2016 hatte der Jesuitenpater und Hochschullehrer Ansgar Wucherpfennig in einem Interview mit der „Frankfurter Neuen Presse“ Verurteilungen der Homosexualität in der Bibel als „tiefsitzende, zum Teil missverständlich formulierte Stellen“ bezeichnet.  Auch in anderen  Zeitungsinterviews äußerte er sich in der Vergangenheit positiv zur Frage des Diakonats der Frau und zur Segnung homosexueller Paare.

Daraufhin hat ihm aktuell die vatikanische Bildungskongregation zusammen mit der Glaubenskongregation Wucherpfennig die Unbedenklichkeitserklärung („Nihil obstat“) verweigert.

Unter Theologen erhält Wucherpfennig große Rückendeckung und Solidarität.

Wucherpfennig habe sich auf Aussagen von Papst Franziskus verlassen „und ist damit gegen die Wand gefahren“, sagte der Theologe Michael Seewald, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, am Wochenende im Deutschlandfunk. Der Papst ermutige Theologen ausdrücklich, im Sinne kirchlicher Reformen zu denken – die römische Bildungskongregation agiere jedoch ganz anders.

Der 31-jährige Seewald appellierte an die deutschen Bischöfe, in Rom deutlich zu machen, dass bestimmte Maßnahmen und Arten des Umgangs „in Deutschland einfach nicht akzeptabel sind“.

Die Bibelwissenschaftlerin Ilse Müller, Professorin für Biblische Theologie am Institut für Katholische Theologie an der Universität Kassel, sagte im Interview mit katholisch.de:

„An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität!“

Aus der Bibel lasse sich überhaupt nicht ableiten, wie man sich heute als Christ oder als Christin mit Blick auf das Thema Homosexualität positionieren müsse. Zum einen, weil die Bibel nichts über Homosexualität, wie wir sie heute verstehen, aussage. Und zum anderen, weil die sexuellen Akte, die darin beschrieben werden, immer in ihrem jeweiligen kulturellen und sozio-historischen Kontext betrachtet werden müssen. Weiter betont sie:

„Die Vorstellungen von einer homosexuellen Partnerschaft gab es damals noch nicht. Davon spricht man erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts.“

Der Apostel Paulus habe sich im Römerbrief (Römer 1,26-27) gegen die antike Praxis einer machtförmigen Sexualität zwischen Männern gewandt. Dies sei der Grund, weshalb er den Geschlechtsverkehr von Männern mit Männern als „gegen die Natur“ verurteilt.

Das Problem sei, „dass Zitate scheinbar wortwörtlich gelesen und ohne jeden Kontext benutzt werden“. Bezüglich dieser Praxis führt Ilse Müller fort:

„Ich finde es alarmierend, wenn einzelne biblische Sätze aus einem komplexen System herausgerissen und in der Sexualethik angewandt werden.“

Weiter resümiert die Professorin für Biblische Theologie:

„Die Aufgabe einer christlichen Kirche und ihrer Theologie ist immer, ins Gespräch mit den Texten der Bibel zu gehen und das in Sensibilität für die jeweils gegenwärtige gesellschaftliche Situation zu tun.“

Die Bibel sei ein Kanon aus unterschiedlichen Schriften, in denen es Spannungen und Widersprüche gebe. Diese Vielfalt sei gewollt und spiegele die Vielfalt der Menschen „auch unserer Zeit“.

Auch der Theologe Thomas Söding, Professor für Neutestamentliche Exegese an der Ruhr-Universität Bochum, anaylsierte in einem Interview mit domradio.de die Darstellung von Homosexualität in der Bibel. Was in der Bibel über Homosexualität zu finden sei, sei „sehr wenig“.

Das Wenige, das in der Bibel über Homosexualität zu finden ist, mehr im AT als im NT, sei auch sehr knapp und kurz und „weit entfernt, von der Debattenkultur, die wir im einundzwanzigsten Jahrhundert hoffentlich führen“, so Söding weiter. Im Neuen Testament habe der Apostel Paulus „die schärfsten und eigentlich auch die einzigen Aussagen“ zur Homosexualität gemacht.

Es ist in den Augen von Prof. Söding aber absurd, diese Aussagen des Apostels Paulus auf den heutigen Kontext anzuwenden. Paulus wollte verdeutlichen, dass „dort, wo die Orientierung an Gott verrutscht ist“, sich auch die menschlichen Verhältnisse verkehren. Diese Verkehrung der Einsicht, was gut und böse, richtig und falsch sei, mache Paulus in verschiedenen Stichworten fest, die in sogenannten Lasterkatalogen aufgelistet werden. Diese seien „antike Stereotype, die weitergegeben werden“. Und einer von vielen sei „dann eben auch das, was – jedenfalls nach herrschender Meinung – meistens mit Homosexualität verbunden ist“. Dazu betont Thomas Söding ausdrücklich:

„Das muss man jetzt unbedingt auf die kulturellen und sozialen Bedingungen dieser Zeit beziehen. Das hat nichts mit einer Christopher-Street-Day-Atmosphäre von heute zu tun. Sondern das sind in vielen Fällen eben tatsächlich auch Gewaltverhältnisse gewesen, weil etwa Sklaven sexuell ausgebeutet worden sind – Sklavinnen übrigens auch.“

Bei Paulus finde „nicht eigentlich eine Auseinandersetzung mit diesem Thema statt, wie wir es heute unter psychologischen Bedingungen erwarten würden“. Es sei vielmehr „die Weitergabe einer bestimmten Stereotypie“.

Das Problem liege darin,

„wenn aus solchen antiken Selbstverständlichkeiten nun auf einmal hoch normative Aussagen in der Lehre der katholischen Kirche gemacht werden“.

Dann geschehe etwas, „was problematisch ist und was in der gegenwärtigen Debatte hinter die Differenzierung zurückzufallen droht, die Gott sei Dank in den letzten Jahren und Jahrzehnten auch im katholischen Lehramt eingezogen ist“.

Das katholische Lehramt sei indes gar nicht so undifferenziert, „wie es sich vielfach selbst darstellt, etwa jetzt in der Skandalisierung von Positionen von Ansgar Wucherpfennig“, so Söding.

Auf die anschließende Frage, wie man heute biblische Aussagen grundsätzlich bewerten müsse, die der Lebensweise von heute etwas sperrig daherkommen, sagt Söding u.a.:

„Nicht nur Bibel lesen. Die Bibel selber sagt ja auch immer, dass man die Augen für die Zeichen der Zeit öffnen kann. Die Bibel muss man differenziert betrachten.“

Seiner Meinung nach wäre die „Ehe für alle“ für Paulus „sehr schwer vorstellbar“ gewesen. Aber:

„Der Apostel Paulus – dieser intellektuelle Typ – wäre der Letzte gewesen, der sich einem Diskurs mit der Psychologie und der Soziologie über die Entwicklung menschlicher Sexualität entzogen hätte.“

Und weiter:

„Da dürfen wir durchaus mit der Bibel weit über die Bibel selbst hinausgehen. Das würde ich auch von der katholischen Kirche erwarten. Das ist längst überfällig.“

Bereits am vergangenen Freitag hatten die Vorsitzenden mehrerer katholisch-theologischer Vereinigungen zur Causa Wucherpfennig erklärt, es handle sich um „ein Zeichen jenes Missbrauchs von Macht, der gerade vor dem Hintergrund der jüngst veröffentlichten Untersuchung zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland als Grundproblem scharf kritisiert wird“.

Das Schreiben ist unterzeichnet vom Vorsitzenden der Deutschen Sektion der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie, Karlheinz Ruhstorfer, dem Vorsitzenden des Katholisch-Theologischen Fakultätentages, Joachim Schmiedl, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Arbeitsgemeinschaften für Katholische Theologie, Gerd Häfner, sowie der Vorsitzenden von AGENDA – Forum katholischer Theologinnen, Margit Eckholt.

Die Theologen monieren, „einmal mehr“ werde versucht, „ein theologisch und pastoral drängendes Thema disziplinarisch zu ‚erledigen‘ und zu tabuisieren“. Es handle sich um einen „nicht zu rechtfertigenden Angriff“ auf Pater Wucherpfennig und zugleich um einen „schweren Angriff auf die Freiheit und Unabhängigkeit theologischer Forschung und akademischer Selbstverwaltung“. Die Rede ist zudem von „widersprüchlichen Signalen des römischen Lehramts“. Ähnlich hatte sich zuvor die Arbeitsgemeinschaft der Rektoren katholischer Fachhochschulen (ARKF) geäußert.

Quellen: katholisch.de, domradio.de, kirche-und-leben.de und evangelisch.de

Gerade in der Promi-Welt scheint der Wert der Ehe zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Pfarrer Christoph Kreitmeir geht, vor seinem anstehenden Urlaub in Norwegen, in seiner Predigt zum heutigen Sonntagsevangelium, in dem Jesus zum 6. Gebot („Du sollst nicht ehebrechen“) Stellung bezieht (Mk 10, 2-12), auf die Ambivalenz von real gelebten kurzen „Lebensabschnitten“ und der nachhaltigen Sehnsucht nach einer Liebe zu einem Menschen, die Bestand hat, ein.

Hier die Worte seiner Predigt:

Das sechste Gebot ist wohl das bekannteste der 10 Gebote, zumindest das Gebot, das heute am meisten mit kirchlicher Moralvorstellung verbunden wird: Du sollst nicht die Ehe brechen. Zugleich ist es das Gebot, mit dem sich wir Menschen besonders schwertun.

Zu allen Zeiten versuchten Menschen, diesem Gebot durch Hintertüren zu entkommen und das wird wohl auch in Zukunft so sein. Ist dieses Gebot denn auch dann noch vertretbar, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen, etwa: schwerste Krankheit oder Kinderlosigkeit …?

Reicht es nicht auch schon, den Partner zu verlassen, wenn er einem nicht mehr gefällt oder wenn die „Chemie“ nicht mehr stimmt? Oder genügt es einfach auch, wenn ein anderer einem derzeit mehr Erfüllung verspricht? Wie war das letzte Woche? Der Altkanzler Gerd Schröder heiratete nun zum fünften Mal. Dieses Mal eine Frau, die seine Tochter sein könnte …

Man mag verwundert darauf schauen, wie schnell die Menschen heute ihre Partner wechseln, wie kurz „Lebensabschnitte“ definiert werden. Man mag auch darüber klagen, dass Treue und Verlässlichkeit heute offensichtlich für viele zum Fremdwort geworden sind.

Auf der anderen Seite erlebten viele Menschen in früheren Zeiten ihre Ehe eher als Pflicht? War die Ehe für so manche oder manchen nicht eher zu einer Hölle auf Erden verkommen? Blieben viele Eheleute nicht eher aus gesellschaftlicher Konvention zusammen, oder weil die Frauen wirtschaftlich gar keine andere Wahl hatten?

Ehe mehr als Verderb denn als Gedeih! Dies kann nicht Ziel des Gebotes eines Gottes sein, der doch das Heil der Menschen will.

Auch die Kirche tut sich schwer mit diesem Gebot. Einerseits will sie am Gebot festhalten, andererseits sucht sie nach „pastoralen“ Wegen für die Betroffenen. Eine Ehescheidung kennt das Kirchenrecht zwar nicht, aber die zahlreichen Gründe für eine Ehenichtigkeit lassen doch so manchen Spielraum, zum gleichen Ergebnis zu kommen.

Jesu klares Wort zur Ehescheidung ist und bleibt ein Stachel im Fleisch. Da gibt es nichts zu beschönigen. Gerade hier erweist es sich, dass Glaube nicht nur „Wellness“ bedeutet und nicht zum Nulltarif zu bekommen ist.

Jesus tappt nicht in die Falle eines „Kuschelcharismas“, das ihm viele zuschreiben. Vielmehr legt er die Motive von Menschen schonungslos dar: nur weil ihr so hartherzig seid!

Sein Vorwurf zielt in verschiedene Richtungen. Hartherzig ist, wer nur sich selbst sieht, seinem großen Glück hinterherläuft und dabei die übergeht, die ihn bisher dabei begleitet haben. Ehepartner und Kinder bleiben dabei aber oft auf der Strecke.

Hartherzig ist, wer sich vom Äußeren blenden lässt, andere am eigenen Schönheits- und Jugendideal misst und dabei übersieht, dass auch bei ihm nicht alles Gold ist, was glänzt. Lieben heißt bekanntlich auch, einzuwilligen, mit einem anderen alt zu werden.

Hartherzig ist aber auch, wer den Splitter im Auge des anderen sieht, den Balken im eigenen aber nicht bemerkt, wer also andere verurteilt – und sich selbst zum Herrn über die Moral aufspielt.

Jesu Wort von der Ehescheidung lässt sich nicht wohlgefällig auflösen.

Wir müssen es mit allen Ecken und Kanten nehmen, wie es ist. Es ist eine Herausforderung, uns stets mit ihm auseinander zu setzen. Beziehungen zwischen Menschen lassen sich nicht allein mit Gesetzen regeln. Das gilt besonders in Ehe und Partnerschaft. Wer da nur nach Rechten und Pflichten fragt, findet keine Lösungswege.

Denn die Grundlage jeder Beziehung ist das Vertrauen.

Jesus plädiert im heutigen Evangelium für die unverbrüchliche Treue von Menschen. Und genau das entspricht genau dem, was sich junge Leute heute von ganzem Herzen wünschen: eine Liebe zu einem Menschen, die Bestand hat in einer so wechselvollen Zeit und Welt, in der wir heute Leben.

Die Suche nach Heimat, Geborgenheit, Vertrauen, Beständigkeit findet ihre Ziele, indem sie das Angestrebte immer wieder selbst vorlebt.

5 Tipps, Vertrauen zu leben, möchte ich Ihnen hier und heute weitergeben. Sie stammen erstaunlicherweise aus der Finanzwelt, können aber 1 zu 1 in die Beziehungswelt übertragen werden. Das überlasse ich dann gerne Ihrer Phantasie und Kreativität:

Die 5 Grundregeln des Vertrauens

  1. Kommunizieren. Nichts schafft und erhält Vertrauen so sehr, wie regelmäßig und offen miteinander zu reden.
  2. Sagen Sie, was Sie meinen, glauben, fühlen und tun Sie, was Sie sagen. Das nennt man zuweilen auch authentisch sein – oder: vertrauenswürdig. Freilich sollten Sie nicht immer alles sofort und ungefiltert ausplaudern. Takt und Timing dürfen Sie dabei schon noch beachten.
  3. Seien Sie ehrlich. Im Job kann man nicht alles sagen, und mancher Chef weiß um Betriebsgeheimnisse, die eben nicht jeder im Betrieb wissen muss. Doch bevor Sie lügen: Schweigen Sie lieber. Oder sagen Sie ganz ehrlich: „Darüber kann ich nicht sprechen. Noch nicht.“
  4. Seien sie besonders ehrlich mit eigenen Fehlern. Dieser Punkt verdient eine Extra-Erwähnung, weil er im Job so oft unterschlagen wird. Gerade Chefs, Vorbilder eben, sollten beweisen, dass Fehler zu machen, keine Schande ist – nur nichts daraus zu lernen. Lassen Sie die Kollegen also an Ihren Lern-Erfolgen teilhaben!
  5. Lassen Sie sich Zeit. Weder Rom noch Vertrauen lassen sich in einem Tag aufbauen. Und nicht zuletzt braucht es irgendwann auch eine Bewährungsprobe, um das Band zu festigen. Vertrauen ist zwar gut – ein Beweis zu gegebener Zeit besser.

Es heißt, der frühere französische Außenminister Robert Schuman soll einmal gefragt worden sein, warum er nicht geheiratet habe.

Er antwortete: „Vor langer Zeit“, „als ich einmal in der U-Bahn fuhr, trat ich unabsichtlich einer Dame auf den Fuß. Bevor ich mich noch entschuldigen konnte, kreischte sie los: „Du Trottel, kannst du denn nicht aufpassen, wo du hin trampelst!“ Dann sah sie mich an, errötete und rief aus: „Oh, entschuldigen Sie bitte, mein Herr, ich dachte, es wäre mein Mann!’“

Die katholische Theologin, Journalistin und Buchautorin Jacqueline Straub hat gerade ihr drittes Buch auf den Markt gebracht mit dem Titel „Kickt die Kirche aus dem Koma“, das im Patmos Verlag erschienen ist. Das Buch handelt von der Jugend in der Kirche und von notwendigen Reformen.

Worum geht es genau?

Die katholische Kirche präsentiert sich in ganz Europa über weite Strecken nicht gerade als das blühende Leben. Insbesondere zur jüngeren Generation findet sie kaum noch einen Draht.

Die alte Kirche und die jungen Leute – das ist vielfach keine schwierige Beziehung mehr, sondern längst ein Nichtverhältnis.

Manche Kirchenführer scheinen sich damit abgefunden zu haben. Jacqueline Straub hingegen will sich nicht damit abfinden.

Als engagierte junge Katholikin fordert Jacqueline Straub von ihrer Kirche ein, nicht aufgegeben zu werden. Sie möchte Christin in einer lebendigen Kirche sein. Deshalb will sie, dass die Kirche sich radikal verändert. Denn nur dann kann die Kirche junge Menschen ansprechen, und nur dann kann sie kommenden Generationen die Botschaft des Jesus von Nazaret weitergeben. Jacqueline Straub kämpft dafür, dass die Kirche nicht nur in Asien und Afrika eine Zukunft hat, sondern auch hier. Aber damit die Kirche diese Zukunft erlebt, muss sie sich ändern – jetzt.

Quelle: patmos.de

Zum heutigen Sonntagsevangelium (Mk 9, 38-48) liefert unser geistlicher Begleiter, der Autor und Klinikseelsorger, Christoph Kreitmeir eine Predigt mit mehreren interessanten Wendungen, deren Grundtenor ist: egal, ob arm oder reich, es kommt darauf an, wer du in deinem Innern bist und was du mit dem, über das du verfügst, machst. Der ANSTAND spielt dabei eine wichtige Rolle und das Sich-Ausrichten auf den, der wie kein anderer Anstand, Klarheit, Würde und echtes Leben ausstrahlte: Jesus, der Christus.

Hier die Worte der Predigt von Pfarrer Kreitmeir:

Immer wieder diese Schelte der Reichen, die wir im Alten und im Neuen Testament permanent finden können.

Der im Leben Benachteiligte kann hier vielleicht einen gewissen Trost finden, wenn das heiligste aller Bücher, die Bibel, sich so eindeutig und immer wieder auf die Seite der Armen schlägt.

Ich muss aber gestehen, dass mich das schon immer etwas aufgeregt hat, „die Reichen“ so zu verallgemeinern und immer zu kritisieren.

Reichtum ist doch nicht immer gleich mit Unanständigkeit, mit Ungerechtigkeit oder gar mit krimineller Energie gleichzusetzen. Jede Verallgemeinerung ist falsch.

In meinem Leben habe ich wunderbare Menschen kennengelernt, die begütert und reich waren, aber es waren auch echte Geizhälse und engherzige Pfennigfuchser dabei. Bei den sog. Armen habe ich erfahren, dass es heiligmäßige Menschen und richtig fiese Typen gibt. Es ist halt nicht so einfach mit den Verallgemeinerungen. Viktor E. Frankl, ein weltberühmter Psychiater mit 27 Ehrendoktorwürden, über den ich mein erstes Buch schreiben durfte, musste als Jude durch die Hölle von vier KZs gehen. Dieser Mann, dem einfachste Dienste nicht zu gering waren, sagte einmal:

Wenn es auf dieser Erde überhaupt Rassen geben muss, dann gibt es nur zwei Rassen: Die Rasse der unanständigen und der anständigen Menschen.“

So eine Aussage ist mir lieber als grundsätzliche Verallgemeinerungen, die schwarz-weiß malen. Viktor Frankl betonte auch immer wieder:

Wenn wir den Menschen so nehmen, wie er ist, dann machen wir ihn schlechter. Wenn wir ihn aber so nehmen, wie er sein soll, dann machen wir ihn zu dem, der er werden kann.“

Und deshalb ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn er sagt: „Menschliches Verhalten wird nicht von Bedingungen diktiert, die der Mensch antrifft, sondern von Entscheidungen, die er selber trifft.“

Und hier finde ich eine seelenverwandte Brücke zum heutigen Evangelium, welches ja betont, dass es nicht darauf ankommt, welcher Weltanschauung oder Gruppe jemand folgt, sondern wem er in seinen Werten nachfolgt.

Jesu Jünger beschweren sich nämlich bei ihm, weil einer ihnen Fremder in Jesu Namen böse Geister austreibt, der Gruppe der Jünger aber nicht folgen will. Die Jünger Jesu fordern ihren Meister auf, diesen Fremden daran zu hindern.

Darauf folgt dann Jesu verblüffende Reaktion: „Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns…“

Und dann wird Jesus sehr deutlich, ja richtiggehend hart in seiner Wortwahl. Worte, die uns verunsichern, Worte, die Angst machen können, Worte, die herausfordern.

Jesu Worte sind ambivalent: tröstend und herausfordernd zugleich. Höre ich primär den Trost oder zuerst die drohende Andeutung von Konsequenzen.

Worum geht es hier?

Es geht um direkte Jesusnachfolge mit den gleichzeitigen Konsequenzen von Mahnung und Trost. Jesus fordert Ernsthaftigkeit, weil das Leben ernst genommen werden will. Das Leben ist kein Wunschkonzert und findet auch nicht auf der Wohlfühlcouch statt. Es ist eben nicht gleichgültig, was man tut, und auch nicht, wie man es tut. Man soll es aus einer Grundanständigkeit heraus tun. „Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – Amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.“

Die richtige innere Haltung und die daraus folgenden Taten können einem den Weg zum Himmel öffnen. Und sei es nur ein Becher Wasser…

Es stimmt zwar, dass man von Reichen das Sparen lernen kann (Extrembeispiel: Die Gebrüder Albrecht als Gründer von ALDI) und viele, weil sie mit ihren materiellen Gütern geizen, Geld, Gold und Aktien horten können. Es wird ihnen aber nichts bringen für das eigentliche Leben, das auf dieses irdische Leben folgen wird.

Wenn jemand aber kapiert hat, dass er auch mit seinen irdischen Gütern im Einsatz für Gottes- und Nächstenliebe wuchern kann, der wird nicht nur während seiner Lebenszeit eine echte Chance zu großem Glück haben, er wird auch im zweiten und ewigen Leben auf der Seite derer sein, die in der Nähe der göttlichen Liebe leben. Denn, so sagen es alle Glücksforscher:

Geben ist seliger denn nehmen, es macht einfach glücklicher.“

Es gibt eindeutige Verbindungen zwischen Religiosität und Spendenverhalten, zwischen Spenden-, Gebebereitschaft und Lebenszufriedenheit. Es gibt wissenschaftlich erforschte Erkenntnisse über die Ausschüttung von Glückshormonen im Gehirn, wenn man im Geben über den eigenen Tellerrand hinaussieht.

Wohltätigkeit macht glücklich. Geiz macht unglücklich.

Unternehmer wie der Babynahrungshersteller Claus Hipp zeigen dies: Reich, erfolgreich, christlich-religiös, hochspendenbereit, wohltätig, fair und glücklich. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass er z.B. ein Buch über Anstand geschrieben hat: Achtung Anstand!: Vom Wert eines respektvollen Miteinanders.

Auch der Bayern-Trainer Niko Kovac plädierte vor kurzem in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung für Anstand und sagte:

„Ich bin gläubiger Christ und versuche, mich dementsprechend zu verhalten. (…) Meine Eltern waren immer hinterher, dass wir anständige Bürger werden, es wurde viel Wert auf Anstand gelegt.“

 

Deshalb:

redet nicht von freiheit

seid frei und befreit

redet nicht von hoffnung

seid unsere hoffnung

redet nicht von freude

seid unsere freude

redet nicht von gott

zeigt uns euren gott (nach Wilhelm Wilms)

 

Gott, der so ist:

Gott, deine Liebe reicht weit,

du hüllst sie ein in ein Kleid

aus Bäumen, Blumen und Ähren,

die schön sind und uns ernähren.

Wir wurzeln in ihr von Zeit und Zeit:

Gott, deine Liebe reicht weit.

 

Gott, deine Liebe ein Lied,

das mich seit je zu dir zieht.

Singt, Vögel, Wellen und Winde,

dass meinen Ursprung ich finde.

Dein Atem belebt, die Schwermut flieht:

Gott, deine Liebe, ein Lied.

 

Gott, deine Liebe hält warm.

Sie ist der schützende Arm,

mit dem wir Mensch uns geben,

was jeder braucht für sein Leben.

Wir schöpfen aus ihr Hoffnung und Charme:

Gott, deine Liebe hält warm. (Eugen Eckert)

 

AMEN.

 

Mehr Impulse von Pfarrer Kreitmeir gibt’s unter www.christoph-kreitmeir.de

Auch Frauen und Männer des Glaubens kennen tiefe Zweifel an Gott. Die evangelische Pastorin Annette Behnken gehört seit 6 Jahren zum Team der ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“. In einem aktuellen Interview mit der Westfalenpost bekannte sie, dass sie einst in einer Krisensituation ihren Glauben an Gott verlor.

Als ihre Tochter vor zwölf Jahren im Alter von nur drei Jahren verstarb, hinterfragte Annette Behnken ihren Beruf als Pastorin und ihren Glauben komplett. Sie habe damals keinen Trost gespürt und keine Erklärung für das Erlebte gehabt.

Sie stellte sich eine Frage, von der sie weiß, dass sie sich unchristlich anhört, aber die in ihr war und rausmusste:

„Warum gerade ich?“

Ihre Tochter war aufgrund eines Sauerstoffmangels bei der Geburt schwerstbehindert zur Welt gekommen. Schon da plagten Pastorin Behnken tiefe Zweifel. Dazu sagt sie:

„Natürlich fragt man sich, warum ein Gott das zulässt.“

Ihre Zweifel machte sie damals öffentlich. Dazu sagt sie heute:

„Ja, ich war wütend auf Gott.“

Ihre Einstellung hat sich heute wieder geändert, verbunden mit der Erfahrung, dass auch ein fester Glaube nicht bedingungslos ist. Im Laufe der Zeit versöhnte sie sich mit dem Erlebten. Dazu sagt die 49-jährige heute:

„Es war schön, dass unsere Tochter bei uns war, dass wir ihr so nah sein konnten. Man erlebt den Tod hautnah – das gibt einem auch eine neue Stärke. Man möchte dann das Leben noch intensiver annehmen.“

Nach der Erfahrung des Leids verspürt sie heute wieder die Freude, am Leben zu sein.

Quelle: wp.de

Der Survival-Abenteurer Bear Grylls, der den Mount Everest bezwungen sowie die Nordwestpassage durchquert hat und  über den Himalaya flog, empfiehlt Glaubenskurse, sogenannte Alphakurse, um dort die größten Fragen des Lebens zu stellen wie etwa „Hat das Leben einen Sinn?“, „Bin ich gewollt?“, „Was trägt mich im Leben?“, „Gibt es Hoffnung über den Tod hinaus?“, „Wofür stehe ich?“, „Was ist mir wirklich wichtig im Leben?“ und „Was glauben Christen?“.

Bear Grylls spürte schon früh in seinem Leben die Sehnsucht nach Gott. Dazu sagte er einmal:

„Ich bin zwar nicht religiös aufgewachsen, aber schon als Kind glaubte ich fest daran, dass es Gott geben muss.“

Diese Sehnsucht sowie Antworten auf existenzielle Lebensfragen bekam er durch den Besuch eines Alphakurses gestillt. Dazu sagt er rückblickend:

„Aber einen einfachen Glauben zu entdecken, der mein Leben wirklich trägt? Das war mein größtes Abenteuer.“

Heute bezeichnet er den christliche Glauben als „Rückgrat meines Lebens“ und sagt weiter:

„Es mag verrückt klingen, aber ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass es Gott gibt und dass er die Liebe ist. Ich habe eine persönliche Beziehung mit ihm.“

Alpha ist eine Serie von zehn Treffen, die in entspannter Atmosphäre stattfinden und den Start in das Abenteuer ermöglichen, um Liebe, Glaube und Sinn zu entdecken. Bei jedem der Treffen gibt es ein gemeinsames Essen, ein Thema und Gesprächsgruppen.

Alphakurs ab 1. Oktober in München

Am kommenden Montag, den 1. Oktober, startet ein Alphakurs bei unserem geistlichen Begleiter Pfarrer Willi Huber im Kath. Pfarrzentrum St. Thomas, Cosimastraße 204, München-Oberföhring (Tram 16, Bus 50, Regina-Ullmann-Str.).  Auch Mitglieder von PromisGlauben werden mit dabei sein!

Wann? jeweils montags von 19.15 – 21.30 Uhr

Kontakt? Pfarrer Willi Huber 089-9927586 oder alphakurs@st-thomas-lorenz.de

Der Kurs sowie das Abendessen und Getränke sind an jedem Abend kostenlos!

Alles wesentliche unter https://www.st-thomas-lorenz.de/cms/alphakurs/

Ein Statement von Pfarrer Willi Huber zu seinem Glauben gibt’s hier

Und hier ein Statement von Bear Grylls zum Alphakurs:

Quellen: alphakurs.de, jesus.ch und st-thomas-lorenz.de

Der Autor und Klinikseelsorger Christoph Kreitmeir beschreibt in seiner Auslegung zum heutigen Sonntagsevangelium (Mk 9, 30-37), warum ihm die nahezu philosophische Leichtigkeit von Kindern lieber ist als beißend-kritische Analysen von todernsten Philosophen wie Nietzsche und anderen.

Hier seine Predigt-Worte:

„Menschliches – Allzumenschliches“, so heißt eines der Werke des Philosophen Friedrich Nietzsche. Darin übt er v. a. Kritik an der Metaphysik, an Religion, Spiritualität und Glauben. So lautet sein Kernurteil über Religionen: „noch nie hat eine Religion, weder mittelbar, noch unmittelbar, weder als Dogma, noch als Gleichniss, eine Wahrheit enthalten“. Folglich beruhen alle Erscheinungen des religiösen Lebens auf Irrtümern und lassen sich nur psychologisch erklären.

Ohne auf diese allzu pauschale und nicht richtige Kritik Nietzsches eingehen zu wollen, bleibe ich an diesen beiden Worten „Menschliches – Allzumenschliches“ hängen.

In Lesung und Evangelium haben wir heute nämlich viel Menschliches und Allzumenschliches gehört, welches uns bei anderen immer wieder aufstößt, das wir aber gerne bei uns selbst übersehen.

Eifersucht, falscher Ehrgeiz, Heuchelei, Streitigkeiten, Spielball von Leidenschaften und immer wieder das Haschen nach den ersten und höchsten Plätzen.

Schneller, höher, weiter – diese olympischen Prinzipien haben den Menschen zwar immer wieder nach vorne gebracht, aber was hat der Mensch von Ruhm und ersten Plätzen, wenn ihm entscheidende und wirklich glücklich machende Tugenden fehlen: Die Weisheit, die Geduld, die Friedfertigkeit, das Erbittenkönnen, die Einfachheit, die Arglosigkeit und Offenheit von Kindern oder liebenswürdig einfach gebliebenen Senioren.

Besonders schlimm ist es, wenn ein Mensch zum Beispiel seinen Freunden von seinen innersten Regungen, Fragen und Problemen erzählt und … dann erfahren muss …, dass diese gar nicht richtig zuhören, ihn null und gar nicht verstehen, sondern sich um Kleinkariertes wie z. B. die Frage „Wer ist denn der Größte von uns?“ den Kopf zerbrechen. Das tut weh … und Jesus hatte genau dies erfahren. Wir hören davon im heutigen Evangelium.

Jesu Reaktion war nicht Verbitterung, Eingeschnapptsein oder gar Schelte, nein, er stellte seinen Jüngern ein Kind vor Augen, um ihnen den Blick für das Wesentliche im Leben zu öffnen.

Jesus stellt ein Kind in ihre Mitte, einen nicht perfekten Menschen, der nicht 100 %-ig ist, der noch lernen muss, der Fehler macht … und darüber lachen kann.

Die nahezu philosophische Leichtigkeit von Kindern und ihren Erkenntnissen, die sie uns mit großen Augen verkünden, ist mir ehrlich gesagt lieber als beißend-kritische Analysen von todernsten Philosophen wie Nietzsche und anderen.

Folgende Kinderweisheiten lassen uns nicht nur schmunzeln, sie verblüffen uns in ihrer Erkenntnistiefe und in ihrem Humor:

  • „Papa, wir müssen dringend einkaufen. Haben fast nur noch Licht im Kühlschrank!“
  • „Mama schuftet sich immer den ganzen Tag ab. Dazu muss sie sich auch noch um mich kümmern. Papa fährt nur in die Arbeit und abends ist er trotzdem müde und hört nie zu. Männer halten einfach nichts aus!“
  • „Von den Löhnen wird immer viel Geld abgezogen, damit sich der Staat die Finanzämter leisten kann.“ 
  • „Alle Fische legen Eier. Die russischen sogar Kaviar.“

Quellen: sofatutor.com und bild.de

Und wenn eine liebenswürdig naiv gebliebene Oma als Beifahrerin sagt: „Schau mal, so eine Frechheit, wie nah der vor uns her fährt …“, dann kann man verstehen, was Jesus meinte, wenn er ein Kind mit seinem kindlichen Gemüt ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellte.

Wer sich eine solch naiv-kindliche Denkweise bis ins hohe Alter behält, wie es diese Oma tat, der kommt wahrlich in den Himmel. Denn der Himmel ist voller Seelen, die reinen Herzens sind.

Wie sagte Friedrich Nietzsche so falsch: „Noch nie hat eine Religion, weder mittelbar, noch unmittelbar, weder als Dogma, noch als Gleichniss, eine Wahrheit enthalten“. Die heutigen Bibelstellen aus der christlichen Religion über Menschliches und Allzumenschliches beinhalten große Wahrheit. Die größte Wahrheit und uns alle in unserer Lebensführung immer wieder herausfordernde Haltung Jesu gegenüber der Wichtigtuerei von Menschen ist die im Evangelium gehörte:

Nehmt euch nicht so wichtig. Nehmt euch ein Beispiel an Kindern, denn Kinderseelen sind den Seelen von Engeln sehr verwandt.

Amen!

 

Pfarrer Christoph Kreitmeir ist geistlicher Begleiter von PromisGlauben.

Mehr Gedanke und Impulse von ihm gibt’s unter www.christoph-kreitmeir.de

Das neueste Buch vom Psychiater und Theologen Manfred Lütz mit dem Titel „Der Skandal der Skandale: Die geheime Geschichte des Christentums“ war zeitweise sogar auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Dabei räumt er mit Darlegung des aktuellsten Standes der Wissenschaft mit vielen Vorurteilen über das Christentum auf bzw. entkräftet diese. Aktuell gabt er der Tagespost ein Interview, in dem er sich überzeugt zeigt, dass das Christentum trotz Kreuzzüge und Inquisition die Toleranz erfunden hat.

Zur 2000 Jahre währenden Geschichte des Christentums, in denen gläubige Menschen mitunter die tragende Kraft Gottes erfuhren und erfahren, sagt Lütz:

„Wenn das alles Mist war, dann ist das Christentum diskreditiert, denn die Christen glauben ja an die Menschwerdung, das heißt an die Geschichtewerdung Gottes.“

Tatsächlich läge die Krise des Christentums vor allem an zwei Aspekten. Zum einen, dass wir Christen in einer Zeit des Nichtglaubens viel zu wenig über den Inhalt unseres Glaubens reden. Und zum anderen würden sich viele Christen für ihre eigene Geschichte schämen, jedoch „ohne sie zu kennen“.

Deshalb habe er zusammen mit Arnold Angenendt, der in seinem Werk „Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert“ den wissenschaftlichen Stand der Dinge dargelegt hat, eine ergänzte Kurzfassung dieses Werks geschrieben, „damit eine breitere Öffentlichkeit mal erfährt, was die Leistungen und was die Skandale der Christentumsgeschichte wirklich waren“.

Weiter betont der 64-jährige:

„Es ist ein Skandal, wenn die Christentumsgeschichte immer nur als Skandalgeschichte gelesen wird.“

Das komplette interview gibt’s in der Zeitung Die Tagespost.

Quellen: die-tagespost.de und herder.de

Am vergangenen Sonntag legte Pastor Andreas Engelbert, der Mitglied der Gemeindeleitung der Freien Evangelischen Gemeinde München-Nord ist, die Stelle im Johannes-Evangelium aus, wo sich Jesus als das Brot des Lebens bezeichnet (Joh 6, 48 – 59). Dies tat er auf beeindruckend anschauliche Weise und lieferte zudem ein kreatives „5-Finger-Bibel-Les-System“.

Hier die Worte seiner Predigt:

Liebe Gemeinde!
Brot kommt in verschiedenen Redewendungen vor: Wenn wir zur Arbeit gehen, sagen wir: „wir müssen unsere Brötchen verdienen“,  und manchmal ist es ein „hartes Brot“, eine beschwerliche, frustrierende, kräfteraubende Tätigkeit. Von einem „brotlosen Job“ sprechen wir bei künstlerischen Berufen, weil man seinen Lebensunterhalt oft nicht wirklich damit bestreiten kann. Wenn sich etwas gut verkauft, sagen wir: „das geht weg, wie geschnitten Brot.“

Brot war zu allen Zeiten ein Sinnbild für Sicherheit und Wohlstand.  Genügend Brot haben – das ist ein Grundbedürfnis. Wer kein Brot hat, hat Hunger. Und wer Hunger hat, wünscht sich nichts sehnlicher, als dass dieser Hunger gestillt wird.

Die Berichterstattung der biblischen Evangelien über die irdische Wirksamkeit Jesu ist interessanterweise eingespannt zwischen zwei Erzählungen, die es mit dem Brot zu tun haben: Bei der Versuchung in der Wüste wird Jesus vom Satan aufgefordert, Steine in Brot zu verwandeln. Jesus  wehrt diese Versuchung ab mit den Worten aus dem 5. Mosebuch: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.« Matthäus 4, 4

Und am Ende seines irdischen Lebens bricht der Herr das Brot und gibt es seinen Jüngern als die ewige, unvergängliche Speise. Das irdische Brot wird zum Zeichen und Gleichnis für sein eigenes Sein und Wesen. Dazwischen auf der Höhe seiner Wirksamkeit sagt Jesus im Zusammenhang des Berichtes über die Speisung der fünftausend Menschen am Galiläischen Meer: »Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.« Johannes 6,35.

Wir haben das vorhin auch schon in der Textlesung (Johannes 6,26-35) gehört.

Jesus bezeichnet sich als »das Brot, das  vom Himmel gekommen ist.« Es gibt nach dieser Deutung von Jesus Christus noch eine andere Art von Hunger. Es gibt einen Hunger nach Leben, nach Sinn und Erfüllung, einen Hunger nach dem Bleibenden und Unvergänglichen.

Dieser Hunger wird durch das Anteilhaben an dem Leben mit Jesus Christus, dem Auferstandenen und Wiederkommenden, gestillt.

Er zeigt uns damit eine neue Bedeutung des Brotes, die weit über das materielle Verständnis hinaus reicht. Er alleine schenkt ewiges Leben und Vergebung der Schuld (Joh 6,48 – 59).

Jesus spricht: „Ich bin das Brot des Lebens!“

Liebe Freunde, stellen wir uns mal vor, wie dieser Satz damals auf seine Zuhörer gewirkt hat „Ich bin das Brot des Lebens“. Er sagt das zu Leuten, die am Vortag ein Brotwunder erlebt hatten. Nach einer Predigt von Jesus, inmitten einer kargen Einöde also wo es kein Brot zu kaufen gab, sorgte Jesus dafür, dass über 5 000 Menschen satt geworden sind. Durch ein Wunder. Aber dann machte er ihnen auch ganz deutlich:

Wenn Ihr wahres Leben sucht, dann braucht Ihr mich.

Drei Gedanken möchte ich dazu weitergeben:

1) Das tägliche Brot genügt nicht

„Ich bin das Brot des Lebens.“ Warum vergleicht sich Jesus hier mit dem Brot? Wohl zunächst deshalb, weil Brot ein Grundnahrungsmittel ist. Wie heißt es im Vaterunser: „Unser täglich Brot gib uns heute.“

Wenn ein Mensch Brot hat, dann hat er, was er zum Leben braucht.

Auf alles andere kann man ganz gut eine Weile verzichten.

Man kann ohne Fleisch und ohne Kartoffeln auskommen, ohne Spinat und Döner, aber Brot muss man haben. Das ist unentbehrlich.

Man isst sich daran auch nie leid. In Kriegs- und Hungerzeiten haben Menschen monatelang nur von einem Stück Brot täglich gelebt und damit überlebt.

Wenn Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens“, dann hat er hat allerdings nicht knurrende Mägen im Blick, sondern knurrende Seelen.

Nicht nur unser Körper braucht Nahrung, sondern auch unsere Seele. Ja, auch eine Seele kann verhungern. Und da haben wir in Deutschland ein Riesen Problem:

Viele Menschen unterdrücken ihren geistlichen Hunger. Viele Menschen nehmen den Hunger ihrer Seele nicht mehr wahr.

Oder sie betäuben dieses Hungergefühl, indem sie sich in einen Kaufrausch stürzen. Andere warten immer auf das nächste Highlight, die nächste Beförderung, die nächste Beziehung. Sie hoffen, dass es Morgen oder Übermorgen besser wird. Sie denken, dann wird mein Hunger nach Leben gestillt. Aber sie merken: das Hungergefühl kommt immer wieder und schneller zurück.

2) Das Brot vom Himmel macht für ewig satt

Darum sagt Jesus:  Ich bin der Einzige, der den Hunger in deiner Seele stillen kann. „Ich bin das wahre Brot, das vom Himmel kommt und euch das Leben gibt. Wer davon isst, wird ewig leben.“ Zugegeben, diese Verse klingen zunächst merkwürdig: Wenn Jesus uns auffordert, ihn zu schmecken und zu essen.

Jesus ging es darum, deutlich zu machen, wer er ist und was er uns anbietet:  er ist vom Himmel, von Gott heruntergekommen, um uns das ewige Leben zu schenken. Und nun gilt es, ihn anzunehmen, eine innige Beziehung mit ihm einzugehen, so wie wenn wir Brot in uns aufnehmen.

Jesus ist damals nicht aufgetreten und hat ein paar gute Ratschläge und Tipps weitergegeben, sondern er hat sich selbst gegeben. Damit wir ewig leben können. Er macht damit deutlich: Ich schenke euch das ewige Leben. Nicht du musst etwas tun und machen. Nein, ich tue das Entscheidende. Ich habe die eine große Leistung gebracht, die dich mit dem Vater ins Reine bringt. Ich gebe mein Leben für dich. Ich verblute am Kreuz für dich. Für dein Versagen. Für deine Schuld. Du musst nicht erst versuchen, deine dunklen Punkte im Leben durch gute Taten aufzuhellen. Ich habe alles schon längst getan. Darum musst du nichts mehr tun, sondern nur noch nehmen. Mich einfach aufnehmen im Glauben, mich „essen und trinken“.

Jesus , das Brot, das Lebensmittel, das Mittel zum Leben, zu wahrem Leben.

Und Du kannst zu ihm sagen: „Jesus, ich sehne mich nach wahrem, ewigem Leben. Meine Seele braucht dich. Ich brauche dich. Ich lade dich ein, in mein Herz, in mein Leben zu kommen.“

Aber so wie wir nicht auf einmal 3 Kilo Brot essen und dann ein Jahr lang nichts mehr,  so ist das auch beim Glauben. Unsere Seele braucht immer wieder Nahrungszufuhr.

Deshalb gibt es von Zeit zu Zeit im Gottesdienst eine Vesper für die Seele: das Abendmahl.
Beim Abendmahl erhalten wir ebenfalls ein Stück vom „Brot des Lebens“. Im Abendmahl, das Jesus seinen Jüngern am letzten Abend seines Lebens gestiftet hat und das bis ans Ende der Zeit in der Mitte der Gemeinde gefeiert und angeboten wird, teilt Jesus das Brot des Lebens, teilt er sich selber aus:
»Nehmet esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird… Dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut …« 1. Korinther 11, 24 + 25

Wir dürfen uns bei jedem Bissen und Schluck daran erinnern: Jesus Christus starb für uns, starb für mich
Einzige Voraussetzung dafür ist: Wir nehmen Jesus, das Brot des Lebens, in uns auf im Gebet. Wo wir ihn einladen, in unser Leben, in unser Herz zu kommen. Das ist der Anfang.

Aber genau wie in einer Beziehung ist es wichtig, sich immer besser kennenzulernen. Jesus möchte sich uns mitteilen, er möchte, dass unsere Beziehung zu ihm immer inniger wird, und das wir jeden Tag mit geistlicher Nahrung von ihm versorgt werden.Wie geht das?

Genau wie wir physisch Nahrung zu uns nehmen, brauchen wir auch geistliche Nahrung an jedem Tag. Die Bibel zeigt uns, wie Jesus ist. Darin können wir ihn besser kennenlernen.

Und das Paradoxe dabei ist:

Je mehr wir uns mit Jesus beschäftigen, umso mehr lernen wir uns auch selbst bessere kennen.

Wir nehmen das Brot des Lebens also auch zu uns, wenn wir sein Wort in uns aufnehmen. Indem wir uns die Worte der Bibel quasi „einverleiben“.

In Jeremia 15,16 heißt es: Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.

Dazu eine kleine Geschichte:
In einem fernen Land herrschte eine schlimme Christenverfolgung. Es war lebensgefährlich, eine Bibel zu besitzen. Wenn die Geheimpolizei kam und die Heilige Schrift fand, wurden die Leute verhaftet. Die Familie eines frommen Kirchendieners konnte und wollte sich nicht von ihrer einzigen Bibel im Haus trennen. Es war für sie wie das tägliche Brot, ohne das man nicht leben kann. Eines Tages aber kam die Geheimpolizei. Die Mutter hatte es geahnt, als sie durchs Fenster schaute und zwei fremde Herren näher kommen sah. Sie war gerade dabei, ein Brot zu backen. Der Teig lag ausgerollt auf dem Tisch. In Windeseile nahm sie die Bibel, rollte sie in den Teig ein und schob das Ganze in den Ofen. Mit peinlicher Genauigkeit durchsuchte die Polizei das Haus, fand die Heilige Schrift aber nicht. Als am nächsten Tag das Brot auf dem Tisch lag und die Bibel in der Mitte heil und unversehrt zum Vorschein kam, hatte dies eine tiefe symbolische Bedeutung:

Die Bibel ist das Brot zum Leben.

Wie das tägliche Brot den Menschen nährt, so ist auch Gottes Wort die tägliche Nahrung für unsere Seele, die wir als Christen brauchen. Daher komme ich zu einem 3.Gedanken:

3. Nimm und iss

Es ist allerdings so: ich kann das schönste Brot im Schrank haben, es anschauen, riechen, anderen zeigen, darüber sprechen und doch hungrig bleiben. Was muss ich tun, um meinen Hunger zu stillen? Was braucht es denn, dass Brot in mein Fleisch und Blut übergeht? Ich möchte das mal übertragen: Wie funktioniert das ganz praktisch mit dem Essen des geistlichen Brotes?

Nehmt Euch täglich Zeit für Eure geistlichen Mahlzeiten. Sucht Euch ein Plätzchen und ein Zeitfenster, wo Ihr einigermaßen Ruhe habt und Euch konzentrieren könnt.

Jede gute Freundschaft wächst durch Zeiten, in denen man einander die ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Das gilt auch für die Beziehung zu Jesus.

Beginnt mit 15 Minuten. Lieber jeden Tag eine kurze Zeit als einmal in der Woche zwei Stunden (was natürlich auch mal toll ist).

1. Ein Stück abbrechen

Betet.
Nehmt Euch ein paar Verse oder ein Kapitel der Bibel vor, je nachdem wie groß Euer Hunger ist. Es gibt auch gute Bibellesepläne, die einem helfen, ausgewogene Diät zu halten.

2. In den Mund stecken

Das entspricht dem ersten Lesen eines Abschnittes. Wenn Ihr das gleich hinunterschlingt, dann liegt Euch das möglicherweise schwerverdaulich im Magen. Also nicht zuviel auf einmal!

3. Kauen

 Stellt Fragen an den Abschnitt und notiert Eure Antworten z.B. in ein Gebetstagebuch oder ein kleines Notizbuch.

Dazu können Euch Eure Finger an der Hand eine Hilfe sein:

Der Daumen:

  • Was gefällt dir an dem Text?
  • Welche Aussage findest du gut?

Der Zeigefinger:

  • Worauf macht dich der Text aufmerksam?
  • Was will dir Gott dadurch sagen / zeigen?
  • Wo ermahnt dich der Text (der erhobene Zeigefinger)?

Der Mittelfinger

  • Ist im Text von Sünde – Schuld die Rede?
  • Wo merkst du, dass du Fehler gemacht hast?

Der Ringfinger

  • Ist im Text ein Versprechen / eine Zusage enthalten?
  • Was verspricht Gott dir / seinen Leuten?

Der kleine Finger

  • Er ist zwar der Kleinste und Dünnste, doch wenn du mit der Faust auf den Tisch haust, ist er ganz unten – Der kleine Finger – der Praktiker
  • Was willst du an dir, an deinem Leben deinem Verhalten ändern?
  • Was von dem Text kannst / willst du nächste Woche (praktisch) umsetzen?

 4. Schlucken

Im Gebet ganz bewusst das zu mir nehmen und aneignen, was ich aufgenommen und gekaut habe. Ja, Herr, das nehme ich im Glauben für mich an. Hilf mir da dran zu bleiben. Hilf mir, so zu handeln. Hilf mir, darauf zu vertrauen….

5. Verdauen

Der Heilige Geist wird Dich im Verlauf des Tages an die eine oder andere Wahrheit erinnern.

6. Energie

Leben für den Tag empfangen. Du wirst merken, wie Jesus Dir Ruhe und Frieden schenkt, wie Du Zuversicht bekommst und in schwierigen Situationen gelassener reagieren kannst. Aber noch viel wichtiger: Du  trägst die unerschütterliche Hoffnung des ewigen Lebens in Dir. Jesus sagt: „Wer meinen Leib isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken.“ Kurz gesagt: „Wer Jesus, das Brot des Lebens hat, hat Zukunft über den Tod hinaus. Der wird nach dem Tod nicht zur ewigen Ruhe auf dem Friedhof gebettet, sondern zur ewigen Freude im Himmel.

Liebe Zuhörer!
Vielleicht hat der eine oder die andere nach wie vor Zweifel: Kann man im Glauben an Jesus satt werden? Stillt Jesus wirklich meinen Hunger nach Leben, meine Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Liebe, nach Sinn? Dann probiert es doch einfach mal aus!

Ob ein Brotlaib ein echtes Brot ist – oder nur so aussieht – aber in Wirklichkeit ein Stein ist, kann ich nur rausfinden, wenn ich reinbeiße. Und wie es schmeckt, kann ich sowieso nur rausfinden, wenn ich das Brot esse.

Deshalb: nimm und iss! Öffne dein Herz für Jesus. Lade ihn in dein Leben ein. Sag zu ihm: „Herr Jesus, dir will ich gehören.“

Amen!

Pastor Andreas Engelbert ist Gemeindeleiter der Freien Evangelischen Gemeinde München-Nord, in der unser Teammitglied Martin Meyer im christlichen Glauben zu Hause ist.

Anmerkung: Im Verständnis der Eucharistie (Abendmahl) unterscheiden sich evangelische und katholische Christen, aber nicht in der Bedeutung von Jesus Christus für ihr Leben! Darauf kommt es an! Herzlichen Dank an Pastor Andreas Engelbert für diese Predigt!

Papst Franziskus äußerte sich aktuell zum Thema Sex – und zwar positiv und unverkrampft. Für ihn ist Sexualität eine himmlische Gabe mit einem klaren Ziel. Gleichzeitig kritisierte er die Porno-Industrie.

Bei einer Audienz mit französischen Jugendlichen betonte Papst Franziskus:

„Die Sexualität, der Sex, ist ein Geschenk Gottes. Kein Tabu.“

Dazu führte er weiter aus:

„Es gibt zwei Ziele: sich zu lieben und Leben zu schaffen. Es ist eine Leidenschaft, es ist leidenschaftliche Liebe. (…) Die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, wenn sie leidenschaftlich ist, bringt dich dazu, für immer Leben zu schenken.“

Außerdem machte Franziskus deutlich, dass wir auch manchmal schwach würden und stürzten, „die Sexualität jenseits dieser schönen Straße der Liebe“ auslebten, wie das Online-Portal „Vatican News“ mitteilte.

Weiter sagte er:

„Aber das sind Stürze, wie alle Sünden … Das ist nicht die Sexualität der Liebe: Es ist Sexualität, die zu einer Sache gemacht wird, die von der Liebe losgelöst und zum Vergnügen genutzt wird. Interessant: Die Sexualität ist der schönste Punkt der Schöpfung in dem Sinn, dass Mann und Frau nach Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind – und der Punkt, der am meisten von der Weltlichkeit, dem Geist des Bösen, angegriffen wird.“

Überdies kritisierte das Katholiken-Oberhaupt aber eine „Industrie der Sexualität“ und erläuterte weiter:

„Mit der Porno-Industrie wird viel Geld verdient, das ist eine Entwertung des Ranges, den Gott (der Sexualität) gegeben hat… Aber die Sexualität ist großartig: Bewahrt euch eure sexuelle Dimension, eure sexuelle Identität, bewahrt sie gut, und bereitet sie für die Liebe vor. Damit ihr sie in diese Liebe, die euch das ganze Leben lang begleiten wird, einspeisen könnt.“

Quellen: bild.de und religion.orf.at

Der Benediktinerpater und Bestseller Autor Anselm Grün hat vor kurzem ein Buch mit dem Titel „Staunen – Die Wunder im Alltag entdecken“ auf den Markt gebracht, das im Herder-Verlag erschienen ist.

Anselm Grün geht es in diesem Buch zur Lebenskunst darum, dass die Menschen das Staunen wieder lernen. Das heißt, dass sie die alltäglichen Dinge und Beschäftigungen, dass sie das scheinbar Selbstverständliche – wie Beziehungen zu anderen oder den Umgang mit der Zeit – auf ihre hintergründige Wahrheit, auf das Verborgene und Wunder, das darin liegt, hin befragen.

Wenn sie dazu in der Lage sind, dann wird alles in der Welt zum Bild für das Geheimnis des Lebens.

Der Zauber des Göttlichen legt sich über alles und scheint in allem auf. Das Leben und die Wirklichkeit verwandeln sich.

Er betrachtet wiederkehrende Tätigkeiten und Abläufe des Alltags, ganz einfache Dinge, aber auch die Natur oder bestimmte Orte, an denen Menschen besonders berührt werden. Die Gedanken des Benediktinermönchs aus dem Kloster Münsterschwarzach wollen eine Inspiration sein, das, was man alltäglich tut und erlebt, in einem neuen Licht zu sehen und zu tun. Dann wird der spirituelle Weg nicht eine Flucht vor der Realität des Lebens. Sondern er ist als Bild für den inneren Weg zu sehen und als Bild für das tiefe Geheimnis, das Menschen in allem, was ist, begegnen und berühren möchte.

Wie gelingt das Leben? Was ist gemeint, wenn man von wirklichem Glück spricht? Macht, Geld, Besitz, Karriere, Popularität, Konsum und möglichst wenig Langeweile?

Das Ziel aller wirklichen Lebenskunst ist es, ein sinnerfülltes und glückliches Leben zu führen. Philosophen aller Zeiten – angefangen von Platon über Epikur, Epiktet oder Augustinus bis in die heutige Philosophie – haben darüber nachgedacht, wie das geht. Die Suche nach dem besten Weg, nach Glück und Sinn, hat nie aufgehört.

Lässt die moderne Welt das Leben leichter gelingen?

Die Technik erleichtert den Alltag zwar in vielerlei Hinsicht; aber auch die Anforderungen und der Druck von außen haben zugenommen.

Heute gibt es Zugang zu schier unendlichem Wissen – aber auch zu dem, was wirklich wichtig ist?

Die Werbung lädt zu immer mehr Konsum ein.

Aber was braucht man wirklich?

Der Einzelne verfügt heute über unzählige Optionen. Das heißt aber auch: Jeden Tag steht jeder unter Entscheidungsstress, weil jede Wahl eine andere ausschließt. Man kann viel erleben. Aber was ist wirklich wesentlich? Dass das Glück in die eigene Hand gelegt scheint, setzt viele unter Druck: Und viele sind voller Unruhe, möchten immer etwas erreichen. Sie kommen nicht vom Ego zum Selbst.

Was aber ist der Weg zum Glück? Worin besteht die wahre Lebenskunst? Wie findet man innere Ruhe und Gelassenheit? Welche Übungen zur Stressbewältigung bieten sich an?

Alle wollen das Glück hier und jetzt erreichen, wollen es kaufen oder durch psychologische Methoden erzwingen. Doch je mehr man sich anstrengt, glücklich zu sein, je heftiger man versucht, alles Glück in dieses Leben hineinzupacken, desto weniger glücklich wird man.

Konsumartikel produzieren nicht automatisch Zufriedenheit, und ein noch so luxuriöses Wellness-Wochenende in einem teuren Hotel sichert nicht, was man sich erhofft. Vor lauter Glückssuche kommt man nicht zum Leben, sondern eher zum Burnout.

Die wirklichen „Lebenskünstler“, das sind nicht die, die immer an der Oberfläche surfen, nichts ganz ernst nehmen und nur ihr Vergnügen suchen.

Können Achtsamkeit und Spiritualität ein Weg zum gelingenden Leben sein? Und was heißt Spiritualität in einer Welt, die so viel anbietet und verfügbar macht, die aber auch immer verdichteter Ansprüche stellt und in der alles „etwas bringen“ soll, alles einen Nutzen haben muss?

Auf diese Fragen gibt Pater Anselm Grün in seinem Ratgeber aus der Reihe ´einfach leben´ Antworten, die aus der Tiefe seiner Erfahrung schöpfen sowie aus der christlichen Tradition.

Mit der Journalistin Hiltrud Reiter sprach Anselm Grün in diesem Zusammenhang über den Wert von Gemeinschaft und der christlichen Botschaft der Verwandlung jenseits von Selbstoptimierung.

Quelle: buecher.de

Ein Interview mit Anselm Grün zu diesem Buch gibt’s unter herder.de

 

Auch mit uns sprach Pater Anselm Grün vor kurzem über den Wert der Verwandlung:

Im heutigen Sonntagsevangelium (Mk 8,27-35) geht es um das Christusbekenntnis des Petrus und die erste Ankündigung von Leiden und Auferstehung Jesu. Dazu berichtet der Autor und Klinikseelsorger Christoph Kreitmeir in seiner Predigt vom Christusbekenntnis eines Todkranken.

Im Artikel, der heute auf katholisch.de in der Rubrik „Ausgelegt“ veröffentlicht wurde, ist folgendes zu lesen:

„Wer an mich glaubt, wer mich bezeugt, der wird ewiges Leben ernten“, ist für Christoph Kreitmeir ein besonderer Satz an diesem Sonntag. Dieses Versprechen bewahrheitet sich für ihn immer wieder: beispielsweise in einem Krankenhaus.

Impuls von Christoph Kreitmeir

Immer wieder die Frage „Für wen haltet ihr mich? Für wen hältst du mich?“ Damals stellte Jesus diese Frage seinen Jüngern, heute stellt er sie uns immer wieder neu.

Und dann entwickelt sich im heutigen Evangelium ein Austausch zwischen Jesus und Petrus, der ganz deutlich zeigt, dass ein Messias- und Christusbekenntnis immer auch die Frage nach Leiden, Kreuz, Tod und Auferstehungshoffnung beinhaltet.

Die leidige Kreuzfrage zeigt sich immer wieder neu. Auch in öffentlichen Gebäuden, wie z. B. In Krankenhäusern.

Für mich steht heute weniger das theologische Messiasbekenntnis von Petrus im Zentrum meiner Wahrnehmung, sondern die höchstpersönliche Frage Jesu an mich und meine Antwort auf seine Frage.

Der bekannte Frankfurter Dichterpfarrer Lothar Zenetti übersetzte diesen Frage-Antwort-Austausch in folgende moderne Worte:

„Was Jesus für mich ist?

Einer, der für mich ist.

Was ich von Jesus halte?

Dass er mich hält.“

Und genau hiervon spricht folgende berührende Geschichte aus meinem Bekanntenkreis: Ein mir befreundeter junger Mann, der im Beruf und im Internet immer wieder Zeugnis für Jesus ablegt, lies mich vor kurzem an höchst Wertvollem teilhaben, das ich gerne an Sie weitergeben möchte:

Als mein Papa im Klinikum in Jena die Todesdiagnose bekam, fehlte im Krankenzimmer das Kreuz. Mein Papa hatte aber sein eigenes dabei, welches ein immens wichtiger Bezugspunkt und Lichtblick in dieser Phase seines Leids war. Als wir die Krankensalbung im Zimmer feierten, äußerte eine Familie eines bekenntnislosen Patienten, dass sie das nicht kannten und was für eine tolle Familie wir seien. Sie ließen sich dann vom Klinikseelsorger segnen.

Bevor mein Vater dann für die letzten fünf Wochen seines Lebens zu uns nach Hause durfte, verbrachte er noch eine Nacht im Klinikum Lichtenfels. Als ich ihn am Abend im Krankenzimmer besuchte, sagte er zu mir: „Markus, jetzt geht es mir gut und ich freue mich auf daheim. Denn das Wichtigste ist auch da!“ Als ich fragte, was er meinte, deutete er auf das Kreuz an der Wand!

In seinen letzten Wochen gab er mir ein beeindruckendes Glaubenszeugnis. Er fragte mich, ob ich wisse, warum Jesus am Kreuz gestorben ist. Ich gab ihm die theologische Antwort. Er sagte mir, dass das eine gute Antwort war und in seiner besonderen Art fügte er hinzu:

„Aber du hast da keine Ahnung. Markus ich weiß, das hat er für mich gemacht.“

Mir wurde in diesem Moment bewusst und gewiss, was vorher graue Theorie war. Jesus ist für uns durch das Leid der Welt gegangen, damit wir auch in den dunkelsten Stunden Beziehung zu IHM haben können und er ist für unsere Sünden gestorben. Das habe ich zuvor auch so meinem Vater gesagt, nach seiner Antwort aber begriff ich aus tiefsten Herzen, was das bedeutet und glaube es heute voller Gewissheit, Zuversicht und tiefem Empfinden, dass das die Wahrheit ist.

Hier bewahrheitet sich wirklich: Wer an mich glaubt, wer mich bezeugt, der wird ewiges Leben ernten.

Der Original-Artikel ist auf katholisch.de erschienen.

Quelle: katholisch.de

Mehr vom Autor Pfarrer Kreitmeir gibt’s unter christoph-kreitmeir.de

 

Evangelium nach Markus (Mk 8, 27-35)

In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten.

Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias! Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen.

Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.

Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe. Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.

Eltern und Lehrer stehen häufig auf Kriegsfuß – dem Papst gefällt das gar nicht. Er rief jetzt zur Versöhnung auf und erzählte auch von der „scheußlichen Sache“, die er einmal zu seiner Lehrerin gesagt habe.

Papst Franziskus hat Eltern dazu aufgerufen, Lehrern mehr Verständnis und Wertschätzung entgegenzubringen.

„Die Familie schätzt nicht mehr die Arbeit der Lehrer – oft schlecht bezahlt -, und diese sehen die Präsenz der Eltern in der Schule wie eine störende Aufdringlichkeit“,

sagte der Pontifex am Freitag bei einer Audienz mit einem Elternverband im Vatikan.

Eltern müssten wieder mehr Vertrauen in die Schule und deren Lehrer haben, da sie wichtige Partner seien:

„Ohne sie (die Lehrer) riskiert ihr, bei der Erziehung alleine zu bleiben.“ Man müsse sie wertschätzen wie „die wertvollsten Verbündeten“.

Der 81 Jahre alte Pontifex aus Argentinien erzählte auch eine Anekdote aus seiner Kindheit. Als er zehn Jahre alt war, habe er der Lehrerin eine „scheußliche Sache“ gesagt, worauf die Lehrerin seine Mutter zu sich zitiert hätte. „Meine Mamma hat mich dann (…) vor der Lehrerin ausgeschimpft und hat gesagt: ‚Entschuldige dich.‘ Das habe ich gemacht. ‚Gib der Lehrerin einen Kuss‘, hat meine Mamma gesagt. Und ich habe es gemacht, bin ins Klassenzimmer zurück und war zufrieden. (…) Das nennt man Zusammenarbeit bei der Erziehung.“ (dpa)

 

Dieser Artikel ist von katholisch.de übernommen.

Quelle: katholisch.de

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx hat sich für eine offene und vielfältige Kirche  ausgesprochen.

In einem Gastbeitrag für die Freiburger Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ schrieb er aktuell:

„Wir können keine Kirche sein, die uniform ist, sondern wir müssen eine Kirche sein, die die Vielfalt annimmt, liebt und im Glauben gestaltet.“

Kirche sei niemals Selbstzweck oder ein geschlossener Kreis, so der 65-jährige. Der christliche Glaube sei „in der Gemeinschaft ausgerichtet auf die ganze Welt“.

Marx bezeichnet seinen eigenen Glaubensweg als „das größte Abenteuer meines Lebens und Denkens“.

In seinem Beitrag zum 70-jährigen Bestehen von „Christ in der Gegenwart“ betont er weiter, dass mit Blick auf die Säkularisierungstendenzen Christen heute besonders gefordert seien, ihren Glauben öffentlich zu leben und damit andere zum Christentum einzuladen. Dazu betonte Kardinal Marx:

„Es ist die zentrale Aufgabe der Kirche, Wege für alle Menschen aufzuschließen und zu eröffnen, Gott zu finden und sich von ihm finden zu lassen.“

Quelle: domradio.de

In einem beeindruckenden Essay mit dem Titel „Reli, Gott sei Dank“ stellte der evangelische Pfarrer Paul Bräuchle auf schwaebische.de in klarer Weise heraus, welche unermessliche Leistung der Religionsunterricht in der Schule und für die Stabilität die Gesellschaft in unseren Breitengraden erbringt.

Pfarrer Bräuchle betont, dass es unbestritten sei, dass Bildung immer ein Thema sei und dass zur Vielfalt der in der Schule unterrichteten Fächer auch das Fach Religion, evangelisch und katholisch, gehöre. Daran, dass das Fach Religion das einzige Fach ist, das in der Landesverfassung Baden-Württemberg wie auch Bayern und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich erwähnt ist,  erkenne man das Anliegen des Staates. Dazu führt er weiter aus:

„Bildung ist nicht nur Fachwissen, sondern auch Orientierungswissen. Gibt es Werte, die von allen als eindeutig und unumstritten angesehen werden? Werte wie Nächstenliebe, Solidarität, Barmherzigkeit, Demut, Opferbereitschaft? Oder klingt das zu weich?“

Daran anknüpfend schreibt Pfarrer Bräuchle weiter:

„Im Fach Religion wird den Lernenden der Blick geweitet für das, was eine Gesellschaft zusammenhält und es wird fest gemacht, dass dies aus der Wurzel christlichen Denkens und Handelns kommt. Es ist an Jesus Christus orientiert, der ein ganz neues Menschenbild in die Welt gebracht hat. Die erwähnten Begriffe sind Merkmale der Stärke. Sie sind gut für uns alle.“

Und das genau das in Bayern und Baden-Württemberg (noch) uneingeschränkt berücksichtigt wird, ist gut so!!

Den kompletten, sehr lesenswerten Beitrag von Pfarrer Bräuchle zum Religionsunterricht in der Schule gibt’s unter schwaebische.de

 

Hier ein Impuls vom Theologen und renommierten Ethiker Wolfgang Huber zum Wert religiöser Bildung:

 

Hintergrund: In Berlin scheiterte im Jahr 2009 ein u. a. von Günther Jauch und Arne Friedrich unterstützes Volksbegehren zur Einführung des Religionsunterrichts als gleichberechtigtes, ordentliches Lehrfach an Berliner Schulen.

Auch in Luxemburg legt man keinen Wert mehr auf Jesus im Lehrplan. Mehr dazu hier

In der Auslegung des heutigen Sonntagsevangeliums (Mk 7, 31- 37 / Die Heilung eines Taubstummen) sowie der Sonntagslesung (Jak 2, 1-5 / Verhalten gegenüber Reichen und Armen) beschreibt Autor und Klinikseelsorger Pfarrer Christoph Kreitmeir die Bedeutung der biblischen Texte und erklärt an konkreten Situationen aus dem Klinikalltag, was diese Ereignisse rund um das Wirken Jesu vor 2000 Jahren tagesaktuell bedeuten.

 

Hier die Predigt von Pfarrer Kreitmeir zum 23. Sonntag im Jahreskreis

Ich muss gestehen: Auch ich bin nicht davor gefeit, auf Äußerlichkeiten hereinzufallen.

Auch mir, und da bin ich wohl nicht alleine, sagen mehr die Menschen zu, die äußerlich sauber und schön gekleidet sind, als die, die unordentlich und vielleicht auch streng riechend daherkommen.

Auch ich meine, dass ein gepflegtes Äußeres auf ein gepflegtes Inneres schließen lässt. Oft stimmt das ja auch, aber eben nicht immer! Und deshalb ist es gut, hier durch Worte, wie wir sie in Lesung gehört haben, auf Fallen hingewiesen zu werden, in die wir gerne und nicht selten hineintappen: „Wenn … ihr auf den Mann in prächtiger Kleidung blickt und ihn zu euch holt und den Armen in schmutziger Kleidung abweist …, macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede und fällt Urteile aufgrund verwerflicher Überlegungen?“

Ja, machen wir, leider!!!

Jeden Tag im Klinikum werde ich aber eines Besseren belehrt. Nicht das Äußere ist ausschlaggebend, nicht, ob einer oder eine gut aussieht oder gut riecht.

Ob seelisch oder körperlich krank – alle Patienten hier sind bedürftigte Mitmenschen, die in ihrer Not gesehen werden wollen und denen all die Helfer und Helferinnen unabhängig von Rasse, Religion oder sozialem Status helfen sollen … und es auch tun.

Dabei ist es interessant, auf JESUS und sein heilendes Verhalten zu sehen, das er uns heute vor Augen hält.

Jesus nimmt einen Taubstummen auf die Seite. Ein Mensch, der – wir wissen es nicht – schon immer nicht hören und nicht reden konnte oder der erst im Laufe des Lebens verstummte und nichts mehr hören wollte. Auf jeden Fall ist er ein vom Leben hart behandelter Mensch.

Jesus nimmt ihn beiseite, weg von den Menschen. Er eröffnet ihm in der ganzheitlichen Begegnung und Behandlung (er legt ihm seine Finger in die Ohren, berührt seine Zunge mit Speichel, betet zu Gott und sagt zu dem Taubstummen: Effata – Öffne dich!) neu einen Weg zur Heilung. Er überlässt ihm nach seinen Hilfen letztlich die Entscheidung, sich gegenüber der Welt und den Menschen (wieder) zu öffnen. Denn Krankheit, jede Krankheit zieht auch immer soziale Isolation nach sich …

UND Jesus tat das fern von der Öffentlichkeit, fern von Medienwirksamkeit und gaffender Neugierde. Er wollte aus seinem therapeutischen Tun keine Show machen und keine Selbstdarstellung. Jesus ging es allein um Heilung dieses einen Menschen.

Hier im Klinikum geht es immer wieder darum, einzelnen Menschen zu helfen, sie beiseite zu nehmen, ihnen durch Operationen, Infusionen, Medikamenten, aber vor allem auch immer wieder und von den verschiedensten Seiten her durch Zuwendung und Gespräche ihr Leid zu lindern und sie aufzurichten.

Es geschehen hier in diesem Haus tagtäglich viele gute und heilende Begegnungen. Wie viel ein aufbauendes Gespräch, eine gute Behandlung oder eine Berührung bewirken können, erfahren wir immer wieder, wenn uns das Leid anderer nicht kalt lässt und wir immer wieder neu lernen, nicht primär auf das Äußere zu sehen.

Wenn uns die körperliche und seelische Not des anderen anrührt, dann können wir selbst mit unserer Schwäche und Bedürftigkeit anders umgehen lernen. Das Berühren von Wunden, seelischen wie auch körperlichen, kann Wunder bewirken: Im anderen und in mir.

Der Religionspädagoge Elmar Gruber fasst unsere menschliche Bedürftigkeit einmal in sehr schöne Worte, die ich gerne an sie zum Bedenken und Durchbeten weitergebe:

Gebet: Jemand brauchen von Elmar Gruber

Ich brauche jemand,

der kommt,

der mich hört und sieht,

der sich zu mir neigt,

der mich berührt.

Ich brauche jemand,

der mich zum Stehen bringt,

der mich bestätigt.

Ich brauche jemand,

der sich zu mir (hin)stellt,

der zu mir steht,

der bei mir stehen bleibt.

Ich brauche jemand, der steht,

damit ich stehen kann.

 

Mehr Impulse und Gedanken von Pfarrer Kreitmeir gibt’s unter christoph-kreitmeir.de

Auf einer Podiumsdiskussion zu kirchenpolitischen Themen, zu der, der Regensburger CSU-Stadtrat und Vorsitzende des neuen Arbeitskreises Kultur und Hochschule, Armin Gugau geladen hatte, sprachen u. a. die Unternehmerin Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sowie Prälat Wilhelm Imkamp über christliche Werte.

Zur Bedeutung des Kreuzes äußerte Gloria von Thurn und Taxis:

„Für mich ist es ein zentrales Symbol für unseren Glauben und unsere Kultur.“

In der Darstellung des Leidens Jesu erkennt sie,

„dass das Christentum auch eine Religion für Verlierer ist und das Unglück nicht ausschließt – gerade in einer Gesellschaft, in der jeder schön, reich und erfolgreich sein will.“

Auch zu Themen, die unangenehm sind und nicht mainstream-kompatibel, bezieht die Fürstin klar Stellung aus einer konservativen Haltung und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. So sagt sie zum Thema Abtreibung:

„Die hohen Abtreibungszahlen in unserer reichen Gesellschaft sind ein extremer Schandfleck, der auf uns lastet.“

Prälat Wilhelm Imkamp formulierte in diesem Punkt noch drastischer und sagte:

„Erst treibt man ab, dann kommt die Euthanasie.“

Mit Blick auf den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn, der für Organspenden die Widerspruchsregelung einführen will, äußert der Prälat, dass das eine klare Beschneidung des Selbstbestimmungsrechts wäre und der Beleg für eine heuchlerische Haltung. Dies begründet er mit folgenden Worten:

„Bei der Abtreibung sagt man: Mein Bauch gehört mir. Bei der Organspende sagt man: Mein Körper gehört der Medizin.“

Quelle: mittelbayerische.de

Am gestrigen Freitag feierten katholische, orthodoxe und evangelische Christen den Ökumenischen Tag der Schöpfung, der seit dem Jahr 2010 von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) jährlich am ersten Freitag im September gefeiert wird. Es gelte, die Schöpfung als Geschenk Gottes wahrzunehmen, „das man pflegen und bewahren muss“, so Mitorganisator Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

Im Mittelpunkt dieses Tages stehen das Lob des Schöpfers, die eigene Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz. Die Idee, diesen Tag zu feiern, stammt aus der Orthodoxen Kirche. Im Jahr 1989 lud der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ ein, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“.

Ist es heutzutage aber nicht naiv einen ‚Tag der Schöpfung‘ mit Blick auf die biblische Schöpfungsgeschichte zu feiern, wo wir doch naturwissenschaftlich so weit fortgeschritten sind?

Das ist ein Trugbild, das vor allem von Atheisten geschürt wird. Heutzutage sehen vernünftige Wissenschaftler wie auch Theologen keinen Widerspruch zwischen dem Glauben an einen Schöpfer und der Wissenschaft. Glaube und Naturwissenschaft widmen sich vielmehr unterschiedlichen Erfahrungsbereichen.

So ist die Bibel keine Schrift zur Erklärung physikalischer oder biologischer Zusammenhänge. In der Bibel wird deutlich: „Deus Caritas est (Gott ist Liebe)“, wie es Papst Benedikt XVI. in einer Enzyklika beschrieb.

Als 2012 durch Physiker am CERN das Higgs-Bosons entdeckt wurde, gratulierte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick dem internationalen Physiker-Team zu seiner neuen Erkenntnis, die vermutlich wegweisend für die Forschung sein werde und sagte:

„Es ist begrüßenswert, dass die Wissenschaft mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versuche, immer tiefer in die Geheimnisse unserer Welt einzudringen und sie für die Menschen verständlich zu machen“.

Der Erzbischof betonte, dass auch durch neue Erkenntnisse „kein Widerspruch zwischen christlichem Glauben und Wissenschaft“ entstehe.

Gleichermaßen gelte für die Theorie des „Urknalls“ wie auch für das Higgs-Boson, dass ihnen ein göttlicher Schöpfungsakt zugrunde liegen müsse.

Zugleich müsse sich der Mensch aber auch immer seiner Grenzen bewusst sein und anerkennen, „dass unser Verstand niemals die Größe Gottes mit einer naturwissenschaftlichen Formel auf den Punkt bringen“ werde. Bischof Schick erinnerte an den Heiligen Augustinus, der den Versuch, die Unergründlichkeit Gottes zu verstehen, damit verglich, das Meer mit einer Muschel auszuschöpfen.

Die Theologin und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Margot Käßmann brachte es in einem Interview im Oktober 2017 sehr schön auf den Punkt und sagte:

„Die Schöpfungsgeschichte ist ein wunderbares Bild. Sie ist die großartige Erzählung eines frommen Menschen, der die Schöpfung durch Gott beschreibt. Aber natürlich ist klar, dass der physikalische Vorgang nicht in sieben Tagen stattgefunden hat. Nur, ich kann das zusammendenken. Der verstorbene Physiker Hans-Peter Dürr hat gesagt, dass kein Mensch erklären kann, woher die Energie des Urknalls kam. Es gibt ja auch ein Staunen über die Welten des Kosmos, die wir überhaupt nicht kennen und entdeckt haben. Also, ich kann in der Schöpfung trotzdem göttliche Kraft sehen.“

Auch Naturwissenschaftler, wie u. a. Max Planck, John Lennox, Francis Collins oder Harald Lesch, sehen keinen Widerspruch zwischen Glauben und Naturwissenschaft und waren bzw. sind bekennende Christen (wir berichteten). Dazu betonte Harald Lesch einmal:

„Auf das Argument, Glaube und Naturwissenschaft schlössen sich aus, antworte ich: Mein Freund, du hast keine Ahnung von Naturwissenschaft.“

In seiner ZDF-Sendung ‚Lesch-Kosmos‘ nahm der Astrophysiker und Philosoph Prof. Harald Lesch mit Fragen wie „Wieso kann es kein ‚Null-Energie-Universum‘ geben?“ oder „Warum gibt es nicht Nichts?“ die Zuschauer mit auf eine Reise an die Grenze zwischen Kosmologie und Philosophie.

 

 

Die Schöpfungsgeschichte sagt uns nun, dass dieser Anfang in Gott liegt: „Gott sprach, es werde Licht!“ Die Bibel bringt weiter zum Ausdruck, dass unsere Welt eben kein Zufall ist bzw. aus dem Chaos / Nichts entstanden ist, sondern dass die Welt, in der wir leben, eine Ordnung und eine Struktur hat, dass sie eine Gutheit hat und dass sie eine gegebene Schönheit hat, die wohl jedem schon mal tief bewusst wurde, z. B. auf dem Gipfel eines Berges oder bei einem Blick auf das Meer usw.

Die Naturwissenschaften der Neuzeit entstanden ungefähr um das Jahr 1600 n. Chr. und entwickelten sich rasant. Die Schöpfungsgeschichte der Bibel zu widerlegen, indem man sie naturwissenschaftlich durchleuchtet, ist bestenfalls interessant, aber, um es mit den Worten des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder auszudrücken, „albern und dem Thema nicht angemessen“ (das sagte er im Exklusiv-Interview mit PromisGlauben).

Auf die Frage, warum nicht Nichts ist, liefert die Bibel eine hoffnungsvolle und den Menschen tragende Antwort! Dies bekennen auf unserer Seite prominente Persönlichkeiten von heute und seit 2000 Jahren die unterschiedlichsten Menschen in allen Teilen der Erde.

 

Mehr zum Thema „Glaube & Naturwissenschaft“ gibt’s auch in unserem Beitrag „Ist der Glaube an Gott (ir)rational?“

 

Quellen: domradio.de, katholisch.de, welt.de und promisglauben.de

 

Autor: Markus Kosian

Der Autor und Klinikseelsorger Pfarrer Christoph Kreitmeir, der auch durch die Sendung ‚Lebenshilfe‘ bei Radio Horeb bekannt ist, geht in seiner Predigt zum heutigen Sonntagsevangelium der Frage nach, was Gottes Wort auch heute für unsere Gesellschaft bedeuten könnte. Präzise analysierend bringt er dabei die Ohren zum Klingeln.

 

Hier seine Worte der Predigt zum 22. Sonntag im Jahreskreis (Lesung: Dtn 4, 1-2.6-8; Evangelium: Mk 7, 1-8.14-15.21-23):

Ich vermute mal, dass es Ihnen manchmal wie mir geht und Sie sich über das eigene Älterwerden wundern. Wie oft haben wir uns als Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und auch danach gegen das gesträubt, was unsere Eltern uns an Weisungen und Ratschlägen gegeben hatten. „Ja, ja“ … und dann hatten wir es doch anders gemacht … und sind dabei nicht selten von einer Pleite zur anderen gestolpert.

Wundern Sie sich nicht auch darüber, wie oft unsere Eltern doch recht hatten?

Vielleicht braucht es einfach ein gerütteltes Maß an eigener Erfahrung, um zu sehen und vor allem um zu spüren, dass vieles von dem, was uns die Altvorderen mit auf den Weg geben wollten, gar nicht so schlecht war.

Natürlich darf und muss jeder und jede seine und ihre eigenen Erfahrungen machen – das ist auch das Vorrecht der Jugend. Aber Weisheit und Reife im Leben eines Menschen wachsen dann, wenn man wirklich hinzulernt und zum Beispiel erkennt, dass Menschen es gut mit uns meinen und wir das dann auf den zweiten Blick oder noch viel später erkennen … wichtig ist, dass wir es erkennen.

Und genauso handelt GOTT mit uns Menschen. Er meint es gut mit uns! Wir aber sträuben uns immer wieder gegen IHN, seine Weisungen und Rechtsvorschriften. Wir reiben uns daran und verlieren dabei so viel Lebensenergie. Manche Menschen vertun ein Leben lang so viel Kraft in ihrem Kampf gegen Gott, seine Kirche und deren Symbole.

Wie stolz bin ich da auf unser Klinikum, das nach wie vor dahintersteht, dass Kreuze in den Krankenzimmern hängen und – das freut mich besonders – auch Krankenschwestern und Pfleger dahinterstehen. Erst in diesen Tagen meinte ein selbsternannter Atheist dagegen vorgehen zu müssen, er prallte aber gegen eindeutige PROhaltungen ab. Darüber freue ich mich sehr und will diese Haltung hier auch bewusst ausdrücken und dadurch verstärken.

In der heutigen Lesung aus dem Buch Deuteronomium hören wir eine liebgemeinte Weisung unseres Gottes, die wir uns wirklich zu Herzen gehen lassen sollten, wenn wir wollen, dass unser Leben gelingen soll: „Hört und ihr werdet leben, … ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.“

Es ist wirklich so:

Im Laufe unseres Lebens erkennen wir, was wirklich hilft, trägt, tröstet und uns weiterbringt. Gottes Weisungen sind wie gut gemeinte Ratschläge unserer Eltern, die wir meist erst auf den zigten Blick als solche erkennen.

Gesetze und Rechtsvorschriften erleichtern, ich meine sogar sie ermöglichen erst das gute Zusammenleben von Menschen. Wenn – und das ist Gott sei´s geklagt ja nicht selten – Willkür und Egoismus das Handeln von Menschen bestimmen und jeder tun und lassen kann, was er will, dann geht alles den Bach runter.

Die Geschehnisse in Chemnitz in diesen Tagen zeigen uns, wie brüchig und gefährdet menschliche Gesellschaft sein kann.

Grundgesetz und Grundwerte müssen eingefordert werden durch Dialog, Nachforschen, was schief gelaufen ist, Aufeinanderzugehen aber auch klares Grenzenziehen weg von Mob, Gewalt und Chaos.

Schlimm, wirklich schlimm ist es dann, wenn „Biedermänner“ und „Biederfrauen“ zu Brandstiftern werden. Äußerlich kommen sie gutbürgerlich und mit scheinbar klaren Werte daher, innerlich wollen sie spalten und sind auf Randale gebürstet.

Mit solchen Pharisäern hatte Jesus immer wieder zu tun. Deutlich, sehr deutlich – auch heute im Evangelium – weist er darauf hin, worauf es wirklich im Leben ankommt: Nicht auf Äußeres, sondern auf Inneres, auf innere Werte.

Äußere Sauberkeit und Reinlichkeit sind wichtig – ja, das lehrt uns tagtäglich auch der Klinikalltag. Aber das Eigentliche sind nicht die Äußerlichkeiten und Etikette, denn, so sagt Jesus: „Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.“ Und dann wird Jesus sehr konkret: „All das Böse, wie böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft kommt von innen und macht den Menschen unrein.“

Vorsicht vor allzu bieder daherkommenden Moralaposteln. Hinter deren Fassade mieft es gewaltig und müsste durch Gottes Geist mal gehörig durchgelüftet werden!

In Bayern gibt es einen sehr schönen Abschiedsgruß, dessen tieferer Sinn mir erst seit kurzem aufgeht:

„Bleib sauber!“

Das sagt man mit einem Lächeln und meint damit, dass der Gegrüßte weniger äußerlich hygienisch rein, sondern dass er innerlich sauber bleiben soll.

„Erst in diesen Tagen“, so hat mir eine gute Bekannte voller Trauer und Wut mitgeteilt, „erst in diesen Tagen musste ich wieder feststellen, dass es immer noch Menschen gibt, die den Ärmsten nicht das Schwarze unter den Fingernägeln gönnen, sich selber aber für unfehlbar halten und jeden Sonntag in der Kirche sitzen und scheinheilig den Klingelbeutel an sich vorbei ziehen lassen. Brrrrrr – brauch ich nicht!“

Im Laufe des Lebens kommt es wirklich darauf an, dass man sauber bleibt, dass man erkennt, was man wirklich braucht und worauf es echt ankommt. Dass man vielleicht auch erkennt, dass die Altvorderen und GOTT mit ihren Lebensweisungen nicht so falsch lagen und dass man vor allem privat, in der Arbeit und auch öffentlich ehrlich und aufrichtig zu seinen Werten steht … und somit mithilft, dass Pseudoatheisten, Mob, Biedermänner und Biederfrauen, Brandstifter und Randalierer mit gefährlichen und bösen inneren Haltungen nicht das Sagen bekommen. AMEN.

 

Pfarrer Christoph Kreitmeir ist Klinikseelsorger am Klinikum in Ingolstadt, Buchautor, Autor auf katholisch.de, Vortragsredner und geistlicher Begleiter von PromisGlauben.

Am 24. Oktober 2018 hält Christoph Kreitmeir einen Vortag im Kulturboden Hallstadt zum Thema „Sich Zeit nehmen“.

In seiner wöchentlichen Generalaudienz warb Papst Franziskus auch für eine Revolution der Liebe und Zärtlichkeit, die in der einzelnen Familie beginne. Dabei betonte er das Ideal der lebenslangen Ehe und Familie. Mit Blick auf gescheiterte Beziehung sagte er, dass er niemanden verurteile und jeden respektiere. Sein Augenmerk legt er aber auf die lebenslange Ehe, die gemeinsam den Höhen und Tiefen des Lebens standhält. Dazu äußerte er:

„Ich respektiere jeden. Aber das Ideal sind nicht die Scheidung, die Trennung, das Ideal ist nicht die Zerstörung der Familie. Das Ideal ist die geeinte Familie.“

Es sei in den Medien Mode geworden, von gescheiterten Ehen als etwas Normalem zu berichten, kritisierte Franziskus. Oft heiße es:

„‚Der hat sich von dieser scheiden lassen, jene von jenem.‘ Und die Trennungen, ich bitte euch: Das ist eine schreckliche Angelegenheit“,

so der Papst. Stattdessen betonte er die Zeugnisse der ehelichen Liebe, die Paare jeden Alters abgeben würden. Sie seien „wahre Lichtblicke“ und ein besonderes Geschenk Gottes, das jeden Tag in der „Hauskirche“ – der Familie – gepflegt werden müsse. Weiter gab Franziskus zu bedenken:

„Wie sehr braucht die Welt eine Revolution der Liebe, der Zärtlichkeit! Und diese Revolution beginnt in der Familie.“

In seiner Ansprache berichtete Franziskus von seinem Besuch beim Weltfamilientreffen in Dublin. Dort habe er Tausende Familien aller Sprachen und Kulturen getroffen. Sie alle seien ein Symbol für Gottes Traum für die Menschheitsfamilie, der Einheit, Harmonie und Frieden bedeute. Gott wolle, dass niemand einsam sei, dass niemand ungewollt sei und ausgeschlossen bleibe, so der Papst. Noch einmal betonte er die Rolle der Großeltern bei der Stärkung der Familienbande und der Weitergabe des Glaubens.

„Großeltern sind keine Last – sie sind die Weisheit, die Erinnerung eines Volkes und der Familien. Sie müssen die Erinnerung an ihre Enkelkinder weitergeben. Sortiert die Großeltern nicht aus!“,

so ein weiterer Appell von Papst Franziskus.

Quelle: katholisch.de

Der Mann ist ein Typ, der Mann hat was zu sagen – und er weiß, wie man das so anstellt, dass es bei den Leuten ankommt: Christian Olding, Anfang 30, Priester in Geldern am Niederrhein. Manche nennen ihn „Pop-Kaplan“, weil er Gottesdienste der etwas anderen Art feiert: mit bunten Scheinwerfern statt Neonröhren und Nebelmaschinen statt Weihrauch, mit hochprofessionell geschnittenen Youtube-Videos – und in vollbesetzten Kirchen. Neben seinen modernen Gottesdiensten hat ihn sein Buch „Klartext bitte!: Glauben ohne Geschwätz“ bekannt gemacht. Im Internet-Portal „katholisch.de“ meldet er sich regelmäßig mit Video-Kommentaren. Olding ist Online-Profi.

Gibt es ein Leben nach dem Tod oder ist mit dem Tod alles vorbei? Dieser Frage geht Pastor Christian Olding aktuell im Format „Glaube.Leben.“ auf katholisch.de nach. Christian Olding ist sich gewiss: Wenn mit dem Tod alles vorbei wäre, dann würde unserm Leben etwas fehlen, was wir unbedingt brauchen.

Hier seine Antwort aus dem YouTube-Channel von katholisch.de:

 

Quelle: kirche-und-leben.de

Zum heutigen Sonntagsevangelium (Joh 6, 60-69) geht unser geistlicher Begleiter Christoph Kreitmeir Entscheidungen über lebensbestimmende Fragen nach, die lebensentscheidend sind und getroffen werden müssen. Dabei beschreibt er, warum es keine anderen Worte gibt, die wirklich Seelennahrung und verlässliche Werte liefern, als Gottes Worte.

Pfarrer Kreitmeir schreibt in seiner E-Mail an uns einleitend, dass diese Predigt aus dem Herzen komme, da er gestern auf der Palliativstation „höchst Wertvolles“ erlebt habe. Und weiter betont er in seiner E-Mail:

„Es kommt nicht darauf an, wieviel ein Mensch hat oder wann und an welchen Krankheiten er stirbt, es kommt darauf an, welche Werte er gelebt hat. Jesus fordert da klare Entscheidungen.“

 

Hier die Worte seiner Predigt zum 21. Sonntag im Jahreskreis mit Bezug auf die Lesung (Jos 24, 1-2a.15-17.18b) und das  Evangelium (Joh 6, 60-69):

Sie kennen das alle: Nicht selten drücken wir uns vor Entscheidungen, schieben sie vor uns her, verdrängen und vergessen sie, aber spätestens nachts kommen sie zurück wie eine Warnlampe, wie eine Sirene und lassen uns nicht schlafen. Sie lassen uns einfach nicht schlafen … obwohl wir doch so gerne vor uns hindämmern würden …

Entscheidungen wollen und müssen getroffen, eben entschieden werden. Da gibt es kein Herumdeuteln, kein Verschieben, Verdrängen oder Schönreden. Entscheidungen sind nicht aufzuschieben, wenn man nicht (seelisch) krank werden will.

Warum sage ich das?

Na ja, weil jede und jeder von uns das Eine oder Andere vor sich herschiebt. Das funktioniert auch eine Zeitlang mehr recht als schlecht, ABER …

Es gibt Entscheidungen, die verlangen keinen Aufschub

Entscheidungen in Geldsachen zum Beispiel. Noch dringlicher sind Entscheidungen in Beziehungsfragen den Geschwistern gegenüber, dem Ehepartner gegenüber, den eigenen Kindern gegenüber, Freunden gegenüber.

Überaus dringlich, leicht zu übersehen und dadurch wirklich lebensgefährlich sind Entscheidungen über die lebensbestimmenden Fragen nach dem „Woher?“, „Wohin?“, „Wozu?“ Fragen wie „Was kommt nach dem Tod?“, „Gibt es einen Gott … für mich?“ sind keine Schönwetterfragen. Diese Fragen sind lebensentscheidend.

Sie meinen, das sei nicht so entscheidend, nicht so wichtig?

DOCH, ich glaube schon!

Nicht, weil ich ein Priester bin und das vielleicht sagen muss.

Nicht, weil ich hier tagtäglich in der Klinik Entscheidendes im Umgang mit Leid, Sterben und Tod erlebe.

Nicht, weil Glauben und Spiritualität halt irgendwie im Leben dazugehören … mehr oder weniger. Na ja, meistens weniger halt …

Nein, die Entscheidung für Sinn oder Unsinn des Lebens, für oder gegen das, was wirklich trägt und hält, die Entscheidung für oder gegen Gott ist richtungs- und lebensentscheidend.

Meine Erfahrung zeigt mir, dass im Laufe eines Lebens, jedes Lebens, diese Frage erkannt oder unerkannt immer mehr aufleuchtet, innere Unruhe und Schmerzen verursacht, einen umtreibt … und Entscheidung fordert.

Folgende Sätze aus Lesung (Jos  24,1‑2a.15‑17.18b) und Evangelium (Joh 6,60‑69) bringen es deutlich auf den Punkt:

„Entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt!

Wer hat uns denn auf dem ganzen Weg unseres Lebens begleitet und beschützt?

So manches im Leben bringt nicht nur die Jünger Jesu zum Murren.

So manches im Leben, auch die Worte Jesu können unerträglich werden, weil sie Entscheidendes und Entscheidung fordern.

Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts.

Wollt auch ihr gehen? Wollt auch ihr mich verlassen?

Zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“

Gottes Worte sind keine einlullenden Worte, Gottes Worte sind Entscheidung fordernde Worte.

Dazu eine erhellende Geschichte: Ein Priester und ein Rabbiner, die gemeinsam auf einer Konferenz sind, müssen sich dort ein Schlafzimmer teilen.

Beim Frühstück am nächsten Morgen sagt der Priester zum Rabbi: „Mein lieber Rabbi, hoffentlich habe ich Sie gestern Abend beim Einschlafen nicht gestört, weil ich das Licht so lange brennen ließ.“ – „Halb so schlimm, das habe ich kaum bemerkt“, antwortet der Rabbi. Der Priester erzählt ihm daraufhin: „Ach, wissen Sie, wenn ich am Abend nicht eine halbe Stunde Gottes Wort gelesen habe, kann ich nicht in Ruhe einschlafen.“„Das ist merkwürdig“, entgegnet der Rabbiner, „bei mir ist es genau umgekehrt: Wenn ich am Abend eine halbe Stunde Gottes Wort lese, kann ich nicht mehr ruhig schlafen!“

Gottes Wort kann vertraut, beruhigend und fast ein wenig einschläfernd wirken. Gottes Worte können aber auch aufrütteln, mahnen und einem deutlich vor Augen halten:

Nutze deine Lebenszeit, denn wer jenseits des Geldes, der Macht und des Besitzens keine Werte hat, der ist arm und armselig.

Gottes Worte können unbequem und ärgerlich machend werden,

aber es gibt keine anderen Worte, die wirklich Seelennahrung geben als Gottes Worte.

Für Petrus gibt es keine Alternative zu Jesus und seine Worte, die nicht selten einen auch zum Murren bringen, weil sie unbequem sind: „Zu wem sonst sollen wir denn gehen? Nur Du hast Worte ewigen Lebens.“

Diese Worte wollen keine Sonntagsworte bleiben, diese Worte wollen im Laufe der Zeit wirklich ins Herz der Menschen tröpfeln, Tröpje for Tröpje Qualiteit. Dann wird das Leben eines Menschen im Laufe der Zeit zeigen, welchem „Gott“ ein Mensch gedient hat, welche Werte wirklich lebensbestimmend waren, welche Seelennahrung er bekommen und daraus wirklich gelebt hat … oder innerlich verhungert ist …

Die Summe eines Lebens, die Lebensbilanz eines Menschen wird zeigen, ob er sich für „Geist und Leben“ auch über den Tod hinaus entschieden hat oder nur für Vergängliches, das verrotten wird.

Die Lebensbilanz eines Menschen wird es an den Tag bringen … und das macht mich schon unruhig und fordert für mich klare Entscheidungen. Amen.

 

Mehr Impulse von Pfarrer Kreitmeir gibt’s unter christoph-kreitmeir.de

Mehr über unsere geistlichen Begleiter gibt’s hier

 

Am gestrigen Sonntag legte Pfarrer Fritz Bischoff in der Stadtkirche St. Johannes der Täufer in Kronach in seiner Predigt in der Abendmesse das Tagesevangelium (Joh 6,51 – 58) aus, wo Jesus betont:

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“

Dabei stellte Pfarrer Bischoff einen interessanten Vergleich zwischen dem Vermächtnis Jesu, das wir Woche für Woche in der Eucharistie feiern, und einer Grillparty her, was die Kirchenbesucher aufmerksam aufhorchen ließ.

 

Hier seine Worte der Predigt zum Thema „Miteinander Mahl halten“:

Sommerzeit ist Grillzeit. Menschen kommen zusammen, um miteinander in lockerer Form Mahl zu halten.

Wahrscheinlich drehen sich ihre Gespräche nicht um religiöse Themen, aber sie reden über ihr Leben. Es wird gelacht und getrunken. Und im positiven Fall gehen sie nachher mit guten Gefühlen nach Hause. Mit der Gewissheit, dass man nicht allein ist auf der Welt. Mit der Sicherheit, dass die Menschen, mit denen man so fröhliche Stunden verbracht hat, auch da sein würden, wenn einen das Leben vor Herausforderungen stellt.

Jesus wusste um die Kraft des gemeinsamen Mahlhaltens und hat es mit Sündern und Frommen gepflegt.

Und sein letztes gemeinsames Essen mit seinen Gefährten hat den Grundstein für 2000 Jahre Kirchengeschichte gelegt. Darum fällt es mir schwer, im Gottesdienst zu beten: „Herr, ich bin nicht würdig …“

Das klingt, als hätte ich Gott oder dem Nächsten gegenüber so Schlimmes angerichtet, dass die Heilung der Seele, um die ich vor der letzten Kommunion gebetet hatte und von der ich sicher war, dass Gott sie gewährt hat, wieder zunichtegemacht wäre.

Ich bin dankbar, dass sich nun wieder so viele Familien und Freundesgruppen zum Grillen zusammensetzen.

Überall, „wo zwei oder drei“ im Namen von Freundschaft und Liebe zusammenkommen, wird auch Jesus unsichtbar da sein.

Er wird „Seelen“ von Einsamkeit heilen, sie zur gegenseitigen Hilfe ermuntern und sich freuen, dass sie den Alltag mit neuer Kraft bewältigen, dass Generationen gemeinsam erleben, „wie gut das Leben schmeckt“.

Und vielleicht wären die Hersteller der Produkte für das Grillvergnügen für ein Abkommen zu gewinnen, dass sie einen Teil ihres Erlöses an Hilfsorganisationen weitergeben, die – auch weltweit – für gemeinsame Mahlzeiten bedürftiger „Seelen“ sorgen.

… Denn gemeinsames Essen heilt – auch ohne ausdrücklich um das Vermächtnis Jesu zu wissen „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Amen.

Aktuell berichtet katholisch.de, dass kein Klassik-Interpret je so erfolgreich wie Andrea Bocelli war und der Italiener dies jedoch nicht als seinen Verdienst ansieht. Millionen Plattenverkäufe und Auftritte vor Päpsten hätten einen anderen Ursprung, so Bocelli.

Am 25. August tritt Andra Bocelli im Dubliner Stadion Croke Park beim Weltfamilientreffen auf, an dem auch Papst Franziskus teilnehmen wird.

Auf das Konzert mit Papst Franziskus als Zuhörer freut sich der Star-Tenor sehr. Im Interview mit „Vatican News“ (Donnerstag) sagte der 59-jährige dazu:

„Es ist ein Privileg, denn vor dem Heiligen Vater zu singen, ist eine große Freude.“

In der Gegenwart „von derart charismatischen Persönlichkeiten wie dem Papst“ fühle man sich schließlich wohl.

Auf seinen steilen Karriereweg bis hin zum erfolgreichster Klassik-Interpret aller Zeiten bildet sich Bocelli nicht viel ein, weil er dafür vor allem Gott verantwortlich sehe, beteuerte der Italiener im Interview mit „Vatican News“. Dazu sagte er weiter:

„Der Gesang, die Stimme, so wie alle Talente dieser Welt, sind eine Gabe Gottes, daran besteht kein Zweifel.“

Der Mensch erreiche generell nichts aus eigenem Verdienst, sondern weil es ihm gegeben wurde, so Bocelli. Und weiter erklärte er:

„Also gibt es in diesem Sinn keinen Grund, stolz auf irgendetwas zu sein. Man muss dafür danken und basta!“

Dafür gehöre laut Bocelli auch, an die göttliche Schöpfung des Menschen zu glauben. Es sei eine „geistige Verirrung“, zu denken, dass die Menschen nur Produkte des Zufalls seien. Dazu fährt er mit einem beeindruckenden Vergleich fort und sagt:

„Das (An Zufall zu glauben) wäre ein bisschen so, als würde man sich der Pieta von Michelangelo gegenüber sehen und leugnen, dass diese einen Schöpfer hat, das heißt also mehr oder weniger zu meinen, dass man diese Statue eines Tages so gestaltet in den Bergen gefunden hat, weil der Zufall sie gemeißelt hat.“

Quelle: katholisch.de

Der Unternehmerin Gloria von Thurn und Taxis, die in den 80er Jahren durch schräge Outfits und ungewöhnlich gestylte Haare auffiel, ist heute die Verbindung zu Gott weitaus wichtiger geworden.

Im Zuge desses ist ihr heute der Namenstag „viel wichtiger“ als der Geburtstag, sagte die Fürstin den im Augsburger Verlag Sankt Ulrich erscheinenden Wochenzeitungen „Neue Bildpost“ und „Katholische SonntagsZeitung“ und begründete dies, wie folgt:

„Weil der Heilige, dessen Namen man trägt, der wichtigste Beschützer des ganzen Lebens ist.“

Mit Blick auf das heutige Hochfest Mariä Himmelfahrt betonte die Adelige weiter:

„Ich habe das Glück, Mariae Gloria heißen zu dürfen – und daher ist die Gottesmutter meine Namenspatronin.“

Gloria von Thurn und Taxis ist heute überzeugte Katholikin, die an die leibliche Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel glaubt, was am heutigen Hochfest Maria Himmelfahrt, das in überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns sowie im Saarland ein gesetzlicher Feiertag ist, gedacht wird.

Zu ihrem Glauben bekannte die heute 58-jährige bereits im Jahr 2004 gegenüber dem Journalisten Peter Seewald:

„Ich glaube ganz fest an Gott. Ich habe auch das Gebet zu meiner festen täglichen Gewohnheit gemacht.“

Auch andere ermutige sie zum Glauben an Gott. Dazu sagte sie damals:

„Meinen Freunden, die Schwierigkeiten mit der Religion haben, rate ich immer: ‚Ihr müsst es mit dem lieben Gott einfach ausprobieren‘.“

Quellen: domradio.de und kath.net