Im April 2016 musste der britische Rocksänger Brian Johnson, Sänger der australischen Rockband AC/DC, während der laufenden „Rock Or Bust“-Tour wegen Hörschäden aussteigen. Seine Zukunft als Sänger schien ungewiss. Nun melden sich AC/DC mit einem neuen Album „Power Up“, das am 13. November erscheint, zurück. Im Interview mit BILD richtete Brian Johnson bezüglich seiner Genesung auch einen Dank nach oben. Gegen den Vorwurf von religiösen Eiferern, dass AC/DC unchristlich sei, wehrte sich Brian Johnson bereits vor Jahren.

Gegenüber BILD berichtete der 73-jährige Rock-Star, dass er bei einem Konzert während der ‚Rock Or Bust‘-Tour 2015  bei starkem Regen Wasser ins Ohr bekam, wodurch sich in der Folge eine Infektion entwickelte. Nach der anschließenden Operation habe er auf dem Ohr das „gesamte Gehör“ verloren und auch das andere Ohr wurde in Mitleidenschaft gezogen. Durch die bedrückende Diagnose, im Zuge derer er noch während der damaligen Tour aussteigen musste, sei er in eine „tiefe Depression“ gefallen. Dabei habe ihm u.a. der Gedanke, dass er nicht tödlich krank sei und es anderen Menschen schlechter gehe, geholfen.

Weiter hat Brian Johnson nun dank des technischen Fortschritts eine Hörhilfe, die es ihm ermöglicht, auch wieder Part des Bandgeschehens im Studio zu sein. Diesbezüglich betonte er gegenüber BILD:

„Ich danke Gott für neue Technologien.“

Bei ihm habe sich damals „ein wunderbarer Mann, ein Wissenschaftler, ein Erfinder“ gemeldet und ihm mitgeteilt, dass er ein neues Gerät entwickelt habe, dass bei Hörschäden, wie sie Brian Johnson hatte, helfen könne. Nach drei Jahren der weiteren Entwicklung, passe dieses Gerät heute in seine Hosentasche und funktioniere, sagte der Rocksänger weiter.

Bevor der heute 73-Jährige Mitglied bei AC/DC einstieg, war er Mitglied eines Kirchenchores. Darüber sowie über seine Sicht auf Religion und Glaube sprach Brian Johnson im Interview mit dem Schweizer Magazin Blick im Oktober 2008.

Dass er und andere AC/DC-Bandmitglieder, die in Großbritannien geboren wurden, sich nach ihrer Emigration nach Australien dort wiederfanden, bezeichnete Brian Johnson im Blick-Interview 2008 als ein Wunder und als Geschenk. Dabei erklärte er:

„Ich wünschte ja, ich würde an eine höhere Macht glauben – ich tue es nicht, ich habe dieses Glück nicht.“

Dagegen, dass die Band AC/DC antichristlich oder gar satanistisch sei, was fanatische Christen zuerst in den USA verbreiteten, wehrte sich Brian Johnson massiv und bezeichnete solche haltlosen Behauptungen als „Bullshit“ und „absoluter Nonsense“. Weiter erklärte Johnson damals, dass ihn diese Unterstellung „traurig“ mache und dass diejenigen, die AC/DC als „unchristlich“ bezeichnen, sogar wüssten, dass das nicht stimme. Diese religiösen Fanatiker, die solche Gerüchte in die Welt setzen, sind in seinen Augen „Psychopaten“, die „am Ende ja am liebsten der Musik oder sonst was schuld [geben], wenn etwas schief läuft“. Dazu betonte Brian Johnson weiter:

„Es ist deren eigene Schuld, wenn die Kids nur Blödsinn im Kopf haben, es ist wegen der Eltern, der Gesellschaft, es hat rein gar nichts mit Musik zu tun.“

Genauso wie religiöse Fanatiker früher Elvis-Platten verbrannten, weil sie sich am Hüftschwung von Elvis störten, sei es mit „gesundem Menschenverstand“ nicht auszuhalten, wenn sie AC/DC als unchristlich aburteilten. Dazu betonte der Sänger deutlich:

„Wir waren NIE antichristlich.“

Im Gegenteil brachte Johnson seine Bewunderung für Jesu von Nazareth zum Ausdruck. So erklärte er damals gegenüber Blick:

„Ich persönlich glaube einfach nicht an ein Leben nach dem Tod. Ich glaube an Jesus Christus. Aber weil er lebte, weil er eine wirkliche Person war.“

Ob Jesus tatsächlich der Sohn Gottes ist, sei „eine sehr große Frage“. Auch wenn Jesus für ihn „ein sehr cleverer und wunderbarer Mann“ und einer seiner „Helden“ sei, könne er an die Gottessohnschaft nicht glauben, erläuterte Johnson damals weiter.

Im Jahr 2011 bestätigte der AC/DC-Frontmann seine Bewunderung für Jesus. Damals zeigte er sich kritisch gegenüber allen Religionen, betonte aber erneut, dass Jesus „ein kluger (…),  sehr cleverer, wundervoll Mann“ war. In seinem Verständnis habe Jesus zum Ausdruck gebracht: ‚Kirche ist hier drinnen, das heißt, ihr seid eure eigene Kirche‘, so Johnson.

So glaube er auch nicht, dass Menschen von Gott „auserwählt“ seien und man eher den Sternen oder dem Glück dankbar sein solle. Dabei betonte Brian Johnson:

„Aber wer am Ende Recht hat, das sehen wir dann am Tag, an dem wir den Löffel abgeben.“

Im aktuellen Interview mit BILD richtete Johnson nun seinen Dank ausdrücklich an Gott.

Dass der Sänger so religionskritisch ist, könnte vielleicht auch damit zu tun haben, dass radikale Zirkel im christlichen Milieu bis heute Rock ’n‘ Roll als Musik des Teufels propagieren und auch AC/DC in diese Ecke stellen, in dem aus solchen Kreisen immer wieder zu hören ist, dass der Bandname für „Anti-Christ/Devil’s Children“ stünde, was allerdings jeglicher Grundlage entbehrt. Wie auf Wikipedia zu lesen ist, steht AC/DC für die englische Abkürzung für Wechselstrom/Gleichstrom. Im Artikel „AC/DC: 10 Dinge über die Band, die Sie garantiert noch nicht wussten“, der im Oktober 2020 im Musikmagazin RollingStone erschien, ist zu erfahren, dass die Brüder Malcom und Angus Young die Idee für den Bandnamen entwickelten, nachdem sie die Initialen „AC/DC“ auf einer Nähmaschine ihre älteren Schwester Margaret sahen. Dies ist eine Abkürzung für alternating current bzw. direct current (Wechselstrom / Gleichstrom). Die Brüder dachten, dass dieser Name die rohe Energie, die kraftvollen Auftritte der Band und die Liebe zu ihrer Musik angemessen symbolisiere.

Quellen: bild.de, blick.ch, metal-hammer.de, christiantoday.com, rollingstone.de