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Papst Franziskus hat während der Frühmesse am 9. Mai in seiner Auslegung der Tageslesungen die Frage, was im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht, aufgeworfen. Dabei warnte er vor den Verführungen der dunklen Macht und des Bösen.

Wie vaticannews.va dazu berichtet, steht für Papst Franziskus nicht die Bibel, nicht die Liturgie oder die Caritas im Zentrum des christlichen Glaubens, sondern Jesus Christus selbst, genauer: die Begegnung mit Christus.

Bei seiner Morgenmesse am vergangenen Samstag in Santa Marta ging der Oberhirte der katholischen Kirche in seiner Predigt zunächst von der Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 13, 44-52) aus. Dabei betonte er:

„Auf der einen Seite gibt es den Herrn, es gibt den Heiligen Geist, der die Kirche wachsen lässt und immer weiter wachsen lässt. Aber auf der anderen Seite gibt es den bösen Geist, der versucht, die Kirche zu zerstören. Es ist immer so: Man baut etwas auf, doch dann kommt der böse Feind und versucht, es zu zerstören. Die Bilanz ist zwar auf lange Sicht immer positiv, aber wie viel Anstrengung, wie viel Schmerz, wie viel Martyrium bedarf es dafür!

Dazu erklärte der Papst weiter, dass der Teufel sich des Werkzeugs des Neids bediene, um die Verkündigung des Evangeliums zu hintertreiben. Durch den Neid des Teufels sei die Sünde in die Welt gekommen, durch die Eifersucht, „die immer so ein bitteres Gefühl ist“.

Das Mittel, das die Kirche entgegenzusetzen habe, sei die Gemeinschaft mit dem Herrn. Weiter brachte Papst Franziskus zum Ausdruck, dass er mit Blick auf die Kirchengeschichte ein ständiges Schwingen zwischen den Tröstungen Gottes und den Verfolgungen der Welt erkenne. Dabei betonte er, dass einer Kirche, die keine Schwierigkeiten habe, etwas fehle. Wenn der Teufel zu ruhig sei, dann stimme etwas nicht, so Franziskus.

Infolgedessen warnte das Kirchenoberhaupt vor dem Verlangen nach Geld und Macht und verwies dabei auf den Morgen der Auferstehung Jesu. Dazu erklärte er:

„An jenem Morgen gingen die Soldaten, die diesen Triumph (Jesu) sahen, zu den Hohenpriestern, und diese kauften sich die Wahrheit! Die Wahrheit wurde also zum Schweigen gebracht. Vom ersten Morgen der Auferstehung an – dem Triumph Christi – gibt es diesen Verrat, dieses Mundtotmachen des Wortes Christi. Da wird der Triumph der Auferstehung mit weltlicher Macht zum Verstummen gebracht.“

Und weiter:

„Denken wir an die Hohenpriester und das Geld: Seien wir vorsichtig im Umgang mit der Frohen Botschaft, um niemals zu fallen und nicht unser Vertrauen auf die weltlichen Mächte und das Geld zu setzen!“

Das Vertrauen der Christen gehöre Jesus Christus und dem Heiligen Geist, den er gesandt habe, so der Papst abschließend. Es sei gerade der Heilige Geist, „der der Sauerteig und die Kraft ist“, die die Kirche wachsen lasse. Die Kirche schreite in Frieden und Freude voran, aber dabei immer eingespannt zwischen den Tröstungen Gottes und den Verfolgungen der Welt.

Quelle: vaticannews.va

 

Die Predigt als Audio-Datei zum Nachhören sowie die Frühmesse im Video-Format gibt es HIER