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Pater Christoph Kreitmeir: „Gott setzt andere Maßstäbe“

In seiner Predigt zum 5. Sonntag im Jahreskreis (Lesung: Jes 58, 7-10; Evangelium: Mt 5, 13-16) beschreibt unser geistlicher Begleiter Pater Christoph Kreitmeir, was es für Christen bedeutet, Salz der Erde zu sein.

 

Anbei die Worte der Predigt von Pater Kreitmeir als Audio-Datei und anschließend im Textformat:

 

 

Zwei kleine Sätze stellen im Evangelium heute die Dinge auf den Kopf: Ihr seid das Salz der Erde!“ „Ihr seid das Licht der Welt!“, und nicht „Ihr sollt das Salz der Erde oder das Licht der Welt sein!“ 

Gott setzt andere Maßstäbe, er gibt andere Grundlagen, als wir oft gewohnt sind.

Die Botschaft der Hl. Schrift gibt uns die Hinweise, was vor Gott zählt, auch wenn dabei manches in unserem Leben auf den Kopf gestellt wird.

Um einer Suppe Geschmack zu geben, kann schon eine Prise Salz reichen.

Um der Welt mehr Farbe und Licht zu schenken, braucht es nur wenig: etwas Zuwendung, Liebe, ein freundliches Wort, eine ausgestreckte Hand. Und es geht auch um die Verkündigung des Reiches Gottes, also um die Botschaft, dass diese Welt eine andere, eine bessere sein könnte als sie jetzt ist.

Es ist ein hoher Anspruch, den Jesus an seine Jünger stellt.

Wie das Salz die Speisen genießbar macht, ihnen die Würze verleiht, den Appetit anregt, sollten die Seinen die ganze Erde, das heißt die ganze Menschheit schmackhafter, angenehmer und liebenswürdiger machen, Freude am Guten und Lust am Leben wecken. Hmm, die Stimmen der von der Kirche Enttäuschten sind uns bekannt. Weil all die schönen Worte des Evangeliums oft von Christen und den Hauptamtlichen in der Kirche nicht gelebt werden, sei ihnen das Interesse am Christentum vergangen, so sagen sie. Die Klage ist in vielem wirklich berechtigt, aber sie allein hat noch nichts verändert.

Besser ist es, danach zu suchen, ob es nicht doch einige Körner echten, guten Salzes auch in der fehlerhaften Kirche gibt. Und es gibt sie! Gar nicht mal so wenige.

Wir Christen sollen nicht Würze für diese Welt sein, wir sind es, wenn wir noch nicht schal sind, so sagt es Jesus: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Und wo Christen nicht auf den Geschmack kommen, ganz mit Jesus und aus Jesus heraus zu leben, da werden sie von den Menschen und den Medien zertreten. Das erleben wir immer wieder und es schmerzt wie Salz in offenen Wunden.

Salz erhält Leben.

Wer an heißen Sommertagen nicht zusätzlich Salz oder Elektrolyte zu sich nimmt, weil er wegen der Hitze viel davon ausschwitzt, der kann zusammenbrechen.

Viele Menschen in den heißen Ländern Afrikas erkranken oder sterben oft nicht am Hunger, sondern an Salz- und Elektrolytmangel.

Salz bringt Eis zum Schmelzen.

Deshalb wird es bei Eis und Schnee auf verkehrsreiche Straßen und Wege gestreut. Es wirkt schnell. Wie viele Unfälle verhindert es dadurch! Salz bringt auch das Eis um verhärtete Herzen und zerstrittene Menschen zum Schmelzen…

Wenn wir nach Salz und Licht heute suchen, dann können wir auch  fündig werden. Beim Salz ist es so, dass es keine Worte hat und auch keine braucht, sondern einfach durch seine Substanz, durch sich selbst wirkt.

Wenn Jesus uns mit Salz vergleicht, dann erwartet er, dass wir helfen, das Eis zu schmelzen, das sich allüberall wie eine neue Eiszeit ausbreitet.

Salz würzt! Salz für die Erde sein, heißt: Die Welt würzen, Leben erhalten, echt sein, aus innerer Nähe zu JESUS leben und Eis zum Schmelzen bringen! Amen.

Anbei das Lied „Ihr seid das Salz“ von Clemens Bittlinger, das die Worte von Pater Kreitmeir nachklingen lässt: 

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