Der Entertainer Guido Cantz hat kürzlich seine Autobiographie mit dem Titel „Bauchgefühl & Gottvertrauen“ (Bonifatius-Verlag) auf den Markt gebracht, in der er anlässlich seines 50. Geburtstags auf sein Leben zurückblickt und dabei den Glauben als wichtigen Parameter beschreibt (wir berichteten). Für die WDR-Sendung „Lokalzeit“ traf er sich nun mit dem Journalisten Markus Kery in seiner Taufkirche St. Aegidius in Porz-Wahn und sprach dort über seinen Glauben.

In dieser neugotischen Kirche wurde Guido Cantz getauft. Hier diente er als Ministrant und empfing die erste Heilige Kommunion. An diesem Ort heiratete er seine Frau und ließ hier auch seinen Sohn taufen, der nun auch Messdiener ist. Dazu sagt Cantz:

„Ich hab hier schon viel Zeit verbracht in der Kirche.“

Als ihn Markus Kery danach fragt, ob es ihm, der in der Öffentlichkeit als der „blonde Lautsprecher, der ‚Verstehen Sie Spaß?‘ macht‘ wahrgenommen werde, immer leicht gefallen sei, zu seinem Glauben zu stehen und darüber zu sprechen, erklärt Guido Cantz, dass dies „selbstverständlich“ für ihn sei. „Das Bedürfnis, darüber zu reden“ und den Glauben auch zu leben sei mit zunehmendem Alter „vielleicht sogar stärker“ geworden. Dazu berichtet der Entertainer weiter:

„Spätestens seit der Geburt unseres Sohnes Paul sind wir dann wieder näher an die Gemeinde herangerückt.“

Seine Frau habe als Katechetin Kommunionunterricht gegeben und bereite den Familiengottesdienst mit vor. Zu seinen Erfahrungen im Leben der Pfarrgemeinde sagt er rückblickend:

„Ich habe gemerkt, dass das gut ist und dass mir das etwas gibt und ich mich dadurch besser fühle.“

Dabei ist Guido Cantz gegenüber seiner Kirche konstruktiv-kritisch. So bringt er auch sein Bedauern zum Ausdruck, dass er sich als „Vereinsmitglied“ einen liberaleren Ton und Umgang in der Kirche wünsche. Die Aufarbeitung des Missbrauchs im Erzbistum Köln bezeichnet der Entertainer als „Katastrophe“.

In seinem Buch beschreibt Guido Cantz ein existenzielles Erlebnis, dass ihm im Alter von 25 Jahren die Bedeutung der Rückbindung zu Gott vor Augen führte. Als er damals im Zuge einer Blinddarm-Operation in eine lebensbedrohliche Situation geriet und mit einer linksseitigen Herzinsuffizienz auf der Intensivstation landete, wandte er sich an den Klinikseelsorger. Dazu berichtet Cantz im Talk mit Markus Kery, dass ihm das Gespräch mit dem Klinikseelsorger und der Empfang der Heiligen Kommunion gut getan haben. Insgesamt sei er dreieinhalb Wochen im Krankenhaus gewesen und habe in dieser Zeit „sehr viel nachgedacht“.

Diesem prägenden Ereignis widmet Cantz ein Kapitel in seiner Autobiographie. Darin beschreibt er auch im Unterkapitel „Geistlicher Beistand welcome!“, wie gut es ihm tat, den Klinikseelsorger in dieser bedrohlichen Situation an seiner Seite zu wissen. Dazu schreibt er auf Seite 38 seines Buches „Bauchgefühl & Gottvertrauen“ u.a.:

„Ich kann mich nicht mehr erinnern, was der Krankenhausseelsorger damals im Detail gesagt hat, ich weiß nur, dass mir seine Nähe guttat. Seine Verbindung mit Gott, der Urquelle unserer Lebenskraft, hat ein bisschen auf mich abgestrahlt und das war in diesem Augenblick die Hauptsache.“

Dass die Erfahrungen im Glauben während seines Krankenhausaufenthalts ihn nachhaltig geprägt haben, brachte Guido Cantz auch im Talk mit Markus Kery zum Ausdruck. So ist für ihn bis heute der regelmäßige Austausch mit Gott und der Ausdruck seiner Dankbarkeit im Gebet ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Dies gibt er auch an seinen Sohn weiter. Dazu berichtet der Showmaster:

„Jeden Abend lassen wir den Tag nochmal Revue passieren und bedanken uns beim lieben Gott für diesen Tag, dass wir alles gesund und munter geschafft haben, und freuen uns dann auf den nächsten Tag.“

Die Reflexion des Tages, egal ob es ein guter oder schlechter Tag war, sei wichtig und helfe danach beruhigt einzuschlafen, erklärt Cantz weiter.

Quellen: wdr.de – Sendung Lokalzeit aus Köln | 01.09.2021 ab Minute 22:50; Buch: Cantz, Guido: „Bauchgefühl & Gottvertrauen“ (Bonifatius-Verlag).

 

Den Talk von Gudio Cantz mit Markus Kery in der Sendung Lokalzeit (ab Minute 22:50) zum Nachschauen gibt es

HIER

 

Anbei der Facebook-Post von Markus Kery zum Interview mit Guido Cantz in dessen Heimatkirche: