Alexander Schweitzer: „Mein Glaube lehrt mich Nächstenliebe, Solidarität und Verantwortung“
Der SPD-Politiker Alexander Schweitzer, der von Juli 2024 bis Mai 2026 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz war, ist seit Oktober 2026 Bundesminister für Arbeit und Soziales im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz. Er übernahm das Amt nach dem Rücktritt seiner Parteikollegin Bärbel Bas. Bei seiner Vereidigung zum Bundesminister für Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag hat er die freiwillige religiöse Bekräftigung „So wahr mir Gott helfe“ gesprochen. Die Vereidigung durch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner fand am Mittwoch, den 14. Oktober 2026, statt.
Zu seiner Amtsübernahme waren u.a. folgende Schlagzeilen zu lesen: „Neuer Arbeitsminister hat klares katholisches Profil“ (domradio.de) und „Bas-Nachfolger ist Katholik“ (pro-medienmagazin.de).
Alexander Schweitzer ist katholischer Christ und engagiert sich aktiv in seinem Glauben. In seiner Jugend war er Messdiener und Sternsinger. Heute ist er Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), der zentralen Laienorganisation des deutschen Katholizismus. Seinen Glauben lebt er ökumenisch. Seine Frau ist evangelische Religionslehrerin, und das Paar hat die gemeinsamen Kinder evangelisch erzogen.
Zur Bedeutung seines Glaubens für seine Werteorientierung sagte Alexander Schweitzer Ende vergangenen Jahres im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA):
„Mein Glaube gibt mir vor allem die Kraft, nie die Menschen aus dem Blick zu verlieren – er lehrt mich Nächstenliebe, Solidarität und die Verantwortung für die Schwächsten.“
Im April 2025 betonte Alexander Schweitzer im Interview mit RON TV, dass der Kirche in gesellschaftlichen Debatten eine wichtige, werteorientierte Rolle in der Öffentlichkeit zukommt, ohne dass sie sich politisch zu stark einmischen sollte (siehe HIER).
Im Februar 2025 wurde Alexander Schweitzer von Papst Franziskus im Vatikan in einer Privataudienz empfangen, was er als einen Höhepunkt seines Lebens bezeichnete. Das Gespräch mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche sei „eindrucksvoll, tief und ermutigend“ gewesen und werde ihm „immer in lebendiger Erinnerung bleiben“, erklärte der SPD-Politiker.
Im Interview mit domradio.de gab Alexander Schweitzer Einblicke in den Inhalt seines Gesprächs mit dem Papst und ließ diesbezüglich wissen, dass sie „zunächst mal gar nicht über politische oder gesellschaftspolitische Fragen“ gesprochen hätten, sondern dass sich der Papst insbesondere für sein Aufwachsen im katholischen Glauben interessiert habe. Dazu sagte Alexander Schweitzer u.a.:
„Wir haben über Rheinland-Pfalz und über meine katholischen Wurzeln geredet. Ich war ein katholischer Junge vom Dorf, so habe ich es formuliert, und das hat ihn interessiert.“
Weiter berichtete er:
„Ich habe ihm tatsächlich berichtet, was das für mich bedeutet, ihm begegnen zu dürfen, dass es für mich eine große Ehre ist und auch ein Kindheitstraum. (…) Und ich habe ihm erzählt, wie das war, wenn man in einem katholischen Kindergarten in der Pfalz mit den Fragen der Weltkirche und der Gerechtigkeit zu tun hat, in dieser Form, mit der man eben damit zu tun hat, wenn man fünf oder sechs Jahre alt ist.“
Dazu habe er dem Papst von einem indischen Pater erzählt, der in der Südpfalz als katholischer Priester diente und den jeder gekannt habe. Dieser habe ihm und den anderen Kindern in der Pfarrgemeinde geschildert, „wie das mit den indischen Kindern ist und wie schwierig ihre Kindheit und ihre Umstände waren“. Zudem habe er dem Papst zum Wirken von diesem indischen Pater Franklin mitgeteilt, „wie das uns Kindern die Augen geöffnet hat“.
Zur Bedeutung dieser Erfahrungen, die er in seiner Kindheit und Jugend im Umfeld der Kirche machte, erklärte Alexander Schweitzer im Domradio-Interview:
„Das ist eine erste wichtige Begegnung mit Gerechtigkeitsfragen, die für mich nicht aus der Politik kommt, sondern aus der katholischen Kirche.“
Überdies ließ Alexander Schweitzer wissen, dass ihn folgende Papstworte in diesem Gespräch im Februar 2025 besonders beeindruckt haben: Solidarität und Nächstenliebe sei gelebter christlicher Glaube. Ein Mensch dürfe nur dann auf einen anderen herabschauen, wenn er ihm aufhelfen wolle.
Mit diesen Sätzen überreichte Papst Franziskus ihm dann ein Bronzerelief, das diese Botschaft ins Bild setzt.
Quellen: domradio.de (1), pro-medienmagazin.de, rlp.de, domradio.de (2), youtube.com
Hinweis: Zu seiner Audienz bei Papst Franziskus im Februar 2025 sendete Alexander Schweitzer folgenden Post auf seinem Instagram-Account, in dem er zum Ausdruck bringt, welche Ehre die Begegnung mit dem Papst „für den katholischen Jungen vom Dorf und ehemaligen Messdiener“ war:
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