Horst Kummeth berichtet bei Lesung von tiefer Gotteserfahrung
Am Freitag, den 24. April, hielt der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Horst Kummeth (u.a. Hans im Glück, Wildbach, Forsthaus Falkenau, Dahoam is Dahoam) im Pfarrsaal seiner Kirchengemeinde St. Emmeram in München-Englschalking eine Benefizlesung zu seiner Biografie „Drehbuch meines Lebens“ [Anzeige], die kürzlich im Bonifatius Verlag erschienen ist. Der 69-Jährige bot den Zuschauern im sehr gut gefüllten Pfarrsaal einen unterhaltsamen Abend und ließ mit Tiefe und Humor wichtige Stationen und Momente seines Lebens Revue passieren.
Die Besucher der Lesung erfuhren gleich zu Beginn, dass Kummeth seit 49 Jahren einmal die Woche mit seiner Frau Evi ins legendäre Café „Münchner Freiheit“ in Schwabing geht und sich dort zumeist die Apfelröllchen gönnt. In der späteren Pause der Lesung wurden dann auch „Horst’s Apfelröllchen“ angeboten, die sich die Besucher sichtlich schmecken ließen.
Zurück aber zum Beginn der Lesung, bei dem der 69-Jährige auf seine Jugend und die Anfangszeit auf dem Weg zum Schauspieler zurückblickte. Dabei berichtete Horst Kummeth, dass er damals in einem 9 Quadratmeter großen Dachzimmer von Sinnfragen umgeben war. Im Rückblick auf diese Zeit würde er von seinem heutigen Ich aus seinem jungen Ich gerne sagen:
„Mach dir keine Sorgen.“
Dass diese Aussage an die Botschaft des Evangeliums „Fürchte dich nicht“ erinnert, ist kein Zufall. So erzählt Kummeth daraufhin von seinem Aufwachsen als Kind im Umfeld der Kirche, das ihn prägte und gewiss werden ließ, „Teil eines lebendigen großen Ganzen“ zu sein, das „immer da ist“. Er nahm wahr, dass er in der Kirche Abstand zum Alltag finden kann und sich hier der Raum zum Heiligen öffnet. Voller Wertschätzung schreibt der Schauspieler über den Dienst des Priesters und dessen Entscheidung, sein Leben ganz Gott zu widmen. Dazu betont er:
„Der Pfarrer war für mich jemand, der ein Stück Himmel auf die Erde holte!“
Da sein Werk „Drehbuch meines Lebens“ über 240 Seiten umfasst, müsse er am heutigen Abend mitunter größere Sprünge bei der Lesung machen, erklärte der Autor seinen Übergang in das Kapitel, in dem er beschreibt, wie er „in den wilden 70er Jahren“ die Liebe seines Lebens, seine Frau Evi, kennenlernte: Über Umwege gelang es ihm auf der Schauspielschule eine Hauptrolle in Arthur Millers Hexenjad zu ergattern. Die andere Hauptrolle spielte seine künftige Frau Evi. Das Ergebnis war eine gelungene Inszenierung von Millers Werk und eine Hochzeit, die sehr bald danach erfolgte.
Mucksmäuschen still war es im Pfarrsaal von St. Emmeram, als Kummeth von der schweren Geburt ihres ersten Kindes berichtete, dass über zwei Monate auf der Kinderintensivstation ums Überleben kämpfte. Schonungslos ehrlich erzählte der Schauspieler von eigenem Fehlverhalten vor der Geburt und wie ihn das in dieser Situation einholte. Kummeth ließ durchblicken, wie er seelisch am Boden lag und sich im Gebet wehklagend an Gott wandte und dabei zum Ausdruck brachte, dass er sein eigenes Leben für sein Kind geben würde. Als er einige Tage später von der behandelnden Ärztin mitgeteilt bekam, dass ihr Kind gesund sei und das nicht medizinisch erklärbar sei (Anmerkung: Bläschen auf der Lunge waren auf einmal verschwunden), war sich Kummeth gewiss, eine tiefe Gotteserfahrung gemacht zu haben. So erklärte er:
„Ich wusste, dass Gott meine Gebete hört. Dieses Gebet hat er erhört.“
Das Gebet sei für ihn „ein Kairos-Moment“ gewesen. Er fügte an, dass er der gemachten Erfahrung nur mit Dankbarkeit gegenüber Gott begegnen kann. Was der Schauspieler in dieser Zeit durchlebt hat, wird klar, wenn er sagt, dass dieses Erlebnis für ihn ein Wunder und zugleich der Albtraum seines Lebens gewesen sei. Weiter erklärt er:
„Das war die schlimmste Zeit meines Lebens und zugleich die beste mit schlimmen Hintergrund.“
Im Anschluss ließ Horst Kummeth wieder Leichtigkeit in seine Lesung einkehren, als er Anekdoten aus dem Schauspielbusiness zum besten gab. Dabei brachte er auch seine Hochachtung gegenüber dem Regisseur Wolfgang Staudte zum Ausdruck, der ihn 1983 für die Hauptrolle in der Serie „Der eiserne Weg“ besetzte.
Kummeths Biografie „Drehbuch meines Lebens“ [Anzeige] ist mit so einer Leichtigkeit, Tiefe und feinem Humor geschrieben, dass die Zuhörer ihm durchweg gebannt lauschten und er an diesem Abend sein gesamtes Werk hätte vorlesen können. Im Anschluss gingen die Bücher weg wie warme Semmeln. Nach Ausverkauf der vorrätigen Exemplare wurde eine Liste erstellt, so dass auch die Besucher, die vor Ort kein Buch mehr erwerben konnten, eine Ausgabe mit persönlicher Widmung des Autors in den nächsten Tagen noch erhalten werden.
Anbei unser- Interview mit Horst Kummeth aus dem Sommer 2024:




