Fotografinː Laurence Chaperon, 2015 VK Portraitfoto2 300dpi, cropped, CC BY-SA 4.0

Nachdem das Bundesarbeitsgericht muslimischen Lehrerinnen zugebilligt hat, ein Kopftuch zu tragen, forderte nun der ehemals langjährige Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder,  dass auch Christen im Staatsdienst offen ihren Glauben zeigen. Weiter rief der 71-Jährige, der seit 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages ist, zu mehr christlichem Selbstbewusstsein auf.

Im Interview mit domradio.de bekundete Kauder, dass er mit dem jüngsten Urteil des Bundesarbeitsgerichts zum Kopftuch aufgrund der weltanschaulichen Neutralität des Staates nicht einverstanden ist. Diese Entscheidung verstoße seiner Meinung nach gegen das Neutralitätsgebot des Grundgesetzes. Wenn nun aber die Richter diesbezüglich der Auffassung seien, dass religiöse Symbole getragen werden dürfen, so sollten dies seiner Auffassung nach auch alle tun dürfen. Diesbezüglich betonte er:

„Die Christen müssen dann auch ihre Zurückhaltung abbauen. Dann erwarte ich, dass bekennende Christen als Lehrer, als Richter, als Staatsanwälte das Symbol des Christentums, nämlich das Kreuz, auch offen tragen.“

Überdies forderte Volker Kauder von Christen in Deutschland „mehr Mut zum Bekenntnis“. Dazu erklärte er:

„Ich finde, dass wir selbstbewusster unseren Glauben vertreten müssen, – völlig unabhängig davon, was andere sagen.“

In diesem Zusammenhang verwies der CDU-Politiker darauf, dass er „manchmal den Eindruck“ habe, dass sich Christen in der säkularen Gesellschaft – aus Angst, belächelt zu werden – schämen würden, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Dabei erinnerte Kauder daran, dass Jesus Christus voraussagte, dass ein Bekenntnis zu ihm mit Verfolgung und Schwierigkeiten verbunden ist. Gerade in unserer Demokratie könne man aber seinen Glauben frei bekennen, auch wenn es dafür „die eine oder andere Anfeindung“ gebe. Es gelte mit „mehr Mut zum Bekenntnis“ zu leben, was er in seiner „ganzen politischen Tätigkeit“ auch so praktiziert habe, so Volker Kauder.

Quellen: domradio.de, katholisch.de