Pfarrer Christoph Kreitmeir zu Pfingsten: Digitalisierung und Heiliger Geist?

Unser geistlicher Begleiter Christoph Kreitmeir liefert in seiner heutigen Predigt Impulse zum Pfingstfest. Einem Fest, das seiner Meinung nach „gesellschaftlich hochgehalten“ wird, wohingegen aber immer weniger Menschen, ja sogar gläubige Christen, die religiöse Bedeutung kennen, die lebensgestaltende Kraft entwickeln kann.

In einer Zeit totaler Umwälzungen und Entwicklungen gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, technischer und auch geistiger Art, in der Experten gerade in der digitalen Transformation und Revolution bis hinein in die persönlichsten Abläufe des Lebens eine ähnliche Weiterentwicklung der Menschheit wie nach der Erfindung des Buchdrucks sehen, bestehe laut Kreitmeir die Gefahr einer „digitalen Proletarisierung“, was so viel bedeute wie: Die, welche über bessere Informationen verfügen, können über die, welche diese Informationen nicht haben, Macht ausüben, sie ausnutzen, sie unterdrücken.

Weiter befindet Kreitmeir:

„Die Entwicklung der digitalen Welt nimmt immer mehr die Gestalt von etwas Überwältigenden, Allmächtigen und Gottähnlichen an.“

Und dies gerade weil große Konzerne wie Apple, Microsoft, Facebook, Google und Amazon mittlerweile nicht nur unsere Alltagswelt, sondern auch die Börsenkurse weltweit dominieren.

Das alles habe auf den ersten Blick nichts mit Pfingsten zu tun, so Kreitmeir weiter, auf den zweiten Blick aber „sehr wohl“.

Nämlich dann, wenn etwa die Professorin für Design an der Berliner Universität der Künste, Gesche Joost betont, dass der Raum der digitalen Welt neuen Gesetzen gehorche, dezentral organisiert, unabhängig und offen sei und keine übergeordnete Institution ihn konzipiert habe.  

Der Heilige Geist gehorche nämlich auch „ganz eigenen Gesetzten“, so Kreitmeir:

„Er (der Hl. Geist) ist dezentral organisiert, unabhängig und offen. Er ist Gott und somit keiner übergeordneten Institution gegenüber verpflichtet. Er weht, wo er will.“

Und weiter:

„Jesus haucht – das feiern wir an Pfingsten – seinen, den Hl. Geist über die ganze Welt aus.“

Die Wirkung des Heilige Geistes sei heute wie damals zu finden und zu spüren. Mit seinen Gaben Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht sei er bei ganz vielen Menschen zu finden, die sich von ihm beseelen lassen: In Krankenhäusern und Altenheimen, bei den Alleinerziehenden und Zuhausepflegenden, bei allen Menschen, die sich selbst nicht an die erste Stelle setzen, sondern den anderen und die Fürsorge für ihn zuallererst im Blick haben.

Überdies verweist Kreitmeir auf das geflügelte Scchriftwort „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ und betont weiter:

„Schon Paulus sprach in seinem Brief an die Galater von den Früchten des Hl. Geistes, die aktueller denn je sind: Liebe, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Gal 5,22).“

Abschließend verweist Christoph Kreitmeir auf „eine lustige Jobbeschreibung“ des Heiligen Geistes, die er im Internet fand und die altbekannte Wahrheiten „gut, spritzig und aktuell“ auf den Punkt bringe:

„Der Hl. Geist sorgt für den Durchblick. Der Hl. Geist bewirkt neues Leben und bezieht dich direkt mit ein. Der Hl. Geist macht übernatürliche Geschenke (Früchte – Gottes Obstsalat). Und der Hl. Geist ist dein Freund.“

Resümierend hält Pfarrer Kreitmeir (die komplette Predigt gibt’s unter christoph-kreitmeir.de) abschließend fest:

„Der große Unterschied zwischen der modernen und fast allmächtig anmutenden Digitalwelt und dem wirklich allmächtigen Hl. Geist liegt darin, dass die großen Internetkonzerne primär an sich, ihre Macht und ihre Gewinne denken. Der Hl. Geist befähigt uns aber immer dazu, das wirklich Wichtige, die LIEBE mit all ihren Facetten, im Auge zu behalten.“

 

Hier ein schöner Song, der genau das zum Ausdruck bringt:

Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide beim Katholikentag: Jesus hat im Koran größere Rolle als angenommen

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Jesus Christus wird von Christen als Erlöser und Sohn Gottes verehrt. Aber auch im Islam spielt Jesus eine zentrale Rolle. Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Theologie und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster, hat Jesus zusammen mit dem katholischen Theologen Klaus von Stosch von islamischer wie christlicher Seite beleuchtet. Dazu veröffentlichten beide das Buch „Der andere Prophet: Jesus im Islam“.

Auf dem Katholikentag in Münster bekräftigte Professor Khorchide, dass Jesus im Koran eine größere Rolle spielt als bislang angenommen.

Der Koran gebe Hinweise, dass Jesus bedeutender als nur als Gesandter Gottes gesehen werden solle,

so Khorchide.

Jesus werde im Koran beispielsweise als Zeichen, Diener und Wort Gottes dargestellt.

Wenn der Koran auf Distanz gehen wollte, würde er diese Bezeichnungen nicht verwenden.

Mehr dazu unter evangelisch.de

 

Der Mitautor und katholische Theologieprofessor Klaus von Stosch sagt über Jesus im Koran:

Im Koran ist Jesus Geist Gottes, Wort Gottes und Messias.

Und weiter:

„Der Koran spricht sehr wertschätzend über Jesus.“

Der katholische Theologieprofessor hat sechs Jahre lang über Jesus im Koran geforscht. Es gebe zwar wichtige Unterschiede, jedoch keine direkte Ablehnung des Christentums.

Es sei das erste Mal, „dass jemand aus muslimischer Sicht und aus christlicher Sicht über Jesus im Koran schreiben“, so von Stosch.

Mehr dazu unter domradio.de

 

In einem Interview mit der Passauer Neuen Presse, das am 8.5.18 veröffentlicht wurde, sprach Mouhanad Khorchide über Jesus Rolle im Koran und darüber, warum auch Christen vom Koran lernen können.

Das Interview gibt’s unter pnp.de

Christoph Kreitmeir zu Himmelfahrt: „Wir Menschen sind bei den tieferen Wahrheiten unseres Lebens nicht auf Zahlen und Beweise, sondern auf Bilder und Symbole angewiesen“

Himmelfahrt ist mehr als Vatertag oder zumindest könnte es dies sein, ganz gemäß dem Song von Xavier Naidoo: „Alles kann besser werden, holen wir uns den Himmel auf Erden“.

Ganz in diesem Sinn sind die Gedanken unseres geistlichen Begleiters Christoph Kreitmeir zu Himmelfahrt, denn:

„Himmel steht irgendwie auch für das ‚Ziel unseres Lebens‘.“

Viel Freude und gute Impulse beim Lesen der Gedanken von Autor und Seelsorger Christoph Kreitmeir zu Christi Himmelfahrt:

 

Himmelfahrt! Himmelfahrt?

Dieses Wort beinhaltet die Begriffe „Himmel“ und eine „Fahrt“ dorthin. Nun ist es aber heute so, dass es für die meisten Christen gar nicht mehr wichtig ist, in den sogenannten Himmel zu kommen. Die letzten 500 Jahre der philosophischen Aufklärung, der psychologischen und technischen Erkenntnisse der Moderne haben den Himmel irgendwie uninteressant werden lassen. Und das sogar für viele gläubige Christen.

Himmel steht irgendwie auch für das „Ziel unseres Lebens“. Was sind aber Ziele in unserem Leben heutzutage? Viele meinen: Das Leben so gut wie möglich genießen. Das Leben hier und jetzt in der Gegenwart und hier auf Erden und nicht das Leben später in einer vermeintlichen Seligkeit bei Gott. Ziele, Wünsche, Erwartungen – sie beschränken sich meist nur auf diese Welt. Ein Jenseits und dann noch eine Anstrengung, um dieses Jenseits zu erreichen, ist nicht mehr interessant. Warum sollte man sich auch für einen Himmel anstrengen, also für ein Ziel, von dem man gar nicht weiß, ob es das überhaupt gibt.

Anstrengen, ja schon: Für einen guten Lebensstandard, für Wohlstand, Gesundheit, Fitness, gute Ernährung, hohes Alter in Wohlergehen. Aber für den Himmel?

Als der große Humorist Loriot einmal gefragt wurde, was ihn wohl nach dem Tod erwarte, antwortete er:

„Der Himmel, hoffe ich! Ich habe mir meinen Kinderglauben an den lieben Gott bewahrt.“ 

Das ist schön, das ist klug, aber reicht da unser Kinderglaube?

Der Himmel. An ihm scheiden sich die Geister. Die Geister der Frommen und der Atheisten, der sogenannten Aufgeklärten und der sogenannten Naiven.

Wenn Jesus vom „Himmel“ gesprochen hat, dann meinte er damit immer die enge Verbundenheit mit Gott. Himmel ist für ihn kein Ort wie Jerusalem oder Nazareth.

Himmel geschieht, Himmel ereignet sich. Und zwar immer dann und immer da, wo Menschen sich vertrauensvoll fallen lassen in die Verheißung Gottes; wo Menschen in so enger Verbundenheit mit Gott leben, dass kein Platz mehr ist für Misstrauen, Zweifel, Neid, Eifersucht, Lieblosigkeit, Egoismus, Angst oder Sorge.

Himmel ist da, wo ich nicht mehr frage, ob ich auch nicht zu kurz komme; wo ich spüre, dass für mich gesorgt ist; wo ich frei werde von der Sorge um mich selbst und sehe, was Andere brauchen; wo ich aus dieser Fülle heraus teilen kann, so dass es für alle reicht.

Insofern hat Jesus tatsächlich den Himmel auf die Erde gebracht. Er hat gezeigt, wie ein Mensch in vollkommener Gemeinschaft mit Gott leben kann und wie „himmlisch“ das auch für andere ist, für alle die, die sonst nicht gerade den Himmel auf Erden haben: die Kranken, die Armen, die sozial Geächteten, die Außenseiter.

Oft spricht Jesus auch vom Reich Gottes, wenn er diese innige Verbundenheit mit Gott in Worten ausdrücken will.

Aber darunter können wir uns vielleicht noch weniger vorstellen.

Denn der Himmel ist ja immerhin ein Bild, das man sich ausmalen kann – auch wenn man weiß, dass unsere Vorstellungskraft nicht ausreicht, um die Wirklichkeit Gottes zu beschreiben.

Wir Menschen sind bei den tieferen Wahrheiten unseres Lebens nicht auf Zahlen und Beweise, sondern auf Bilder und Symbole angewiesen.

Und es ist weder naiv noch peinlich, wenn wir unsere Hoffnung, unsere Ahnung, unsere tiefste Sehnsucht nach Heimat, Gelingen, Ganzheit und Vollendung mit dem alten Bild des Himmels verbinden.

Noch leben wir hier, unter irdischen Bedingungen. Und doch sehen wir auch schon den Himmel immer wieder aufblitzen,

wie einzelne Steinchen in einem wunderschönen großen Mosaik, das uns in seiner ganzen Schönheit noch verborgen ist. Immer wieder dürfen wir eine Zufriedenheit und eine Erfüllung in unserem Leben erfahren, müssen sie aber wieder hergeben. Wir müssen uns immer wieder neu anstrengen, um sie neu erfahren zu können. Wir wünschen uns so sehr, dass Schönes bleiben möge, vollendet ist.

Jesus hat mit seiner Heimkunft diese Vollendung schon erreicht. Er lebt für immer in der beglückenden Gegenwart des himmlischen Vaters – und ist uns zugleich näher denn je, auch wenn wir es nicht immer unmittelbar spüren.

Das ist es, was wir am Fest Christi Himmelfahrt feiern.

Wir alle möchten leben. Und nicht mehr sterben müssen. Und nicht krank sein oder leidend. Wir möchten mit möglichst vielen guten Menschen in Kontakt sein, Interessantes erleben, geliebt werden, zufrieden sein. Und genau das meint Himmel!

Jesus schenkt uns die Sicherheit, dass Himmel ist, dass man Ziele erreichen kann. Er ist der WEG dazu und er schenkt uns seinen Geist, damit wir immer wieder auf diesem Weg diese Welt zum Guten gestalten und dabei unsere Erfüllung finden: Himmel, Heimat, Geborgenheit und Frieden bei Gott. Amen.

 

 

Mehr Impulse zu biblischen Texten gibt’s unter christoph-kreitmeir.de

Youtuberin Jana Highholder über Ablehnung von Atheisten: „Wie schafft es dieses ‚Nichts‘, eine so massive innerliche Aufruhr hervorzubringen?“

In ihrem Youtube-Blog Jana gibt die 19-jährige Medizin-Studnetin Jana Highholder Statements zu Glaube und Religion. Unter dem Motto „Jana glaubt“ will sie mit jungen Menschen über Glauben und Leben ins Gespräch kommen.

Bei dem Youtube-Kanal „Jana“ im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehe es darum, junge Menschen dort zu erreichen, wo sie sind, sagte die Youtuberin dem Evangelischer Pressedienst (epd).

Ihr Anliegen beschreibt sie u.a. so:

„Glaube ist für mich etwas Alltägliches – er findet nicht nur sonntags und nicht nur auf speziellen christlichen Veranstaltungen statt. Deshalb sollte er auch Platz in sozialen Medien haben.“

Weil es immer weniger gelinge, Menschen in die Gottesdienste zu bringen, versuche sie, „den Gottesdienst zu den Menschen“ zu bringen  „und zwar genau dorthin, wo sie sind“, so Jana Highholder. In ihrer Generation seien das die sozialen Medien.

Bezüglich der teilweise verletzenden Kritik, gerade von Atheisten, zu ihrem Engagement wundert sie sich, welche Kraft da wohl am Werk ist, denn:

„Ich frage mich dann, was die Absicht dahinter ist: Wenn Glaube und dieser Gott doch ein solches ‚Nichts‘ sind, wie manche Menschen behaupten, wie schafft es dieses ‚Nichts‘, eine so massive innerliche Aufruhr, solchen Unmut hervorzubringen?“

Und weiter:

„Für mich ist das eigentlich der Beweis dafür, dass wir diese Liebe, von der ich rede, so nötig brauchen.“

Quelle: evangelisch.de

Trailer zu Papst-Franziskus-Film: „Solange wie eine Kirche ihre Hoffnung darauf setzt, reich zu sein, ist Jesus nicht darin zu Hause“

Der Kinostart des Films „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ rückt mit großen Schritten näher. Nun ist der lange Trailer zum Film „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ erschienen, wie katholisch.de aktuell berichtet. Das Werk des deutschen Kult-Regisseurs Wim Wenders kommt am 14. Juni bundesweit in die Kinos. Seine Weltpremiere feiert der Film im Mai beim 71. Filmfestival in Cannes, wo er als „Special Sreening“ außerhalb des Wettbewerbs läuft.

In der Vorschau zum Film sagt Papst Franziskus u.a.:

„Solange wie eine Kirche ihre Hoffnung darauf setzt, reich zu sein, ist Jesus nicht darin zu Hause.“

Im Film „begleitet Wenders das Publikum auf einer persönlichen Reise mit Papst Franziskus“ ist in einer Pressemitteilung zum Film zu lesen. Im Zentrum des Porträts stünden die Gedanken des Papstes, alle ihm wichtigen Themen, aktuelle Fragen zu globalen Herausforderungen und sein Reformbestreben innerhalb der Kirche.

Das visuelle Konzept lasse den Zuschauer „mit dem Papst von Angesicht zu Angesicht sein“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. So entstünde ein Gespräch zwischen Franziskus und der Welt. Der Papst teile dabei seine Vision einer Kirche, die von tiefer Sorge um die Armen geprägt sei, spreche über Umweltfragen, soziale Gerechtigkeit und sein Engagement für Frieden an den Kriegsschauplätzen dieser Welt und zwischen den Weltreligionen.

Regisseur und Produzent Wim Wenders, der schon mehrfach für den Oscar nominiert war, ist unter anderem bekannt für den vielfach preisgekrönten Film „Buena Vista Social Club“ aus dem Jahr 1999. Der Filmemacher und Fotograf stammt aus einer katholischen Familie und wurde bereits mit mehreren theologischen Ehrendoktorwürden geehrt.

Zu seinen Glauben bekennt sich Wenders auch öffentlich und erzählte in mehreren Interviews von seiner Rückkehr zum christlichen Glauben. Heute bekennt er zum Beispiel:

„In meinem Leben ist die Bibel das wichtigste Buch.“

 

Hier der Trailer zum Wenders-Film über Papst Franziskus:

Autor und Pfarrer Christoph Kreitmeir: „Jesus ist Inspiration, Geistgeber, Kraft- und Energiequelle“

Das heutige Tagesevangelium kommt mit folgender Kernaussage Jesu daher:

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich ihn ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Unser geistlicher Begleiter, Christoph Kreitmeir legt das heutige Evangelium (Joh 15, 1-8) dahingehend aus, indem er auf die Diskrepanz verweist, dass der moderne Mensch heute ohne Selbstständigkeit schnell unter geht, gleichzeitig aber auf Gemeinschaft zutiefst angewiesen ist.

„Wer nur auf sich allein gestellt sein will, der muss es dann auch bald. Er wird nicht selten erfahren, dass er alleine ist und alleine bleibt.“

Mit Blick auf Jesu könne man auch kein „reiner Individualist“ sein.

„Um mit Jesus verbunden zu sein, braucht man ein persönliches Verhältnis zu ihm.“

Dadurch werde Jesus als Inspiration, Geistgeber, Kraft- und Energiequelle erfahrbar, wodurch „immer wieder etwas Neues, Gutes und Aufbauendes“ entstehe.

Die umfassende Auslegung gibt’s unter folgendem link:

christoph-kreitmeir.de

EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm: Religion lässt sich nicht in die Privatsphäre verbannen, sondern ist etwas Öffentliches

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sieht die Anbringung von Kreuzen in allen Behördengebäuden Bayerns positiv. Im Bayerischen Rundfunk zeigte sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) am vergangenen Dienstagabend erfreut darüber, „wenn Kreuze auch öffentlich sichtbar sind“.

Religion lasse sich nicht in die Privatsphäre „verbannen“, sondern sei „etwas Öffentliches“,

so Bedford-Strohm. Weiter betonte er, ein Kreuz an der Wand bedeute eine „Selbstverpflichtung“. Die Botschaft, die vom Kreuz ausgehe, stehe für Menschenwürde, Nächstenliebe und Humanität.

„Und das sind die Maßstäbe, an denen wir, jeder und jede von uns, uns messen lassen müssen, an denen aber auch politisches Handeln sich messen lassen muss.“

Zugleich warnte Bedford-Strohm davor, das Kreuz für Parteipolitik und Polemik zu missbrauchen. Eine Benachteiligung andere Religionen könne er durch den Beschluss nicht erkennen, sagte der EKD-Ratsvorsitzende. Humanität, für die das Kreuze stehe, bedeute auch Glaubens- und Religionsfreiheit.

Darüberhinaus rief Bedford-Strohm die Staatsregierung auf, dem christlichen Anspruch gerecht zu werden, insbesondere in der Flüchtlingsfrage. Dazu sagte der 58-jährige:

 „Das Entscheidende ist, dass das Kreuz nicht nur an der Wand hängt, sondern auch vom Inhalt her mit Leben erfüllt wird.“

Und weiter:

„Das heißt Feindesliebe, Einsatz für die Schwachen, universales Liebesgebot; also nicht die Benutzung des Kreuzes zur Abwehr gegen andere, sondern als Grundlage dafür, dass wir eine Verantwortung für alle Menschen haben.“

Quellen: tagespost.de und pro-medienmagazin.de

Pater Max Cappabianca: „In Berlin steht man als Christ nackt da“

Seit einem Jahr lebt Pater Max Cappabianca in Berlin. Nach zuvor zehn Jahren in Rom ist das Leben in der wenig christlichen Hauptstadt für den Dominikaner durchaus eine Herausforderung. Mit katholisch.de sprach der 46-jährige über den Glauben in Berlin. Er sieht die Situation nicht als Jammertal, sondern als Chance.

Es sei gar nicht so schwierig in Berlin Menschen für den Glauben zu interessieren. Dazu sagt Pater Cappabianca:

„Manchmal denke ich, dass es sogar leichter ist, unsere christliche Botschaft in einem so kirchenfernen und teilweise kirchenfeindlichen Umfeld glaubwürdig zu leben.“

Die Sicherheiten und Machtpolster, die die Kirche an anderen Regionen in Deutschland noch habe, gebe es in Berlin nicht, was er durchaus positiv bewertet. So sagt er:

„In Berlin steht man als Christ nackt da – und ich frage mich, ob das nicht viel eher unserem christlichen Selbstverständnis entspricht, als das machtvolle, barocke Christentum, wie ich es in Rom und teilweise auch im Nahen Osten erlebt habe.“

Und weiter:

„Aber keine Frage: Die Menschen in Berlin für den Glauben zu interessieren ist schon eine echte Herausforderung!“

Die Erfahrungen und Umgangsweisen mit der Situation in Berlin könnten zukünftig gar richtungsweisend für andere Bistümer in Deutschland sein, wenn es darum geht, dass eine kleine Kirche in einem zunehmend säkularen Umfeld und mit geringen finanziellen Mitteln ihren Platz in der Gesellschaft neu suchen muss.

Welche Rolle wollen und können wir als Kirche in einer weitgehend kirchenfernen Gesellschaft spielen? Welche alten Zöpfe müssen wir abschneiden, und wo sehen wir trotz schrumpfender Mittel Chancen für neues Wachstum? Das sind Fragen, mit denen wir in Berlin schon heute intensiv beschäftigt sind – und denen sich über kurz oder lang auch die anderen Bistümer stellen werden. Um es klar zu sagen: Ich sehe in dieser Entwicklung eine große Chance für die Kirche. Wir werden als Christen dadurch gezwungen, uns wieder stärker auf das Grundlegende unseres Glaubens zu konzentrieren – und das ist gut so.

In Berlin werde sich im kirchlichen Milieu heute bereist intensiv mit Fragen wie „Welche Rolle wollen und können wir als Kirche in einer weitgehend kirchenfernen Gesellschaft spielen? Welche alten Zöpfe müssen wir abschneiden, und wo sehen wir trotz schrumpfender Mittel Chancen für neues Wachstum?“. Diese Fragen werden über kurz oder lang auch immer relevanter für andere Bistümer in Deutschland, so Pater Max Cappabianca. Diesbezüglich resümiert er:

„Um es klar zu sagen: Ich sehe in dieser Entwicklung eine große Chance für die Kirche. Wir werden als Christen dadurch gezwungen, uns wieder stärker auf das Grundlegende unseres Glaubens zu konzentrieren – und das ist gut so.“

Das komplette Interview gibt’s unter katholisch.de

 

Im Fernsehen und auf youtube spricht Max Cappabianca über christliche Inhalte

Pfarrer Christoph Kreitmeir: „Unsere Welt lechzt nach Männern und Frauen mit der ‚Gute-Hirte-Qualität‘ von Jesus“

Auf katholisch.de legt unser geistlicher Begleiter Christoph Kreitmeir das heutige Sonntagsevangelium, die Rede Jesu vom guten Hirten (Joh 10, 11-18), in beeindruckender, auf das Hier und Jetzt bezogenen Weise aus und liefert unter dem Motto „Die Stimmen der guten Hirten“ einen nachdenkenswerten Impuls.

Unserer Zeit, in der sich immer mehr autoritäre Regierungschefs etablieren, die ihre Macht missbrauchen und tief liegende Ängste des Volkes manipulieren, sehne sich mehr als zutiefst nach Persönlichkeiten mit „Guter-Hirten-Qualität“, meint Christoph Kreitmeir:

„Unsere Welt, unsere Zeit lechzt nach Männern und Frauen mit dieser Gute-Hirte-Qualität, die aus Neigung, Interesse, Liebe und Hingabe handeln.“

Diese beeindruckenden Menschen, die, so Kreitmeir, nicht nur „ihre Gruppe“ kennen und vielmehr auf alle Menschen mit gutem Willen einwirken, gebe es. Nur werde ihre Stimme heute selten gehört! Anschließend benennt Kreitmeir einige dieser beeindruckenden Persönlichkeiten mit ‚Gute-Hirte-Qualität‘, deren Stimme, „die ihre Botschaft aus tieferen Quellen schöpft“, heute so notwendig gebraucht werde:

„Gautama Buddha, Jesus von Nazareth, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Mutter Teresa, der Dalai Lama, Rigoberta Menchu, Aung San Suu Kyi, Papst Franziskus und viele andere ‚gute Hirten und Hirtinnen‘ sind wie ein Medikament Gottes gegen Kleingeisterei, Machtmissbrauch und gefährliche Entwicklungen.“

Den kompletten Impuls von Christoph Kreitmeir zum Sonntagsevangelium gibt’s unter folgendem link:

katholisch.de

 

Mehr von und zu Christoph Kreimeir gibt’s unter christoph-kreitmeir.de

Margot Käßmann: „Vernunft ist ein besserer Ratgeber als Intoleranz, Facebook oder Twitter“

Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann hat bei einem Festvortrag zum 90. Geburtstag des Theologen Hans Küng in der Tübinger Universität dessen Lebensleistung gewürdigt und betont, dass er sie theologisch inspiriert habe. Der Wissenschaftler habe immer dazu gedrängt, ökumenisch zu denken. Dafür sprach sie Küng ihren Dank aus.

Auch zum Thema Gewalt und Religion äußerte sich die evangelische Theologin. Es sei absurd, alle Muslime in Deutschland mit religiös motivierten Gewalttätern gleichzusetzen, so Käßmann.

Vernunft sei immer ein besserer Ratgeber als Intoleranz, Facebook oder Twitter.

Gerade der Ton der Auseinandersetzung habe sich in den letzten Jahren verschärft.

„Der Ton ist wirklich ein Kulturverlust. Wenn mich einer anschreibt: ‚Du verfickte Kirchenziege‘, glaubt der, dass ich die E-Mail zu Ende lese?“

Sie sei aber dankbar, in Deutschland zu leben, weil es noch ein wirklich freies Land sei, so Margot Käßmann.

Quellen: katholisch.de und msn.com

Pfarrer Rainer Maria Schießler: Ökumenische Einheit wird an der Basis mit Selbstverständlichkeit gelebt

In nächster Zeit ist der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler Inder Fernsehserie „München Grill“ zu sehen. Darüber sowie über die Eucharistie für evangelische Ehepartner sprach er mit katholisch.de.

Ab dem 20. April wirkt Pfarrer Schießler in Franz Xaver Bogners sechsteiliger TV-Serie „München Grill“ mit. In der Serie um ein Lokal am Münchner Viktualienmarkt spielt der Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche sich selbst.

Die Kirche müsse sich diesbezüglich keine Sorgen machen, denn:

„Ich tue alles, um Kirche positiv zu verkaufen“,

so Schießler.

Weiter äußerte er sich auch zu dem nach Ostern bekanntgewordenen Briefs von sieben deutschen Bischöfe im Streit um den Kommunionempfang für evangelische Ehepartner. Franziskus habe im November 2015 alles dazu gesagt. Damals sei der Papst zu Gast in einer evangelischen Kirche in Rom gewesen, als eine mit einem Katholiken verheirateten Protestantin ihn fragte, ob sie zur Kommunion gehen dürfe: „Nicht ich entscheide, sondern Sie“, habe die Antwort gelautet. Außerdem wisse in den Gemeinden jeder, dass diese „ökumenische Einheit“ an der Basis „mit einer Selbstverständlichkeit“ gelebt werde.

Mehr dazu unter katholisch.de

Kind fragt Papst: „Mein Papa, der nicht gläubig war, ist gestorben. Ist er im Himmel?“

Beim Besuch der Pfarrei San Paolo dell Croce am vergangenen Sonntag kam ein kleiner Junge auf Papst Franziskus zu, der ihm weinend ins Ohr flüsterte, sein Vater, der nicht gläubig war, sei vor kurzem gestorben und er wüsste nicht, ob er im Himmel sei.

Der Junge hieß Emanuele und er war eines der Kinder, die auserwählt worden waren, dem Heiligen Vater bei seinem Besuch dieser römischen Pfarrei Fragen zu stellen.

Die ausführliche und zu Herzen gehende Antwort von Papst Franziskus gibt’s unter catholicnewsagency.com

 

Poetry-Slammerin Jana Highholder startet Youtube-Channel: „Mir geht es um ein christuszentriertes Leben“

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Mit dem Youtube-Kanal „Jana“ , der seit Freitag online ist, will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) künftig junge Leute erreichen, die nach dem Sinn des Lebens fragen. Die 19-jährige Poetryslammerin Jana Highholder lässt ihr Publikum dabei an ihrem Alltag als Slammerin, Medizinstudentin und Christin teilnehmen.

Wöchentlich spricht Jana Highholder über die kleinen und großen Ereignisse im Leben junger Menschen, über Liebe und über ihren Glauben. Dazu sagt sie:

„Gerade weil es in einer so schnelllebigen Welt gar nicht so einfach ist, etwas Beständiges zu finden, will ich zeigen, wie mich der Glauben trägt und mir im Leben hilft. Und ich will ständig im Dialog mit denen sein, die mir zuschauen.“

In ihrem Vorstellungsvideo auf ihrem Channel sagt sie:

„Der Glaube ist nicht Teil, sondern das Fundament meines Lebens.“

Der Glaube finde bei ihr jeden Tag statt und am Sonntag in besonderer Weise:

„Glaube findet statt, wenn wir Gottesdienste feiern, wenn wir Lieder singen und gemeinsam beten.“

Jana Highholder, die als Ohrenschmuck ein kleines Kreuz trägt, studiert im vierten Semester Humanmedizin an der Universität in Münster. In ihrer Heimatstadt Koblenz besuchte sie eine Freie evangelische Gemeinde, in Münster geht sie in die Calvary Chapel. Seit 2014 ist sie als Poetryslammerin im Land unterwegs.

Bereits sehr früh erhält sie eine existenzielle Perspektive auf das Laben, als sie bereits im Alter von 6 Jahren an Krebs erkrankt. Offen spricht sie auf ihrem Channel darüber (siehe Video unten). Dabei sagt die heute 19-jährige:

„Ich bin nicht dankbar dafür, dass ich Krebs hatte, sondern dankbar, was daraus geworden ist und was es mit mir gemacht hat.“

Und weiter:

„Ich habe ganz früh auf das Leben eine Perspektive bekommen, wie ich sie allen Menschen wünsche. Ob ich jeden Morgen aufwachen würde, war nie sicher. So war jeder Tag ein echtes Geschenk.“

Michael Müller hält in seinem Kommentar über Jana-Highholder’s Youtube-Channel im christlichen Medienmagazin Pro fest:

‚Sympathisch ist, dass sie nicht behauptet, die Wahrheit gepachtet zu haben, sondern gerne nur ihre persönliche Sicht schildern will. Hier soll niemand altklug belehrt werden. Highholder wünscht sich, dass die Videos wie ein persönliches Gespräch auf die Menschen wirken, die den Kanal besuchen. Sie spricht den Zuschauer direkt an, erzählt Geschichten vor der Kamera, als ob sie sich mit einem Freund oder einer Freundin unterhält.‘

Weiter bewundert er, dass die 19-jährige mit ihrem Auftritt auf Youtube ‚eben nicht insgeheim Kosmetikprodukte oder Kleidung bewerben, sondern offen den Menschen Jesus Christus näher bringen will‘.

Ihr Ziel ist es, Menschen ihren eigenen Glauben so zu erklären, dass er jeden erreichen kann. Dazu betont sie:

„Jesus ist die Wahrheit, der Weg und das Leben. Ich genieße es, in einer Welt, in der alles kurzweilig und schnelllebig ist, jemanden zu haben, der beständig ist.“

In den Videos gibt sie den Menschen auch ganz praktische Gedanken für den Alltag mit auf dem Weg, warum der Glaube an Gott gerade in der heutigen Zeit eine gute Antwort auf die Sinnsuche vieler ist. Ihre Vision dabei:

„Mir geht es um ein christuszentriertes Leben.“

Sie wünsche sich, dass bei der Internet-Gemeinschaft der christliche Glaube ins Gespräch komme.

Quellen: epd.de, pro-medienmagazin.de und idea.de

 

Heinrich Bedford-Strohm und Reinhard Kardinal Marx betonen zum Lebensschutz: Unser Leben ist ein Geschenk Gottes

In einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag in Trier zur Eröffnung der „Woche für das Leben“, die in diesem Jahr unter dem Motto „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Methoden der Pränataldiagnostik (Erkennen von Krankheiten und Missbildungen eines Kindes vor der Geburt) einlädt, sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm:

„Als Christen glauben wir, dass uns das Leben von Gott geschenkt ist. Deswegen hat der Schutz dieses Lebens einen so großen Stellenwert für uns.“

Der Mensch hat schon vor seiner Geburt eine unverfügbare Würde,  betonte Heinrich Bedford-Strohm. Und weiter:

„Auch vorgeburtliches Leben ist einbezogen in den Schutzraum, der durch die Menschenwürde gegeben ist.“

Er beobachte, dass Eltern sich heute zum Teil rechtfertigen müssten, wenn sie ein behindertes Kind zur Welt bringen wollten. Sie seien zunehmend mit einer Mentalität konfrontiert, die nur gesunden Embryonen das Recht auf Leben zugestehe. Das widerspreche der biblischen Botschaft:

„Jeder Mensch besitzt vor Gott einen eigenen Wert.“

In Jesus Christus gründe die Gewissheit, dass die Menschenwürde unverletzlich sei.

Die vorgeburtliche Diagnostik sei, so Bedford-Strohm, zuallererst dem Leben verpflichtet. Sie solle „die medizinischen Risiken für die Frau und das werdende Leben begrenzen“. Dadurch könnten aber auch für die Eltern schwierige Konfliktsituationen entstehen, etwa wenn sich schwere Schädigungen bei dem Embryo abzeichneten. In der heutigen Gesellschaft sei man gewohnt, aus den vielen Optionen das auszusuchen, was einem am ehesten entspreche:

„Es muss klar sein, dass beim Umgang mit menschlichem Leben etwas anderes gilt. Die Achtung vor der unverfügbaren Würde menschlichen Lebens muss die Grundlage und Grenze sein, auf der wir unsere Entscheidungen in den damit zusammenhängenden Fragen treffen.“

Die „Woche für das Leben“ ist seit 1994 eine ökumenische Aktion für den Schutz und die Würde des Menschen vom Anfang bis zum Ende des Lebens.

Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte in seiner Predigt, dass eine Grundhaltung von Zuversicht, Hoffnung und Liebe in jeder Schwangerschaft nötig sei und betonte:

„Als Christen können wir darauf hoffen und vertrauen, dass Gott das Leben schützt und liebt. Denn Gott sagt bedingungslos Ja zum Menschen.“

Bei Gott seien alle Menschen gleichermaßen wertvoll. Dazu betonte er mit Blick auf die Haltung der Gesellschaft:

„Wenn das Jawort zum Leben nicht mehr gilt als Respekt vor allen Menschen, geht es an die Fundamente unserer Gesellschaft.“

Und weiter:

„Wir sind dankbar für alle Zeugnisse von Eltern, denen das Ja zum Leben ihres Kindes einiges abverlangt und die dennoch versuchen, mutig und zuversichtlich in die Zukunft zu gehen.“

Quelle: idea.de und pro-medienmagazin.de

Katholische Bischöfe laden Muslime zu Gebet und Gespräch ein und evangelischer Bischof Dröge ruft zu sachlicher Diskussion über den Islam auf

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Die deutschen Bischöfe wollen künftig besser mit den Muslimen im Land ins Gespräch kommen und mit einem neuen Gesprächsformat den Dialog zwischen Christen und Muslimen fördern. Dazu organisierten die katholischen Bischöfe am Freitag in Frankfurt einen Empfang für 100 geladene Gäste.

Zu den Gästen zählten die Vorsitzenden der Deutschen Muslim-Liga und des Islamrats sowie der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland, außerdem die hessischen Landesvorsitzenden des Verbandes Islamischer Kulturzentren, des deutsch-türkischen Moscheeverbands Ditib, des Zentralrats der Muslime in Deutschland, der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken und des Geistlichen Rats der Alevitischen Gemeinde Hessen.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing hielt zu Beginn dieses richtungsweisenden Treffens fest:

„Wir kommen als Christen unterschiedlicher Konfessionen und als Muslime verschiedener religiöser, nationaler und kultureller Zugehörigkeiten erstmals in dieser Form zusammen.“

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) wolle damit „ein Zeichen setzen für die Bedeutung des christlich-islamischen Dialogs und dies mit einem theologischen Gesprächsimpuls verbinden“. Bätzing sagte weiter, der Empfang verstehe sich auch als ein Signal für den christlich-islamischen Dialog. Anlässlich des katholischen Festtags der „Verkündigung des Herrn“ verwies Bätzing auf zwischen den Religionen bestehende Gemeinsamkeiten und betonte:

„Auch die Muslime verehren sowohl Maria als auch ihren Sohn Jesus; auch der Islam kennt den Engel Gabriel als Boten Gottes.“

Die Veranstaltung begann am Freitagnachmittag mit einer Vesper im Frankfurter Kaiserdom, bei der Christen und Muslime zusammen Psalmen beteten. Darauf folgte der Empfang im Tagungszentrum Haus am Dom. Dabei sagte der Jesuit und Islamwissenschaftler Felix Körner von der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, Christen und Muslime könnten von den jeweils anderen „geistlichen Traditionen“ lernen.

„Ich freue mich, dass mit den Muslimen zu uns auch ‚der Islam‘ mit seinen verschiedenen geistlichen Traditionen gekommen ist“,

so Körner in seinem Festvortrag. Er könne sich „ein Zusammenleben vorstellen, das von geistlichen Zentren verschiedener Religionen inspiriert ist“. Diese müssten „gut ausgebildete Begleiter“ haben, damit sie „sich nicht als manipulative Gurus aufspielen“.

Zugleich kritisierte der Jesuit „hochbürokratische Institutionen unseres Glaubens“, in denen „die Herzensbildung aus dem Glauben“ vergessen zu gehen drohe. „Wir bauen unsere Religionen wie Behörden auf. Wir haben Kanzeln fürs Predigen und Netzwerke fürs soziale Engagement, wir haben Einrichtungen für theologische Forschung und Lehre“, sagte Körner. Darüber habe man möglicherweise „Orte der religiösen Erfahrung“ wie geistliche Zentren, Klöster und Exerzitienhäuser vernachlässigt, so der Professor für Dogmatik und Theologie der Religionen.

Imtiaz Ahmad Shaheen, islamischer Theologe und Imam der Nuur Moschee der Ahmadiyya in Frankfurt, wertete das Treffen gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) als positives Zeichen „gerade in Anbetracht der religiösen Unwissenheit und Islamfeindlichkeit, die derzeit in der Gesellschaft herrschen und die zu Spaltungen führen“. Er hoffe, dass der Empfang „keine einmalige Veranstaltung“ gewesen sei.

Quelle: katholisch.de

 

Auch der evangelische Bischof Markus Dröge erhofft sich für die Zukunft einen differenzierteren Dialog über den Islam und kritisierte die Diskussion über die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört. Die inzwischen sieben Jahre andauernde Debatte zeige,

„wie schwierig, aber oft auch zu pauschal und undifferenziert die Diskussionslage in unserem Land inzwischen geworden ist“,

sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz laut Redemanuskript auf der Tagung der Landessynode am Freitag in Berlin. Die Debatte „polarisiert nur und heizt Emotionen weiter an“, sagte Dröge.

„Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, ja oder nein, trägt nichts zum Religionsfrieden in unserem Land bei“,

unterstrich Dröge. Wichtig sei vielmehr,

„sachlich die Probleme zu benennen, die noch nicht gelöst sind, und gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen“.

Es sei jedoch auch notwendig, vor den Gefahren des Islamismus zu warnen und nicht akzeptable Tendenzen innerhalb gewisser muslimischer Traditionen klar zu benennen, betonte Dröge: „Ich denke an das Verbot, vom Islam zu anderen Religionen zu konvertieren, den Wunsch nach einem alternativen parallelen Rechtssystem oder die Ablehnung einer rechtlichen Gleichstellung der Geschlechter.“ Wo solche Vorstellungen im Raum stünden, sei es nicht leicht, einen tiefer gehenden Dialog zu führen.

„Muslime, die in unserem Land leben, brauchen Imame, die in Deutschland ausgebildet worden sind, um als Muslime in unserem Land wirklich heimisch werden zu können“,

sagte Dröge weiter. Dass es bei der Gründung einer Einrichtung für islamische Theologie an der Berliner Humboldt-Universität derzeit Schwierigkeiten gebe, sei bedauerlich. Er hoffe, dass dennoch weiter nach einem Weg für eine wissenschaftliche theologische Islam-Ausbildung an der Humboldt-Universität gesucht werde.

Artikel von evangelisch.de

Katholischer Theologe Johannes Hartl: „Für Evangelisation braucht es Einheit“

Die Einheit der Christen ist eine Voraussetzung für gelingende Evangelisation. Darüber diskutierte der katholische Theologe und Gründer des gebetshauses Augsburg Johannes Hartl auf dem Festival Spring mit dem Leiter von Campus für Christus Schweiz, Andreas Boppart. Darüber berichtete aktuell das christliche Magazin Livenet.

Sowohl Hartl als auch sein evangelischer Kollege Andreas Boppart müssen mit Vorbehalten bezüglich der offensiven ökumenischen Öffnung leben.

Johannes Hartl sagte, dass er gar nicht vorhabe „Menschen katholisch zu machen“, sondern:

„Ich will Menschen für Jesus begeistern.“

Er verglich die Christen in Deutschland mit Fussballspielern, die nicht wüssten, dass sie in der gleichen Mannschaft spielen. Weiter betonte der 38-jährige:

„Die verschwenden jede Menge Energie, weil sie nicht wissen, dass sie das gleiche Tor, also das gleiche Ziel, haben.“

Dieses Ziel sei, dass Menschen Jesus Christus kennenlernen. Dazu erklärte er weiter:

„Wer das will, gehört offensichtlich mit mir in ein Team. Man kann dann immer noch sagen: ‚Dein Style gefällt mir nicht‘. Man muss nicht in allem übereinstimmen, wenn man das gleiche Tor hat!“

Er wolle damit nicht sagen, dass alle lehrmässigen Unterschiede zwischen den Konfessionen irrelevant seien. Aber:

„Du kannst einen Menschen lieben, obwohl du nicht in allem mit ihm übereinstimmst.“

Der Theologe äußerte den Wunsch, dass Christen aufhören, gegeneinander zu spielen, und ging dabei besonders auf die Debattenkultur im Internet ein und sagte:

„Es ist faszinierend zu sehen, mit welchem Eifer Menschen Zeit und Ressourcen verschwenden, um Menschen zu bekämpfen, die grundsätzlich das gleiche wollen.“

Doch ein jeder Christ müsse bedenken:

„Es gibt Menschen, die Jesus total lieben und die Bibel hervorragend kennen, und die trotzdem anders denken als du!“

Hartl bedauerte, dass es Christen oft so schwer falle, Christus in ihrem Gegenüber zu erkennen. In seiner Wahrnehmung schrecke Uneinigkeit auch Menschen von außen ab, die noch keine Christen sind.

Im Reich Gottes solle es eine Kultur der authentischen Wertschätzung geben. Dazu gab er zu bedenken:

„Wenn wir das nicht schaffen, wie sollen dann Menschen, für die Jesus gekommen und gestorben ist, jemals auf die Idee kommen, dass bei uns der Ort der Annahme zu finden ist?“

Die Menschen seien Jesus in Scharen nachgelaufen, weil er eine ansteckende Liebe ausgestrahlt habe.

Quelle: livenet.de

Alt Abtprimas Notker Wolf: „Bei Jesus ging es um den freien selbstständigen Menschen“

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Alt Abtprimas Notker Wolf war Referent am vierten Forum Christlicher Unternehmer. Im Interview mit Georges Scherrer sprach er u. a. darüber, was weltliche Unternehmer von Jesus Christus lernen können.

Auf die Frage, was Jesus, der kein Unternehmen gegründet habe, so gut gemacht habe, dass er heute zu einem weltweit getragenen Label geworden ist, antwortet der Benediktinermönch u. a.:

„Es ging ihm (Jesus) um den Menschen. Und auch um die Grundehrlichkeit. (…) Bei Jesus ging es um den freien selbstständigen Menschen. Er wollte den Menschen wieder zu seiner Freiheit befreien, zur rechten Wahrnehmung der Freiheit.“

Dies sei „bis zum heutigen Tag“ auch ein Problem der Wirtschaft, so Notker Wolf mit Verweis an den Finanzcrash im Jahr 2008. Weiter sagt er dazu:

„Diese Leute haben sich wie kleine Kinder benommen. Diese Gier war völlig unkontrolliert. Sie sind wie die Lemminge alle in dieselbe Richtung gerannt. Ich vermisse bei ihnen jede Reflexion.“

Auch ein weltliches Wirtschaftsunternehmen kann nach Überzeugung von Notker Wolf christlich am Markt agieren. Dazu sagt er:

„Ein weltliches Unternehmen kann auch sehr christlich handeln. Es hängt vom Unternehmer ab, ob er ein Verantwortungsbewusstsein für die Bevölkerung, für die Region zeigt, ob er sich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzt und auch dafür, dass ein ordentliches Klima im Betrieb herrscht. Dass alles ehrlich abläuft.“

Und weiter:

„Ein Christ hat den Impuls, dass er es eigentlich tun müsste.“

Bei der Frage, ob die christlichen Werte in der Wirtschaft noch zum Tragen kommen, äußert Wolf, dass er das nicht wisse. Er zieht aber da die Trennlinie, wo Manager und Unternehmer der Frage nachgehen ‚Wozu das Ganze?‘ und infolgedessen bereit sind, etwas abzugeben. Aber auch dann stelle sich wieder ein Problem:

„Das Problem liegt aber darin, dass diese Herren dann immer bestimmen wollen, was mit ihrem Geld geschieht, und nicht sagen: Wir wollen ein Gremium, das bestimmt.“

So würden eigene Stiftungen gegründet, infolgedessen das Geld schlussendlich wieder beim Unternehmer bleibe. So schätze er zwar den Einsatz des Microsoft-Gründer und Mäzen Bill Gates. Dabei gibt Notker Wolf aber gleichzeitig zu bedenken, dass Gates aber selber wieder bestimme, wo sein Geld eingesetzt wird und so an seiner Macht festhalte. Dabei fügt der Benediktinermönch an:

„Ein christlicher Wert ist auch die Demut.“

Ein Unternehmer müsse erkennen, „dass er nicht allein auf der Welt ist“ und „auch nicht der einzig Kluge“ sei. Er solle die anderen mit einbinden. Dabei verweist Wolf auf den heiligen Benedikt, der sagte:

„Tu nichts ohne Rat, dann brauchst du hinterher nichts zu bereuen.“

Diesen Rat ernst zu nehmen, sei keine Selbstverständlichkeit, wäre aber eine Präventivmaßnahme vor Unternehmenspleiten.

Überdies äußerte sich Notker Wolf dazu, wo er sich zuhause fühle, verweist er zum einen auf sein Zuhause im Kloster sowie auf das gemeinsame Beten. Und weiter:

„Für mich ist zuhause, wo Jesus Christus auch ist.“

Quelle: livenet.de

Papst Franziskus gibt der Elektro-Rennserie Formel E seinen Segen

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Drei Tage vor dem ersten E-Rennen auf den Straßen von Rom hat Papst Franziskus ein elektrisches Rennauto der Serie Formel E gesegnet. Vom Vatikan veröffentlichte Fotos zeigten den Pontifex am Mittwoch vor seiner Residenz mit dem grau-blauen Fahrzeug. Die Elektrorennserie gastiert am Samstag in der italienischen Hauptstadt, wo die Fahrer auf einem 2,8 Kilometer langen Straßenkurs gegeneinander antreten.

Ende 2017 hatte der Papst bereits ein in den Vatikanfarben Weiß und Gelb lackiertes Unikat aus der italienischen Sportwagenschmiede Lamborghini gesegnet. Der Pontifex nahm den PS-Boliden vom Typ Huracán aber nicht in seinen Fuhrpark auf, stattdessen soll das Auto im Mai zugunsten von Wohltätigkeitsprojekten versteigert werden. In der Vergangenheit wurde Franziskus auch schon mit einer Harley Davidson bedacht, die ebenfalls für karitative Zwecke unter den Hammer kam.

Pfarrer Christoph Kreitmeir: „Viele Menschen finden sich im ‚ungläubigen Thomas‘ wieder“

In seiner Predigt zum Sonntagsevangelium (Joh 20, 19 – 31) interpretiert Autor und Seelsorger Christoph Kreitmeir am 2. Sonntag nach Ostern die Gedanken von Thomas, dem Protagonisten im gestrigen Evangelium, der nicht an die Auferstehung Jesu glauben konnte, und überträgt die Geschehnisse von damals auf die Lebenssituation vieler Menschen heute.

So wie Thomas gehe es auch unzähligen Trauernden heute, die das Liebste verloren haben, so Kreitmeir. Weiter führt er dazu aus:

„So finden sich viele Menschen vielleicht in Thomas aus dem heutigen Evangelium wieder, der nicht glauben konnte oder wollte, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, wenn ihm nicht ein handfester Beweis geboten würde.“

Wie es uns heute in einem Land, in dem, Umfrageergebnissen zufolge, der Glaube an die Auferstehung sehr schwach ist, gelingen kann, diese Sperre zu überwinden und sich auf die Haltung Jesu

„Selig, die nicht sehen und doch glauben“

einzulassen, erläuterte Christoph Kreitmeir in seiner gestrigen Predigt, beeindruckend und kurzweilig.

Die zum Nach- und Weiterdenken anregende Predigt gibt’s unter folgendem link

christoph-kreitmeir.de

 

Viel Freude und gute Gedanken beim Lesen wünscht das PromisGlauben-Team!!

Christoph Kreitmeir ist geistlicher Begleiter von PromisGlauben.

Papst Franziskus: Ostern ist Glaube gegen „erdrückende Routine“

Papst Franziskus hat am Samstagabend die Osternachtsfeier im Petersdom gefeiert. Er nutzte die Messe auch, um die „verwirrten“ und „erstarrten“ Menschen aus ihrer Lähmung zu reißen. Darüber berichtete katholisch.de wie folgt.

Papst Franziskus hat in der Osternacht zu mehr Engagement gegen Ungerechtigkeit aufgerufen. In der Liturgie im Petersdom in Rom prangerte er am Samstagabend die Gleichgültigkeit und Antriebslosigkeit der Menschen an. Ostern sei eine Einladung,

„mit eintönigen Angewohnheiten zu brechen, unser Leben, unsere Entscheidungen und unsere Existenz zu erneuern“,

sagte Franziskus vor tausenden Gläubigen.

„Es ist der Jünger von heute, der in Anbetracht einer Wirklichkeit verstummt ist, die (…) glauben macht, dass man nichts tun kann, um so viele Ungerechtigkeiten zu überwinden, die viele unserer Brüder in ihrem Fleisch durchleben“,

fuhr er fort. Der „verwirrte Jünger“ sei in einer „erdrückenden Routine eingetaucht, die ihn des Gedächtnisses beraubt“, so der 81 Jahre alte Papst.

Das leere Grab des Ostermorgens „will aufrütteln, uns ermuntern zu glauben und Zuversicht zu haben“, dass Gott überall und zu jedem Menschen „Zugang findet“, sagte Franziskus.

„Ostern feiern bedeutet, erneut zu glauben, dass Gott einbricht (…), indem er unseren einförmigen und lähmenden Determinismus herausfordert.“

Quelle: katholisch.de und bild.de

Pater Dr. Peter Uzor zu Ostern: „Der wesentliche Unterschied zwischen Glauben und Atheismus ist die Geduld“

Unser geistlicher Begleiter Pater Dr. Peter Uzor aus Nigeria, den die Zeitung Die Welt als „froher Pfarrer in Bayern“ betitelte, ist Gemeindepfarrer in der Diaspora im nördlichen Franken in der Pfarrei St. Otto Ebersdorf bei Coburg. In der Osternacht hielt er eine grandiose Predigt zur Bedeutung von Ostern, die unter dem Thema stand:

„Osternacht heißt Geduld haben mit Gott.“

Kurzweilig und prägnant formulierte Pater Peter seine Gedanken zur Osternacht. Die Menschen, die sich auf den Weg in die Osternacht im Örtchen Sonnefeld bei Coburg machten, waren sichtlich berührt von seinen Worten, darunter auch Bürgermeister Michael Keilich.

Pater Peter stellte uns von PromisGlauben seine bedenkenswerten Worte zur Osternacht zur Verfügung.

Hier ist die Predigt im Wortlaut:

„Ostern wächst aus der Nacht. Aus der Grauzone zwischen Gestern und Morgen. Es ist Nacht, wenn wir uns treffen. Wieder einmal: Stille Nacht, heilige Nacht. Damals, als Jesus geboren wurde: das Licht der Völker, das Kind auf Stroh gebettet – da war es auch Nacht. Und in der Krippe war schon das Kreuz angedeutet. Und wer hätte damals geahnt, wie es enden würde – mit diesem Kind?

Wieder ist es Nacht. Und ich muss mir immer und immer wieder die Augen reiben, muss meine Ohren scharf stellen. Denn: Nach dem ersten Augenschein ist da eine große Leere. Das Kreuz ist weg. Der Stein ist weg, aber was der Stein frei gibt, ist ein einziges großes Fragezeichen:

ER ist nicht da! Das Grab – leer. Wohin meine Sehnsucht auch Ausschau hält – nichts.

ER ist weg! Über alle Berge – oder: Weiß der Himmel, wohin!

Die einen sehen rot, die anderen schwarz.

Die einen sehen Engel, die anderen sehen nichts.

Und die drei Frauen, die aufbrechen, um dem Toten eine letzte Ehre zu erweisen, kommen mit dem Schrecken davon.

Ostern ist zunächst einmal die Konfrontation mit der Nacht der Leere, der Abwesenheit.

ER ist nicht mehr da. Da, wo du ihn vermutet hattest: im Grab. Nur du bist da – mit deiner Hoffnung, deiner Sehnsucht, deinen Tränen und deinen Träumen.

Hätte, wäre, könnte, sollte, müsste… Alle Möglichkeitsformen zerplatzen wie Seifenblasen, alle Denkansätze verirren sich im Niemandsland. Und alle Worte – noch nie gehört – klingen wie aus einer anderen Welt herüber:

Auferstanden – Voraus sein – Wiedersehen in Galiläa.

Worthüllen wie aus einer anderen Welt. An Ostern ist das Grab leer – und es endet für Viele die schöne Geschichte mit diesem Jesus aus Nazareth.

Tot, mausetot. Ende und Aus.

Es scheint auch das Aus für Gott zu sein. Für Viele ist er abwesend, nicht erst seit Karfreitag.

„Selten weist etwas so stark auf Gott hin und ruft so dringend nach Gott, wie gerade das Erleben seiner Abwesenheit!“

Dieser Gedanke des tschechischen Theologen Tomas Halik hat mich aus meiner Nachtversunkenheit angeblitzt:

Ob da was dran ist, frag ich mich, frag ich Sie?

Wenn jemand weg ist, den ich mag, den ich schätze, den ich liebe, dann … ja, dann vermisse ich ihn und spüre oft erst, was mir jemand bedeutet.

Aber Gott? Wer vermisst Gott? Wem fehlt etwas in seinem Leben, wenn ER fehlt? Ihnen, dir, mir?

Oder vermissen Sie ihn nur, wenn Sie nicht weiterwissen, wenn Krankheit, Schuld, Schicksalsschläge oder Tod Sie aus der Bahn werfen?

Erleben Sie Gott auch oft so abwesend? Ist er für Sie auch oft so fern? Stehen Sie oft ratlos vor der Leere?

Fragen über Fragen: Ostern stellt Fragen, stellt manches in Frage: Allen voran – diese:

„Wo bist du, Gott? Bist du? Warst du – wirst du sein? Werde ich sein? Wird es wahr sein?

Aber auch dies spüre ich: Ich suche dich, Gott. Im Schweigen und Rufen. Seitdem du mich berührt hast, bin ich wund nach dir. Du fehlst mir.

Ohne dich bin ich nicht ganz. Bist du denn ganz – ohne mich?

Da kommen die Frauen zum Grab. Sie suchen im Rahmen ihres Erfahrungshorizontes. Sie suchen, weil auch sie wund sind – vor Liebe. Und weil Liebe doch nicht aufgibt, sich nicht einfach mit den Fakten zufrieden gibt, oder?

Wie so viele Angehörige von Opfern suchen auch sie den Ort auf, wo sie die verlorene Hoffnung vermuten …

Festhalten am Bekannten, Vertrauten – woran auch sonst?

Aber immerhin: Sie machen sich auf! Sie gehen los.

Es ist noch sehr früh. An der Sollbruchstelle zwischen alter Nacht und neuem Tag könnte allein der Grabstein ein Problem darstellen. Bei genauerem Hinschauen ist dies aber gar nicht das Problem. Die ‚wunde Stelle‘ ist eine andere:

Der wesentliche Unterschied zwischen Glauben und Atheismus ist die Geduld! Der Ungläubige sieht die Leere und schließt voreilig daraus, dass Gott nicht da ist. Der Glaubende wartet und harrt aus und hat Geduld mit Gott!“,

sagt wieder Thomas Halik.

Ich reibe mir die Augen, ich befeuere mein Herz, mein Gehörgang ist offen:

Ostern feiern – hieße vor allem dies: Geduld haben … mit Gott?

Ausharren, sehnsüchtig bleiben, dran bleiben, sich ausstrecken und – erwarten.

Vielleicht ist dies ja genau der Raum, in dem Gott auf mich wartet, sich zu mir hin ausstreckt – und mit Geduld auf mich wartet.

Ostern wird nicht von jetzt auf gleich. Aber es wird!

Die Botschaft hör ich wohl: Er lebt – er geht voraus nach Galiläa – es gibt ein Wiedersehen … Halleluja Jesus lebt!

Aber – da muss ich erst einmal hinkommen, mit all meiner Trägheit, meinem Zweifel, meinem Erschrecken.

Sitzenbleiben ist allerdings keine österliche Alternative.

Die Menschen der Osterevangelien kommen auf einmal in Fahrt. Da springt man auf, da läuft man los – als wäre auf einmal ein Schalter umgelegt.

Also nicht: Bitte warten Sie! Sondern: Bitte erwarten Sie!

Bitte haben Sie Geduld mit Gott.

Bitte haben Sie Geduld mit Erfahrungen mit Gott.

Bitte bleiben Sie dran, legen Sie nicht auf: Nicht so schnell –

Glaube ist ein Weg und kein Haus.

Und: Bitte, Gott – hab auch Geduld mit uns. Wir haben es so eilig, wir wollen schnelle Erfolge, wir können’s kaum erwarten.

Für diese Nacht:

Du bist, und ich werde.

Du lebst, und auch ich werde das erleben.“

 

 

Wolfgang Büscher, der für die Welt, wie anfangs erwähnt, Pater Peter porträtierte, beschloss seinen Artikel mit den Worten:

Ein erstaunlicher Mann.

In diesem Artikel beschreibt Pater Peter u. a., wie das Zusammenleben zwischen Muslimen und Christen in Nigeria funktioniert, gibt eine allzu naive Haltung diesbezüglich zu bedenken und beschreibt sein Ankommen in Deutschland wie folgt:

„Als ich verstand, die Deutschen sind, auch wenn sie ihren Kant und ihren Heidegger nicht mehr kennen, dennoch in ihrem Tun und Denken kantianisch, sie sind – wieder fällt er ins Englische – ‚heideggerian‘, da war ich in Deutschland angekommen.“

Den kompletten, sehr lesenswerten Artikel mit dem Titel „Pater Peter aus Nigeria, froher Pfarrer in Bayern“ gibt’s unter:

welt.de

Autor und Seelsorger Christoph Kreitmeir geht der Frage nach: „Gibt es eine Auferstehung?“

Autor und Klinikseelsorger Christoph Kreitmeir führte eine Begebenheit in seinem seelsorgerlichen Wirken erschütternd klar vor Augen, wie weit weg die österliche Hoffnung im Denken der Menschen in unseren Breitengraden heutzutage ist. An Stelle von Ostern ist vielfach im Sinne einer „Das ist halt so“-Mentalität eine schlicht hingenommene Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit getreten, die Kreitmeir so sehr irritierte, dass er auf der Startseite seiner Homepage der Frage „Gibt es eine Auferstehung?“ nachging. Dort schreibt er:

„Nach einer wirklich schönen Palmsonntagsmesse in der Klinikkapelle im Klinikum Ingolstadt und anschließenden Krankenkommunionen auf den Krankenstationen erlebte ich eine Ernüchterung in der Geriatrie, wo ich bei 20 halbwegs fitten SeniorInnen wie jeden Sonntag eine Wortgottesfeier hatte. Ich erklärte den GottesdienstbesucherInnen den Ablauf der Karwoche und fragte dann, wer denn an ein Leben nach dem Tod glaube? 12 verneinten es und ich musste meinen Schock darüber zurückhalten.“

Ernüchternd stellt Kreitmeir fest, dass „das Gift des Zweifels“ bei den alten Menschen angekommen ist. Voller Hoffnung führt er fort:

„Falls ich alt werden sollte, dann möchte ich noch mehr glauben als ich es jetzt schon tue.“

Sein Erlebnis hat er dann per WhatsApp an verschiedene Bekannte und Freunde weitergeleitet. Verschiedene Antworten, die er erhielt, machte er nun auf seiner Webseite öffentlich. In den veröffentlichten zehn Aussagen spiegelt sich die Sorge Kreitmeirs wieder. So ist u. a. zu lesen:

„Ich kenne Dein Erschrecken! Und ich teile Deinen Wunsch nach einem festeren Glauben, einer immer intensiveren Gottesbeziehung. Und ich hoffe immer, dass unser Bemühen darum – zusammen mit Gottes Gnade – uns vor dem großen Zweifel bewahren kann. Damit wir im letzten Augenblick ein großes „Ja“, einen übergroßen Dank (wie z.B. die Hl.Klara) oder ein „in deine Hände …“ sprechen können.“

Ein anderer schreibt:

„Puh, das ist hart. (…) Ich sage dir, ich möchte lieber früh sterben, dafür mit aller Hoffnung und allem Glauben an Jesus und die Ewigkeit, als 80 werden und nur noch an meinen Trinknapf zu denken.“

Ein weiterer Kommentar teilt seine Gefühle wie folgt mit:

„Das ist wirklich erschreckend. Dabei wäre es so einfach. Einfach sich trauen und auf seine innere Stimme hören.“

Christoph Kreitmeir selbst schreibt im Anschluss von einem Zeugen der Auferstehungshoffnung. Dazu führte er aus, dass der ihm bekannte Bernhard M. vor einiger Zeit eine Krebsdiagnose bekam. In dieser Zeit schuf er eine besondere „Pieta“, also die Darstellung von Maria, die ihren toten Sohn im Schoß liebevoll trägt. Dieses Kunstwerk ist auf der Startseite der Homepage von Christoph Kreitmeir mit einer Beschreibung von Bernhard M. zu bestaunen.

Überdies schrieb Bernhard M.:

Seit ich mit der Krebsdiagnose lebe, habe ich eine direktere Beziehung zum Sterben entwickelt: Nicht alle Menschen sterben nach langer, schwerer Krankheit unter körperlichen Schmerzen. Doch die meisten Menschen, insbesondere in den christlichen Ländern haben Angst vor dem Tod, weil ihm etwas Schreckhaftes anhaftet.“

Weiter stellt Bernhard M. die Frage „Warum eigentlich?“ und teilt seine Gedanken dazu wie folgt mit:

Treffen wir nicht dort unsere Lieben, die uns vorausgegangen sind?

Ist dieser Ort nicht dort, wo auch wir sind, nämlich hier? Wir sind umgeben von der Welt des Geistes und haben diese schon oft wahrgenommen, zumindest als wir noch im Kindesalter waren, aber auch als Erwachsene, wenn wir achtgegeben haben. Wir haben uns ihrer bedient, haben sie wie oft gefühlt und angenommen oder ignoriert – im Guten wie auch im Bösen. Glauben, so habe ich vor wenigen Tagen gelesen, heißt, Erkenntnisse, die ich gewonnen habe, anerkennen.“

Bernhard M. führt mit Blick auf das Osterfest fort:

In wenigen Tagen singen die Menschen wieder wie alle Jahre in den Kirchen aus vollen Herzen: Der Tod hat keinen Stachel mehr, Halleluja! Gerade das müsste doch uns Christen mit Blick auf den Tod zuversichtlich stimmen, mit Freude auf das Kommende zugehen lassen, Schmerz und Trauer, so auch bei den Hinterbliebenen, besänftigen.“

Und beschließt seine Gedanken mit folgenden Worten:

Vor vielen Jahren besuchte ich Südkorea. Bei einer Fahrt durch die Straßen begegnete uns ein Fahrzeug mit ca. 10-15 Personen hinten auf der Ladepritsche auf Bänken sitzend. Alle waren weiß gekleidet und schienen in freudiger Stimmung zu sein. Schaut – eine Hochzeit! Nein, erklärte uns unsere koreanische Reiseleiterin. Diese Menschen fahren zu einer Beerdigung. Haben diese denn einen anderen Gott?“

Diesem Zeugen der Auferstehungshoffnung glaubt Christoph Kreitmeir. Der Tod muss nicht das letzte Wort haben.

 

Mehr geistliche Impulse gibt’s unter christoph-kreitmeir.de

Anselm Grün hält Bischöfinnen und Päpstin für möglich: „Der Kirche dürfen Frauen nicht verloren gehen“

Der Benediktinermönch und Bestseller-Autor Anselm Grün sagte in einem aktuellen Interview mit der Augsburger Allgemeinen, dass er keine theologischen Gründe gegen Priesterinnen, Bischöfinnen oder eine Päpstin sehe.

„Nur: Hier geht es um geschichtliche Prozesse. So etwas braucht Zeit“,

so Anselm Grün weiter. Der erste Schritt müsse sein, dass Frauen zu Diakoninnen geweiht würden. Denn:

„Der Kirche dürfen die Frauen nicht verloren gehen!“

Auch gegen die Abschaffung des Zölibats gebe es keine theologischen Gründe, so der Münsterschwarzacher Benediktiner. Deshalb müsse die verpflichtende Ehelosigkeit für Priester jedem freigestellt werden.

Weiter bekennt sich Anselm Grün als „Pro Pope Francis“-Unterstützer. Seine Unterstützung der Unterschriftenaktion „Pro Pope Francis“ begründete Grün mit „sehr konservativen Kreisen“ in Rom, die Papst Franziskus blockierten.

„Er (Papst Franziskus) würde mit seinen Reformen bestimmt weitergehen wollen, will aber auch eine Kirchenspaltung nicht provozieren.“

Allein durch seine Sprache habe der Papst einen neuen Geist in die Kirche gebracht, so Grün weiter. „Unter seinen Vorgängern Johannes Paul II. und Benedikt XVI. wurden Priester oft anonym angeschwärzt.“ Dieses Denunziationssystem gebe es nicht mehr. Der Benediktinerpater betont:

„Innerhalb der Kirche wird gerade ein neues Miteinander im Glauben gelernt.“

Überdies äußerte sich Anselm Grün auch zur Brutalität und Kulturlosigkeit in den sozialen Medien, wo mancher „seinen ganzen Hass, seinen ganzen inneren Mist“ nach außen wende. Auch er werde immer wieder im Internet beschimpft. So sähen manche seine Theologie und Spiritualität als Irrlehren an. Dazu betont Grün:

„Ich tue es mir nicht an, diese Vorwürfe im Internet zu lesen.“

Er sei aber noch nie so massiv angegangen worden wie etwa der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der sogar Todesdrohungen erhalten habe.

Weiter gibt Anselm Grün diesbezüglich zu bedenken, dass man nicht gegen Shitstorm im Internet anschreiben könne. Er versuche mit seinen Büchern, die Weisheit der Menschen und die deren Seele zu bestärken, so dass sie nicht abdrifteten. Weiter sagt er:

„Diejenigen, die bereits abgedriftet sind, erreiche ich durch fromme Worte auch nicht mehr.“

Quellen: augsburger-allgemeine.de und domradio.de

Münsters Bischof Felix Genn: „Wer Juden beschimpft, beschimpft auch uns“

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Münsters Bischof Felix Genn hat mit deutlichen Worten dazu aufgerufen, Antisemitismus in Deutschland klar entgegenzutreten. Darüber berichtete katholisch.de:

Am Donnerstag sagte Bischof Genn in Münster:

„Wenn es in unserem Land auch nur die geringsten Anzeichen von Judenhass und Antisemitismus gibt, dann kann die Antwort, die wir als Christinnen und Christen geben, nur heißen: Null Toleranz.“

Genn äußerte sich vor dem Hintergrund aktueller Nachrichten über antisemitische Vorfälle an Berliner Schulen. Am Montag hatte die „Berliner Zeitung“ über einen Fall an einer Grundschule im Ortsteil Tempelhof berichtet. Demnach wurde dort ein jüdisches Mädchen von muslimischen Schülern angegriffen, „weil sie nicht an Allah glaubt“. Zuvor habe ein Schüler auf die Angabe des Mädchens, dass sie Jüdin sei, das Wort „Jude“ mehrfach in bedrohlichem Tonfall wiederholt. Zudem sei das Mädchen sogar schon einmal mit dem Tode bedroht worden.

Dazu sagte Genn:

„Denjenigen, die Judenhass schüren, sagen wir, dass wir ihnen entschieden entgegentreten werden. Antisemitismus ist überall, aber gerade in Deutschland, unerträglich. Wer die Juden beschimpft, der beschimpft auch uns.“

Der Bischof nahm in diesem Zusammenhang auch Bezug auf eine Predigt, die er vor zwei Wochen zur Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit gehalten hatte. In dieser hatte er angesichts antisemitischer Strömungen zu Wachsamkeit und Sensibilität aufgerufen und die Wichtigkeit der Erinnerung betont.

Angesichts der jüngsten Ereignisse erneuerte Genn seinen Appell:

„Die Erinnerung ist notwendig für die Zukunft, weil sie uns an die Wurzeln unseres Glaubens und unserer Kultur führt, und weil sie uns hilft, allen Kräften zu wehren, die eine so unsagbare Schandtat wie die Schoah möglich machten.“

Erinnerung führe zusammen an die tiefen Wurzeln, aus denen das christliche Abendland entstanden sei, das „bisweilen in unseren Tagen in einer Weise beschworen wird, die genau diesem Erbe entgegensteht“, betonte der Bischof. Zu dieser Erinnerung gehöre vor allem die an die Schwestern und Brüder, die durch „das Feuer des Holocaust“ gegangen seien.

Es sei beschämend, was das deutsche Volk und viele andere dem jüdischen Volk im Laufe „der sich christlich nennenden Geschichte“ angetan hätten, so Genn. Dabei, so unterstrich der Bischof, sehe er durchaus, dass auch die Kirche im Laufe ihrer Geschichte hier „dunkle Seiten hat, die nicht zu übersehen sind“.

Es sei deshalb wichtig, „all denen zu wehren, die mit bewusstem oder unbewusstem oder oberflächlichem Antisemitismus neue Samenkörner legen, die nur in Gewalt und Verachtung enden können“.

Quelle: katholisch.de

Papst Franziskus wäscht Häftlingen die Füße: „Ich bin ein Sünder wie ihr“

Beim Gründonnerstagsgottesdienst in einem römischen Gefängnis feierte Papst Franziskus zusammen mit Häftlingen das Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu.

Wie Jesus seinen Jünger als Geste der Demut die Füße gewaschen hat, wusch auch Papst Franziskus während des Gottesdienstes zwölf Häftlingen die Füße. Dabei erklärte der Papst, Jesus habe die gängigen Rangordnungen umgekehrt:

„Wer Chef sein will, soll anderen dienen.“

Eine solche Haltung sei durchaus mit Risiken verbunden. Aber hätten Könige und Herrscher dies mehr beherzt, „wie viele Kriege hätten nicht stattgefunden“, so der Papst. Jesus habe sich nicht wie Pilatus die Hände in Unschuld gewaschen, sondern sich niedergekniet und anderen die Füße gewaschen.

Weiter sagte er:

„Ich bin ein Sünder wie ihr. Aber heute vertrete ich unter euch Jesus und knie mich nieder, um wie er euch die Füße zu waschen.“

Damit wolle er ihnen sagen:

„Christus verlässt euch nie, er wird nicht müde, euch zu vergeben.“

Mehr dazu unter domradio.de