Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Werkstattreihe gemeinsam für ein starkes Deutschland, Köln-3523, cropped, CC BY-SA 4.0

Cacau: „Meine Sicherheit ist nicht in dieser Welt“

Cacau ist vieles gewesen: Nationalspieler, VfB-Legende, Vorbild für viele junge Fußballer. Doch wenn er über Weihnachten, Glauben und Werte spricht, wird schnell klar, dass ihn etwas anderes bis heute trägt. Ruhig, persönlich und ohne große Gesten erzählte er im Vorfeld von Weihnachten 2025 im SWR-Interview von dem, was ihm Halt gibt.

Im gefilmten Teil des Weihnachtsinterviews mit dem SWR-Journalisten Johannes Seemüller blickt Cacau zunächst auf seine Kindheit in Brasilien zurück – und auf Weihnachten in großer Armut.

„Es war immer etwas Besonderes für mich, weil das war tatsächlich die Zeit zu feiern und wo die Sorgen ein Stück weit vergessen wurde“, sagt er. Gleichzeitig erinnert er sich daran, wie existenziell die Situation oft war:

„Ich kann mir tatsächlich auch noch erinnern, wo meine Mutter nicht wusste, was bringt sie am Tisch zum Essen am Weihnachtstag – und an Geschenken war gar nicht zu denken.“

Sie hätten mit der Unterstützung von anderen Menschen aber „immer einen Weg gefunden“ Weihnachten zu feiern, schildert Cacau weiter. Äußerlich habe dieses Weihnachten wenig mit heutigen Bildern zu tun gehabt. Auf diese Zeit zurückblickend erzählt der heute 44-Jährige:

„Wir hatten einen kleinen Weihnachtsbaum. In Brasilien gibt es ja keinen Winter. Wir haben so einen kleinen Weihnachtsbaum mit Styropor geschmückt, um Schnee nachzustellen.“

Doch schon damals habe Weihnachten eine klare inhaltliche Bedeutung gehabt und dies „nicht nur an Weihnachten“, betont Cacau und fügt an:

„Wir sind christlich erzogen worden und der Glaube war immer präsent.“

„Wie wichtig Jesus für uns ist“, sei nicht nur an einem Tag bewusst gewesen, sondern das ganze Jahr über.

 

Im angefügten Print-Interview spricht Cacau mit Johannes Seemüller offen über die Schattenseiten seiner Kindheit: einen alkoholkranken Vater, schwierige familiäre Verhältnisse, auch Gewalt. Der Glaube habe ihn nicht vor diesen Erfahrungen bewahrt, aber ihm später einen Weg eröffnet, damit umzugehen. Der entscheidende Schritt sei eine bewusste innere Entscheidung gewesen:

„Irgendwann kam ich an einen Punkt, wo ich mich entscheiden musste.“

Entweder den Kontakt abbrechen – oder einen Neuanfang wagen.

„Mir wurde klar, dass auch ich nicht frei von Fehlern bin. Mir wurde von Gott vergeben.“

Aus dieser Erfahrung heraus habe er die Kraft gefunden, seinem Vater zu vergeben.
Dabei habe seine Mutter eine zentrale Rolle gespielt, die „nie schlecht“ über den Vater geredet habe, so dass in ihm kein Hass entstehen konnte, schildert Cacau und erklärt weiter, dass Vergebung für ihn nicht Vergessen bedeute, sondern Loslassen. Dazu betont er:

„Durch die Vergebung eröffneten sich neue Möglichkeiten“.

Dieser Frieden habe auch mit seiner bewussten Glaubensentscheidung als Jugendlicher zu tun. Diese habe ihn „komplett verändert beziehungsweise beeinflusst in alle meine Entscheidungen“. Herausforderungen seien geblieben, aber etwas Grundlegendes habe sich verschoben, was Cacau wie folgt beschreibt:

„Meine Sicherheit ist nicht mehr in den Dingen dieser Welt, sondern an dem, der uns Hoffnung gibt – und das ist Jesus.“

Diese Überzeugung trägt ihn bis heute. Cacau spricht über Glauben nicht als Konzept, sondern als gelebte Erfahrung. Weihnachten ist für ihn deshalb mehr als Erinnerung – es ist ein Spiegel dessen, was ihn bis heute trägt: Vergebung, Hoffnung und ein Vertrauen, das tiefer reicht als äußere Umstände.

 

Quelle: swr.de

Hinweis: Das Video-Interview zum Nachsehen gibt es:

HIER