Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Maischberger - 2018-02-28-9492, cropped, CC BY-SA 4.0

Bereits im November 2011 gab der Entertainer Thomas Gottschalk dem Spiegel ein beeindruckendes Interview zu seinem christlichen Glauben, der ihm seit seiner Kindheit im oberfränkischen Kulmbach Halt und Orientierung gibt. Die Spiegel-Journalisten waren angesichts der Kenntnisse und der Sattelfestigkeit Gottschalks bezüglich der katholischen Liturgie dermaßen überrascht, dass sie mit Blick auf dessen Religionskenntnisse bilanzierten: „Stopp, wir haben Sie offensichtlich unterschätzt.“ Das Spiegel-Interview gibt es HIER

Aktuell hat Thomas Gottschalk sein neues Buch „Herbstbunt“ auf den Markt gebracht, in dem er sich erneut zu seinem katholischen Glauben bekennt. Eine entscheidende Rolle für seine Entwicklung im Glauben spielte für Thomas Gottschalk sein Onkel Hans, der katholischer Priester war und sich nach dem frühen Tod von Gottschalks Vater um dessen Witwe und die drei Kinder kümmerte. Dazu schreibt der Entertainer in seinem Buch in gewohnter Manier:

„Dass ich bis heute nicht vom Glauben abgefallen bin, liegt vielleicht auch daran, dass sich Onkel Hans niemals von mir verabschiedet hat, ohne mir mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen und zu murmeln: ‚Und vergiss mir den Herrgott nicht‘.“

Er habe auch nie Grund gehabt, anzunehmen, dass ihn der Herrgott vergessen habe, also habe er ihn auch nicht vergessen, schreibt Gottschalk. Dabei bringt er seinen festen Glauben zum Ausdruck, in dem er die Gewissheit äußert, dass er überzeugt sei, dass Onkel Hans im Himmel sei. Für ihn sei der Onkel ein Vorbild, „weil er einen Lebensweg hingelegt hat, dessen Geradlinigkeit mich fasziniert“. Dies betonte er bereits in der Vergangenheit in Interviews, in denen sein Glauben zum Thema wurde, gelegentlich (wir berichteten).

Im Buch „Hinter den Kulissen ist Gott nicht tabu“ von Günther Klempnauer benannte Thomas Gottschalk, der in seiner Jugendzeit in einem katholischen Studentenwohnheim lebte und die katholische Journalistenschule besuchte, seinen Onkel Hans als Vorbild, das ihn geprägt hat:

„Mein Onkel Hans hatte eine Vorbildfunktion für mich. Der katholische Pfarrer ist mit 84 Jahren gestorben in der festen Überzeugung, das ewige Leben zu erwarten.“

Weiter erklärte der Entertainer, dass auch er „nicht an das dunkle Loch nach dem Tod“ glaube. Dazu betonte er:

„Lieber möchte ich im Augenblick des Todes enttäuscht werden, als wie ein Atheist sein Leben lang an nichts geglaubt zu haben.“

Gestärkt hat ihn in dieser gewissen Hoffnung auch die letzte Begegnung mit seinem Onkel Hans, wie Thomas Gottschalk in seinem neuen Buch Herbstbunt zum Ausdruck bringt. Darin schreibt er, dass er seinen Onkel ein letztes Mal gesehen habe, als dieser im Sterben gelegen sei. Zu dieser persönlichen Erfahrung schilderte Gottschalk:

„Das Kreuz, das er mir auf die Stirn zeichnete, war schon sehr zittrig, aber vom ‚Herrgott‘, dem er bereits ganz nahe war, hat er immer noch gemurmelt.“

Im Januar 2010 schilderte Thomas Gottschalk bei einem TV-Auftritt mit dem Theologen Hans Küng in der ARD-Talkshow Beckmann sehr schön, dass er die vernunftbegründete Hoffnung habe, dass es einen Schöpfergott gibt. Dabei habe er bis heute keinen Grund gesehen, seinen katholischen Glauben aufzugeben.

In seinen Buch Herbstbunt setzt sich Gottschalk mit Blick auf seine Lebensbilanz auch mit der Wahrheit als hohem Gut auseinander und zitiert in diesem Zusammenhang die Worte Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Dagegen sei er nur ein Wurm im Erdenstaub, und „das gehört sich auch so“.

Mit Blick auf Brüche in seiner eigenen Lebenslinie bringt Gottschalk, vielleicht mit Blick auf allzu schnell urteilende Menschen, zum Ausdruck, dass auch der vermeintlich Aufrechte am Ende des Weges vor der einen oder anderen „Lebenslüge“ stehe.

Er selbst sei nie ein Heiliger gewesen und habe auch in seinem Leben noch keinen getroffen, der jeder Versuchung widerstanden hätte.

Quellen: spiegel.de, katholisch.de, livenet.ch, welt.de, domradio.de