Im Gespräch mit den Oberpfalzmedien sprach der EKD-Ratsvorsitzendes Heinrich Bedford-Strohm über neue Begeisterung im Glauben und die Ökumene. Er betont, dass gläubige Christen ausstrahlen müssen, wovon sie reden. Gerade in einer Zeit, wo Christsein nicht mehr selbstverständlich ist und der Glaube nicht mehr automatisch in den Familien weitergeben wird.

Dieser Befund ist für den Landesbischof aber keinesfalls erschreckend. Vielmehr sagt er:

„Wir müssen auch die säkulare Welt als einen Ort entdecken, in dem Gott wirkt.“

Um hier glaubwürdig und nach außen sichtbar etwas bewirken zu können, ist nach Auffassung von Heinrich Bedford-Strohm ein weiteres Voranschreiten im ökumenischen zueinander sehr wichtig. Dazu sagt er:

„Wir müssen heute, nach 500 Jahren, die Gräben, die sogar zu Krieg und Gewalt geführt haben, überwinden.

Dabei sieht er aktuell beide Kirchen auf einem guten, diese Gräben endgültig zu überwinden. Weiter betont er diesbezüglich:

„Luther wollte Christus neu entdecken und nicht eine neue Kirche gründen.“

Pessimismus oder gar Katastrophenstimmung angesichts sinkender Zahlen bei den Kirchenmitgliedern sind nicht die Sache von Bedford-Strohm. Im Gegenteil: Im Vergleich zu 1955 bewertet er die Zahlen heute als ehrlicher. Denn: Damals musste man sich rechtfertigen wenn man nicht in der Kirche war, heute müsse man sich bekennen. Seinen Optimismus zieht er aus der christlichen Botschaft:

„Wir haben die tiefe Gewissheit, dass diese Welt nicht im Nichts endet.“

Mit dieser Message sollten wir Christen mutig auf den Markt gehen. Dazu nimmt er alle Christen in die Pflicht. Sie sollen das sprichwörtliche Salz der Erde sein. Weiter sagt er:

„Wir müssen ausstrahlen, wovon wir reden.“

Und dies gilt für ihn gerade in der Flüchtlingsfrage. Diesbezüglich betont Bedford-Strohm:

„Gottesliebe ist ohne Nächstenliebe nicht denkbar.“

Quelle: onetz.de