Die Einheit der Christen ist eine Voraussetzung für gelingende Evangelisation. Darüber diskutierte der katholische Theologe und Gründer des gebetshauses Augsburg Johannes Hartl auf dem Festival Spring mit dem Leiter von Campus für Christus Schweiz, Andreas Boppart. Darüber berichtete aktuell das christliche Magazin Livenet.

Sowohl Hartl als auch sein evangelischer Kollege Andreas Boppart müssen mit Vorbehalten bezüglich der offensiven ökumenischen Öffnung leben.

Johannes Hartl sagte, dass er gar nicht vorhabe „Menschen katholisch zu machen“, sondern:

„Ich will Menschen für Jesus begeistern.“

Er verglich die Christen in Deutschland mit Fussballspielern, die nicht wüssten, dass sie in der gleichen Mannschaft spielen. Weiter betonte der 38-jährige:

„Die verschwenden jede Menge Energie, weil sie nicht wissen, dass sie das gleiche Tor, also das gleiche Ziel, haben.“

Dieses Ziel sei, dass Menschen Jesus Christus kennenlernen. Dazu erklärte er weiter:

„Wer das will, gehört offensichtlich mit mir in ein Team. Man kann dann immer noch sagen: ‚Dein Style gefällt mir nicht‘. Man muss nicht in allem übereinstimmen, wenn man das gleiche Tor hat!“

Er wolle damit nicht sagen, dass alle lehrmässigen Unterschiede zwischen den Konfessionen irrelevant seien. Aber:

„Du kannst einen Menschen lieben, obwohl du nicht in allem mit ihm übereinstimmst.“

Der Theologe äußerte den Wunsch, dass Christen aufhören, gegeneinander zu spielen, und ging dabei besonders auf die Debattenkultur im Internet ein und sagte:

„Es ist faszinierend zu sehen, mit welchem Eifer Menschen Zeit und Ressourcen verschwenden, um Menschen zu bekämpfen, die grundsätzlich das gleiche wollen.“

Doch ein jeder Christ müsse bedenken:

„Es gibt Menschen, die Jesus total lieben und die Bibel hervorragend kennen, und die trotzdem anders denken als du!“

Hartl bedauerte, dass es Christen oft so schwer falle, Christus in ihrem Gegenüber zu erkennen. In seiner Wahrnehmung schrecke Uneinigkeit auch Menschen von außen ab, die noch keine Christen sind.

Im Reich Gottes solle es eine Kultur der authentischen Wertschätzung geben. Dazu gab er zu bedenken:

„Wenn wir das nicht schaffen, wie sollen dann Menschen, für die Jesus gekommen und gestorben ist, jemals auf die Idee kommen, dass bei uns der Ort der Annahme zu finden ist?“

Die Menschen seien Jesus in Scharen nachgelaufen, weil er eine ansteckende Liebe ausgestrahlt habe.

Quelle: livenet.de