Foto: © Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), 2019-01-31-Anna Schudt-DFP 2019-4049, cropped, CC BY-SA 4.0

Die Schauspielerin Anna Schudt, die vielen Fernsehzuschauern u.a. aus dem Dortmunder Tatort bekannt ist, wurde durch ihren jüngsten Film „Eine harte Tour“, der kürzlich in der ARD zu sehen war, mit existenziellen Fragen konfrontiert. Die Schauspielerin, die nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen mit nunmehr 45 Jahren gefragter und erfolgreicher denn je ist, fühlte sich in ihrer Kindheit mit Jesus Christus sehr verbunden, was sie im Frühjahr 2017 dem Magazin Chrismon verriet.

In ihrem jüngsten Fernsehfilm „Eine harte Tour“, bei dem es thematisch um die Mitte des Lebens geht, spielt die Schauspielerin die Ulrike, eine kontrollierte, äußerlich starke Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist. Die Metapher vom Berg in der Mitte des Lebens findet Anna Schudt dabei spannend. Dazu sagte sie im Gespräch mit der FAZ:

„Man steht oben auf dem Plateau, und schon purzelt der Erste runter. Und man weiß nicht, ob man selbst der Nächste ist. Was macht man jetzt mit seinem Leben?“

In der ersten Hälfte des Lebens habe man auf dem Weg nach oben viele Erfahrungen gesammelt, wie die Beziehung zu Freunden oder das Kinderkriegen. In der zweiten Hälfte komme dann die Auseinandersetzung mit dem Tod dazu. Dazu erklärte sie weiter:

„Man merkt, dass man sterblich ist. Dann geht man auf jeden Fall den Berg runter, die Frage ist nur, wie.“

Die Beschäftigung mit dem Drehbuch des Films und die damit verbundene Beschäftigung mit dem Thema Tod haben Anna Schudt zum Nachdenken gebracht und mit existenziellen Fragen konfrontiert, wie sie im FAZ-Interview wie folgt zum Ausdruck brachte:

„Die Frage, was bleibt und wer bleibt und in welcher Form, ist wichtig für mich. Wo setze ich den Fokus, was will ich noch erreichen?“

Im Interview für die Rubrik „Fragen an das Leben“ im Magazin Chrismon im Frühjahr 2017 wurde Anna Schudt vom Journalisten Dirk von Nayhauß gefragt, ob man den Tod fürchten müsse. Bei dieser Frage ging sie auf ihre Erfahrungen in einem Kinderhospiz ein, wo sie zusammen mit ihrem Mann Lesungen hält. Dazu sagte sie u.a.:

„Ein Kinderhospiz ist kein Ort von Trauer. Wenn einem der Wert des Lebens so bewusst ist wie in dem Moment, in dem man weiß, es ist endlich – dann sucht man nicht nach den Tränen, sondern nach dem Glück und nach dem Lachen.“

In diesem Interview nahm die erfolgreiche Schauspielerin, die 2019 für ihre Rolle im Film „Aufbruch in die Freiheit“ mit dem Deutschen und dem Bayerischen Fernsehpreis und der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde, auch Stellung zu ihrem Glauben, der sie in der Kindheit sehr getragen hat und dem sie sich nun wieder annähert. Dazu erklärte sie:

„Als kleines Mädchen habe ich mich mit Jesus sehr verbunden gefühlt.“

Sie berichtete weiter, dass sie damals in ihrem Zimmer oft vor ihrer „Gebetstruhe“ kniete und im Gebet eine Beziehung zu Jesus pflegte. Dazu sagte sie:

„Jesus hat mich begleitet, er war an meiner Seite.“

Als jedoch einmal jemand aus ihrem Umfeld ihre Ansichten als „Jesusquatsch“ belächelte, habe sie begonnen, sich so sehr dafür zu schämen, dass die Verbundenheit „mit einem Mal weg, wie abgeschnitten“ gewesen sei. Diese Erfahrung sei wie „eine Guillotine“ gewesen, beschrieb Anna Schudt dieses Ereignis weiter, dass dazu führte, dass sie mit dem Beten aufhörte und diese innige Beziehung, in der sie sich geborgen fühlte, verlor. Im Erwachsenenalter ist bei ihr nun wieder eine Sehnsucht zu diesem Getragensein zu erkennen. So erklärte sie 2017 im Chrismon-Interview:

„In der letzten Zeit bin ich wieder häufig in der Kirche. Sie ist für mich ein Raum, in dem ich außerhalb bin von Gewusel und Gewirre, außerhalb von Ansprüchen an mich – ob die nun von mir selbst kommen oder von anderen.“

Und weiter:

„Ich begebe mich dort in etwas Größeres, ich begebe mich in einen Raum, wo ich innehalte und still bin und zulasse, dass es etwas anderes gibt als mich.“

Unabhängig davon erklärte Anna Schudt im aktuellen Interview mit der FAZ, dass sie heute der Überzeugung ist, dass es im Leben auch „Kränkungen“ brauche, um zu erkennen, was einem selbst wichtig ist und interessiere.

Quellen: faz.net, chrismon.evangelisch.de