Foto: Gage Skidmore, Sharon Stone by Gage Skidmore 5, cropped, CC BY-SA 3.0

Die US-amerikanische Schauspielerin Sharon Stone forderte am vergangenen Dienstag im Interview mit der italienischen Zeitung „La Stampa“ mehr Respekt für Papst Franziskus ein. Dabei richtete die 63-Jährige, die sich selbst zum Glauben an Gott bekennt, ihren Blick vor allem auf die Kurie.

Mit folgenden Worten zeigte Stone ihre Begeisterung für das katholische Kirchenoberhaupt:

„Bitte, hört auf den Papst. Dieser Papst ist wundervoll. Ich appelliere an den Vatikan, ihn zu respektieren.“

Gleichzeitig forderte sie „Fortschritte“ im Umgang der Kirche mit Themen der heutigen Zeit ein.

 

Sharon Stone wurde in den 1990er Jahren für ihre Rolle im Erotik-Thriller „Basic Instinct“ weltberühmt. 2014 bezog die Schauspielerin im Interview mit dem Tagesspiegel Stellung zur Frage, warum sie häufig mit dem Thema Sex in Verbindung gebracht werde. Dabei nahm sie Bezug zu ihrem Glauben an Gott.

Sharon Stone erklärte ganz unverkrampft, dass Sex ein Thema sei, „das uns alle interessiert“ und zudem für die Zukunft der Menschheit nicht irrelevant sei. Dazu betonte sie:

„Insofern hat Gott es geschickt eingerichtet, dass wir von Nacktheit so fasziniert sind.“

Weiter berichtete die Schauspielerin, dass sie persönlich nackte Haut „wunderschön“ finde und „nichts Verwerfliches“ darin erkennen könne, „den menschlichen Körper so zu zeigen, wie Gott ihn geschaffen hat“. Dazu erläuterte sie:

„Scham ist etwas Unnatürliches – eine Erfindung des Menschen, um andere Menschen zu manipulieren. Schamlosigkeit bringt uns näher zu Gott.“

Zum Problem werde der Umgang mit Nacktheit nur, wenn sie pornographisch dargestellt werde und „man Nacktheit in vulgärer, menschenverachtender Form“ präsentiere.

 

Mit dieser Haltung von Sharon Stone dürfte wohl auch Papst Franziskus d’accord gehen, wenn er etwa wie im September 2018 bei einer Audienz mit französischen Jugendlichen die Porno-Industrie kritisiert, aber zugleich betont:

„Sex ist Geschenk Gottes.“

Wie die Online-Portale von „Vatican News“, katholisch.de oder auch bild.de berichteten, erläuterte Papst Franziskus diesbezüglich:

„Es gibt zwei Ziele: sich zu lieben und Leben zu schaffen. Es ist eine Leidenschaft, es ist leidenschaftliche Liebe. (…) Die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, wenn sie leidenschaftlich ist, bringt dich dazu, für immer Leben zu schenken.“

Außerdem machte Franziskus deutlich, dass wir auch manchmal schwach würden und stürzten, wenn wir „die Sexualität jenseits dieser schönen Straße der Liebe“ auslebten. Dazu sagte er weiter:

„Aber das sind Stürze, wie alle Sünden … Das ist nicht die Sexualität der Liebe: Es ist Sexualität, die zu einer Sache gemacht wird, die von der Liebe losgelöst und zum Vergnügen genutzt wird. Interessant: Die Sexualität ist der schönste Punkt der Schöpfung in dem Sinn, dass Mann und Frau nach Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind – und der Punkt, der am meisten von der Weltlichkeit, dem Geist des Bösen, angegriffen wird.“

Zudem machte der Ponitex deutlich, dass es ihn nachdenklich stimme, dass es „keine Lügenindustrie“, aber sehr wohl eine „Sexindustrie“ gebe. Diesbezüglich betonte Franziskus damals weiter:

„Mit der Porno-Industrie wird viel Geld verdient, das ist eine Entwertung des Ranges, den Gott (der Sexualität) gegeben hat… Aber die Sexualität ist großartig: Bewahrt euch eure sexuelle Dimension, eure sexuelle Identität, bewahrt sie gut, und bereitet sie für die Liebe vor. Damit ihr sie in diese Liebe, die euch das ganze Leben lang begleiten wird, einspeisen könnt.“

Quellen: katholisch.de (1), tagesspiegel.de, gala.de, vaticannews,va, bild.de, katholisch.de (2)