Foto: Manfred Werner - Tsui, Nestroy 2010 (12) Peter Matic, cropped, CC BY-SA 3.0

Der österreichische Schauspieler und Synchronsprecher Peter Matic, der vor allem als Darsteller am Wiener Burgtheater sowie durch die Synchronisation des britischen Charakterdarstellers Ben Kingsley hohe Bekanntheit erlangte, war neben den Schauspielern Maria Happel und Harald Krassnitzer einer der Stargäste beim diesjährigen „Adventsfieber“ auf dem romantischen Gelände des Schlosses Grafenegg in Niederösterreich. Die Adventszeit ist für den 81-jährigen gerade mit Blick auf die Menschwerdung Gottes eine bedeutende Zeit. In den letzten Jahren bekannte er sich in Interviews sowie bei seinem Auftritt bei diesjährigem Parlamentarischen Gebetsfrühstück zum christlichen Glauben, der ihn trägt.

Beim Parlamentarischem Gebetsfrühstück 2018 eröffnete Peter Matic seine Ansprache mit den Worten des Dichters Gotthold Ephraim Lessing „Und doch ist Gott!“, der diesen Satz seiner Figur Nathan dem Weisen in den Mund gelegt hat. Dazu sagte Peter Matic:

„‚Und doch ist Gott‘ – Dieser kurze Satz begleitet mein Leben seit vielen Jahrzehnten.“

Weiter betonte er in dieser Ansprache, wie das Gebet seinen Tag strukturiert.

Für das im Jahr 2017 erschienene Buch „Was glauben Sie?“ von Johannes Kaup gab Peter Matic Auskunft zu seinem Glauben. Dabei zeigte er sich dankbar für seine religiöse Erziehung und die Bibel, die für ihn das „Buch der Bücher“ ist. Auszüge aus den drei Interviews für dieses Buch wurden in der österreichischen Zeitung „Presse am Sonntag“ veröffentlicht.

Seinen Eltern ist er bis heute dankbar, dass sie ihm das Angebot der „Religiosität“ gemacht haben. Dazu sagte der gläubige Katholik:

„Mein Vater und meine Mutter waren sehr gläubige Menschen. Ich bin ganz in diesem Bewusstsein aufgewachsen, es war für uns selbstverständlich, am Sonntag in die Kirche zu gehen und dann später die Sakramente zu empfangen.“

Er wisse nicht, ob er „so ohne Weiteres und ohne Suchen“ zum Glauben gekommen wäre, wenn er „in anderen Umständen“ groß geworden wäre. Dieses Bewusstsein lässt ihn dankbar auf seine Erziehung im Kindesalter zurückschauen.

Auf die Frage, was er nicht-gläubigen Menschen sagen würde, welchen Unterschied der Glauben an Gott mache, antwortete Peter Matic:

„Also mich macht der Glaube glücklich.“

Er gibt aber zu bedenken, dass es „durchaus“ auch nicht-gläubige Menschen gebe, die sehr glücklich seien, „vor allem wenn sie nicht fühlen können, was ihnen entgeht“, so Matic weiter. Weiter sagte er:

„Ich glaube daran, in die Hand Gottes geschrieben zu sein – und das erfüllt mich mit einer großen Beruhigung.“

Gleichzeitig betonte Peter Matic, dass „Religiosität im fundamentalistischen Sinn“ sehr großen Schaden anrichten kann. Dies sieht er auch „in den Widerständen, die Papst Franziskus im Vatikan entgegengehalten werden“. Er empfinde es als „sehr bedauerlich“, dass es offenbar immer noch „fundamentalistische Kardinäle“ gebe, die dem Papst in seiner „sehr menschlichen Auslegung der katholischen Lehre“ entgegenstehen. Ihm sei bewusst, dass man an Glaubenslehren nichts ändern solle, sie jedoch „sehr unterschiedlich“ auslegen könne. Als Beispiel nannte er die Zulassung Wiederverheirateter zu den Sakramenten. Dazu betonte er:

„Ich meine, dass eine gewisse Großzügigkeit, wenn sie von oberster Stelle verfügt oder angeregt wird, doch etwas sehr Positives ist.“

Zum Thema Glaubenszweifel sagte der Schauspieler, dass er „nie ernsthaft“ gezweifelt habe, wobei er auch bis dato von schweren Schicksalsschlägen verschont wurde. Auch dafür sei er „sehr dankbar“.

Ob ihn ein schwerer Schicksalsschlag in den Zweifel treiben würde, wisse er nicht, so Matic weiter. Er hoffe aber, dass ihn der Umgang damit dahin führen würde, „dass ich vielleicht durch eine Phase des Zweifels gehe und dann beschließe: Ja, und doch ist Gott.“

Die Bibel bezeichnet er als „ein wichtiges Buch“ für sein Leben. Er lese darin „auch durchaus nicht unkritisch“, weil es für ihn beim Lesen der Bibel auch darum geht, „wie eine bestimmte Passage gemeint sein könnte“.

Neben „Nathan dem Weisen“ sei für ihn der biblische Hiob beispielgebend. Er sei dankbar, „dass wir diese Figuren haben“.  Das Buch Hiob im Alten Testament spiele für ihn „ein große Rolle“. Dazu sagte er u. a.:

„[Ich] finde die Idee großartig, dass Hiob, der alles verloren hat und schwer krank ist, sein Vertrauen auf Gott nicht verliert. Das wäre wieder ein Schluss hin zu Lessing: ‚Und doch ist Gott‘.“

Im Magazin von Missio Österreich sagte Peter Matic im Beitrag „Mein Glaube“ einmal, dass sein Glaube auf einem „stabilen Fundament“ stehe. Dazu betonte er:

„Die großen Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung haben eine dominierende Relevanz in meinem Leben.“

Und weiter:

„Was den Glauben betrifft bin ich in der glücklichen Lage, gläubiger Christ zu sein. Ich empfinde das Geschenk des Glaubens als etwas Besonderes in meinem Leben.“

Dazu bekannte er:

„Gott ist der Regisseur meines Lebens.“

Den Menschen sieht Peter Matic als Geschöpf Gottes. Zu seinem Menschenbild sagte er gegenüber Missio Österreich:

„Der von Gott geschaffene Mensch ist so konzipiert, dass er menschlich ist. Für mich ist das Liebesgebot entscheidend: ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Der Nächste ist vielleicht gerade jener, der draußen bettelt. Liebe ist ein großer Wert. Genauso wie die Wahrhaftigkeit untereinander, auch wenn es in manchen Situationen weh tut, sie zu leben.“

Deshalb ist Peter Matic auch vom Hilfswerk Missio Österreich begeistert. Er verbinde mit den Päpstlichen Missionswerken vor allem den Weltmissions-Sonntag und die Sammlungen für Afrika, Asien und Lateinamerika. Es sei wichtig, die Idee von Missio unter die Menschen zu bringen, so Peter Matic.

Quellen: noen.at, diepresse.com und missio.at

Autor: Markus Kosian

 

Peter Matic‘ Ansprache beim Parlamentarischem Gebetsfrühstück 2018 – ab Minute 2:30