. Denn Jesus kennt die Schwächen der Menschen und fühlt mit ihnen mit (Hebräer 4,15):

  • Jesus begegnet den Menschen als Freund. Die Menschen sind nicht Gottes Knechte. Jesus teilt mit ihnen alles, was er vom Vater weiß (Johannes 15,15). Jesus lässt die Menschen nicht im Unklaren darüber, dass Gott alle liebt.
  • Jesus preist die glücklich, die arm, traurig, leidend oder verfolgt sind. Ihr Leid ist nicht das letzte Wort – es wird überwunden werden. (Matthäus 5,3-12)
  • Jesus wendet sich barmherzig den Schwachen und Sündern zu (Matthäus 9,13). Er legt Menschen nicht auf ihre Fehler der Vergangenheit fest. Vielmehr vertraut er darauf, dass sie einen neuen Anfang wagen (Johannes 8,1–11). Jesus lässt niemanden fallen, egal was er getan hat.
  • Jesus heilt Kranke, um zu zeigen, wie das Leben im Reich Gottes sein wird (Mt 14,14). Wer mit Jesus Christus in Berührung kommt, wird an Leib und Seele geheilt.
  • Jesus verkündet den Anbruch des Reiches Gottes (Lukas 11,20): Das Gute wird am Ende siegen – trotz Verbrechen, Unglück und Leid. Jeder gute Gedanke und jede gute Tat sind ein Baustein für dieses Reich und niemals vergeblich.
  • Jesus Christus ist von den Toten auferstanden (Lukas 24,6). Darin zeigt sich Gottes Liebe in einzigartiger Weise: Was Gott einmal geschaffen hat, wird nicht mehr vergehen. Kein Mensch wird durch den Tode einfach ausgelöscht, sondern lebt in Gottes ewiger Liebe weiter.

 

Dr. Ferdinand Herget