Daniel Böcking, stellv. Chefredakteur bei bild.de, gibt sein Glaube, zu dem er sich bei passender Gelegenheit auch im Rahmen seiner journalistischen Arbeit bekennt (wir berichteten), Orientierung auch in schier trostlosen Situationen. Nach dem unfassbaren Amoklauf an einer Highschool in Parkland, Florida schrieb er auf bild.de einen ermutigenden Artikel mit dem Titel „Warum ich als Christ nicht am Leid verzweifle“.

Ein einschneidendes Erlebnis dafür, sich frei zu Jesus zu bekennen und Veränderungen zuzulassen, waren für Daniel Böcking die Erfahrungen, die er 2010 beim Erdbeben in Haiti gemacht hat, wie er in seinem Buch „Ein bisschen Glauben gibt es nicht – wie Gott mein Leben umkrempelt“ darlegt. Darin beschreibt er seine Umkehr zu Gott als „einen Sechser im Lotto“, der dazu führte, dass er sein Leben völlig umkrempelte hin zu einem Leben in Beziehung zu Gott.

In seinem aktuellen Bild-Artikel stellt er nun einleitend die „Warum“-Frage für das aktuell Geschehene in Florida, nennt weitere tragische Ereignisse und mündet in die Theodizee-Frage „Warum lässt Gott so ein Leid zu?“. Nachdem er kurz auf theologische Antworten dazu eingeht, erkennt er, dass diese beim Verständnis der Bibel helfen, aber kaum das leidgeplagte Herz tröstet.

In beeindruckender Weise legt er dann dar, wie er 2010 nach dem Erdbeben Trost bei leidgeplagten, gläubigen Menschen erlebte, die in tiefem Vertrauen auf Gott nicht nach dem Warum fragten. Dazu schreibt er:

„Diesen Trost aber spürte ich zum ersten Mal 2010 in Haiti. Nach dem Beben mit mehr als 300 000 Toten betete ich in den Ruinen von Port au Prince mit deutschen Katastrophenhelfern. Keiner fragte hier nach dem „Warum?“ Stattdessen dankten sie Gott dafür, dass sie wieder ein Leben hatten retten können. Sie baten um Unterstützung für ihre Arbeit.“

In dieser persönlichen Erfahrung erkennt er den liebenden Gott. Weiter schreibt er:

„Damals wurde mir klar: Gott verursacht kein Leid. Er hat keine Freude daran. Auch im größten Grauen und in schlimmster Ungerechtigkeit steht er uns zur Seite. Der Fokus auf das Gute gab den Helfern und mir Kraft und Zuversicht.“

In einer Predigt habe er vor kurzem sinngemäß gehört, dass der Glaube nicht wie ein Neonlicht sei, „das man anknipst, und schon ist die Finsternis weg“. Für Christen sei Jesus vielmehr eine Kerze, die das Dunkle erhellt. Auch wenn das Dunkle nicht verschwindet, wenn man eine Kerze anzündet, können Christen „die Liebe und die Gerechtigkeit leuchten sehen“, so Böcking.

Stark berührt hat ihn der Football-Trainer, der sich bei dem Parkland-Highschool-Massaker vor seine Schüler warf und erschossen wurde.

„Auf ihn schaue ich und sehe das Selbstlose, das Gute.“

Für Daniel Böcking wird die Frage nach dem „Warum?“ zur Nebensache. Er brauche keine Erklärung und verweist darauf, dass es vielleicht gar kein „Darum!“ gebe, das wir verstehen können. Vielmehr gebe es immer die Güte, die Liebe, die Helden, auf die wir blicken können, wenn wir das Schlimme nicht mehr ertragen. Abschließend verweist er auf die Hoffnung nach „Gerechtigkeit, die irgendwann kommt“.

Quellen: bild.de und randomhouse.de