Francesco Totti: „Ich habe eine tiefgründige Beziehung zum Glauben“
Die italienische Fußball-Ikone Francesco Totti, der von 1993 bis 2017 in der Serie A für den AS Rom auflief und in insgesamt 619 Spielen 250 Tore für die Roma schoss, berichtet in seiner Autobiographie „Oltre“ [Anzeige], die im September rund um seinen 50. Geburtstag erschienen ist, dass er vor 6 Jahren lebensbedrohlich am Covid-Virus erkrankt war. Im Umgang mit seiner Erkrankung verwies er auf Jesus am Kreuz. Der 57-fache italienische Nationalspieler bekennt sich offen zum römisch-katholischen Glauben und hat in verschiedenen Phasen seines Lebens betont, wie wichtig ihm religiöse Rituale und persönliche Überzeugung sind.
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Wie mehrere Medien zu Tottis kürzlich erschienenen Autobiographie berichten, verriet die italienische Fußball-Legende, dass er sich im November 2020 – nur wenige Wochen nachdem sein Vater an Covid-19 verstorben war – mit dem Coronavirus infizierte. Sein Gesundheitszustand habe sich in kürzester Zeit derart verschlechtert, dass er seine Kinder angerufen und ihnen mitgeteilt habe, dass er möglicherweise nicht überleben werde.
Der seinerzeit 44-jährge Totti wurde in ein Römer Krankenhaus gebracht und untersucht. Dabei wurde bei ihm eine beidseitige Lungenentzündung festgestellt. Zudem lag die Sauerstoffsättigung nur noch bei 88 Prozent. Ein Wert unter 90 Prozent gilt als kritisch. Ein ihn behandelnder Arzt empfahl ihm, nicht auf der Seite, sondern in Bauchlage und mit ausgestreckten Armen zu schlafen. Darauf reagierte Totti mit der Nachfrage:
„Also wie Jesus am Kreuz?“
In den folgenden Tagen besserte sich sein Zustand. Das Fieber ging zurück, seine Sauerstoffsättigung stieg schließlich wieder auf 99 Prozent.
Dass Francesco Totti in der Not auf Jesus verweist, steht bei ihm mit seiner Prägung im katholischen Glauben in Verbindung. In Interviews zu seiner aktiven Zeit erklärte er, dass er eine tiefe Verbindung zum Glauben hat.
Während seiner aktiven Karriere hat er sich regelmäßig auf dem Fußballplatz bekreuzigt. Als gläubiger Katholik gehörte diese Geste für die italienische Fußball-Legende fest zum Ritual vor dem Anpfiff. Typischerweise bekreuzigte sich der langjährige Kapitän der AS Rom direkt beim Betreten des Spielfelds oder kurz vor dem offiziellen Spielbeginn, um für Schutz und Beistand zu beten.
Auch pflegt das Roma-Urgestein ein enges Verhältnis zur Kirche. Besonders prägte ihn eine Begegnung in seiner Kindheit mit Papst Johannes Paul II., der ihn persönlich segnete.
Als Totti sechs Jahre alt war, nahm er mit seiner Schulklasse an einer Audienz im Vatikan teil. Als Johannes Paul II. die Kinder abschritt, blieb er vor dem jungen Francesco stehen und legte ihm die Hand zum Segen auf die Stirn.
Da die 27-jährige Amtszeit von Johannes Paul II. fast exakt mit Tottis Jugend und dem Großteil seiner Profikarriere zusammenfiel, bezeichnete Totti ihn stets als den „Papst seines Lebens“.
Als Star der AS Rom traf Totti das Kirchenoberhaupt später noch mehrfach bei offiziellen Audienzen und Sportlerbegegnungen. Nach dem Tod des Papstes im Jahr 2005 erwies Totti ihm tief gerührt die letzte Ehre.
Zudem engagierte sich Totti auch als Werbegesicht und Pate für karitative Spendenaktionen des Vatikans. In Italien zählt er zu den Sportikonen, die fest in der katholisch geprägten Tradition des Landes verwurzelt sind (siehe u.a.: religion.orf.at und domradio.de).
Im Interview mit der Zeitschrift A Sua Immagine (zitiert auf Calciomercato.com und isaechia.it im Juni / Juli 2014) sprach Francesco Totti ausführlich über die Relevanz des christlichen Glaubens in seinem Leben. Dabei erklärte er seinerzeit, dass er jedes Mal nach einem erzielten Tor seinen Ehering küsse und Gott für sein Leben danke, „nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern vor allem im Alltag mit Ilary und unseren beiden Kindern Christian und Chanel“, so Totti. Die Geburt seiner Kinder bezeichnete er als „die besten Momente meines ganzen Lebens, die mich glücklich und erfüllt gemacht haben“. Weiter sagte die Legende der AS Roma:
„Ich denke, die Liebe zu unseren Liebsten und besonders zu unseren Kindern ist ähnlich wie die Liebe, die Gott für jeden von uns hat, denn Glaube und Liebe gehen Hand in Hand.“
Seinen Bezug zur Religion beschrieb er wie folgt:
„Ich habe eine tiefgründige Beziehung zum Glauben, was für mich bedeutet, mit offenem Herzen und ohne Bedingungen zu glauben. (…) Der Mensch wurde nicht zufällig geboren, und der Glaube weist ihm den Weg.“
Er habe „viel Glück“ im Leben gehabt und seinen Dank dafür richte er an Gott, betonte Totti des Weiteren in diesem Interview und erklärte zur Auswirkung seines Glaubens auf sein Handeln, dass er immer versuchen werde, „mit anderen einige der guten Dinge zu teilen, die mir gegeben wurden“.
Quellen: sportbild.bild.de, heute.at, domradio.de, religion.orf.at, nachrichten.at, gazzetta.it, tgcom24.mediaset.it, nytimes.com, tagesspiegel.de, isaechia.it, calciomercato.com


