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Börsenspekulant und Hedgefondsmanager Florian Homm, der auch durch Investitionen in den Fußball-Klub Borussia Dortmund Anfang der 2000er Jahre bekannt wurde, verdiente einst sein Geld mit skrupellosen Finanzgeschäften. Zum Perspektivwechsel in seinem Leben kommt es, nachdem sein System zusammenbricht. Heute stellt er sein Leben in den Dienst der Gottesmutter.

Der von Homm verwaltete Hedgefonds Absolute Capital Management (ACM) kam zeitweise auf ein Volumen von bis zu drei Milliarden US-Dollar, brach aber 2007 zusammen. Investoren sollen 200 Millionen US-Dollar verloren haben. Homm tauchte unter, sodass ihn FBI, SEC und DEA zur Fahndung ausschrieben. 2013 wurde Homm nach Hinweisen von Zielfahndern des FBI von der Polizei in Florenz verhaftet. Nachdem die Höchstdauer der Untersuchungshaft abgelaufen war, wurde er 2014 freigelassen. Am 23. April 2021 soll nun vor dem Bundesstrafgericht im schweizerischen Bellinzona das Urteil gegen Florian Homm gesprochen werden.

Im Interview mit der Bild am Sonntag am 28.2.2021 gab Florian Homm Einblicke in sein Leben, die ihm zum skrupellosen Finanzhai werden ließen. Dabei schilderte er schonungslos die Perspektive seines früheren Lebens. Die BILD schrieb dazu: „Er war der ‚Plattmacher‘, der ‚Antichrist der Finanzwelt‘, ‚der Aktienkurskiller‘.“

Homm berichtete über sein perverses Handeln als Hedgefondsmanager, mit dem er „vor allem“ damit Geld verdiente, indem er und sein Team „Aktienkurse in den Keller schickten“ und sich daran jubelnd erfreuten, „wenn ein Vorstandschef einen Herzinfarkt erlitt oder ihm bei einem Autounfall etwas passierte“. Dazu betonte er:

„Wir liebten die Katastrophen.“

An seiner Skrupellosigkeit zerbrach auch seine Familie. Er habe sich „wie ein Pitbull“ verhalten, schilderte Homm weiter. Materielle Dinge und das Vernichten des Konkurrenten bestimmten seine Lebensperspektive. Als Ursache für seine Persönlichkeitsentwicklung benannte der heute 61-Jährige auch das Aufwachsen in seiner Familie mit einem Vater, der eine „gespaltene Persönlichkeit“ gewesen sein und einer Mutter, die er als „eine notorische Fremdgängerin“ bezeichnet. Zudem habe in seiner Kindheit Gewalt „an der Tagesordnung“ gestanden. Dazu erklärte er weiter:

„Die Rippenbrüche und Prellungen hörten mit 13 auf, weil ich ihn [Anmerkung: seinen Vater] verdrosch.“

Vor einigen Jahren fand das Leben von Florian Homm einen Perspektivwechsel hin zu innerer Zufriedenheit, als er zum christlichen Glauben fand. Im Zuge dessen berichteten die Medien mit entsprechenden Headlines. Das NDR-Magazin Panorama – Die Reporter titelte im Dezember 2015 „Der Kapitalist Gottes“, Die Welt berichtete im November 2015 mit „Das neue Leben des dubiosen Meister-Spekulanten“, das Magazin Focus brachte im September 2015 die Headline Bekehrter Florian Homm – Gesuchter Finanz-Hai arbeitet jetzt für die Muttergottes“ und das Finanzmagazin Businessinsider überschrieb im Mai 2017 ein Interview mit Florian Homm mit der Schlagzeile „Vom Hedgefondsmanager zum Christ“

Über seinen Perspektivwechsel sagte der ehemalige Börsenspekulant im Februar 2016 im Interview mit dem Finanzmagazin „Das Investment“:

„Ich bin dankbar, dass ich durch mein kleines Kreuz, den Weg, die Wahrheit und das Leben finden konnte: Jesus und seine Mutter Maria.“

Von skrupellosen Finanzgeschäften will Homm heute nichts mehr wissen, sondern seine Talente in den Dienst der Gottesmutter stellen. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte er im September 2015:

„Ich habe mein Leben der Heiligen Mutter gewidmet.“

Damals berichtete er, dass er nun für eine christlich-katholische Stiftung arbeiten werde und sich mit seinen „Kenntnissen von Abläufen, Strukturen und Webdesign“ einbringen werde.

Das NDR-Magazin Panorama – Die Reporter berichtete, dass Homm nach eigenen Angaben dem Geld abgeschworen habe und künftig  Menschen zu Bescheidenheit und dem Glauben an die Mutter Gottes bekehren möchte. Zudem verbringe er nun seine Zeit mit Bücherschreiben und Auftritten, in denen er über seinen Glauben und das Guten im Menschen spricht. Dazu erklärte der ehemalige Finanzhai:

„Ich bin dankbar für diese Erleuchtung.“

Gegenüber der Zeitung Die Welt betonte Homm im November 2015:

„Mein Leben liegt in Gottes Hand.“

Im Interview dem Finanzmagazin Businessinsider erklärte Florian Homm im Mai zu seinem 180-Grad-Wandel:

„Im Knast in Italien habe ich gebetet: ‘Gott, nimm mein Leben. Es gehört Dir. Oder zeige mir den Weg in die Freiheit, um Dir zu dienen.’ Er hat mein Gebet gehört.“

So sei er heute auch kein Pitbull mehr, sondern:

„Ich bin Gottes Diener, ein Dokumentarfilm nennt mich den ‘Kapitalist Gottes’. Ich weiß nicht, wo diese Reise hinführt und vertraue auf Gott, dass er mich führt und beschützt.“

Seine „Genetik“ habe sich nicht großartig geändert, nur habe er „die Seiten gewechselt“, so Homm weiter.

Im Februar 2015 beschrieb Florian Homm auf die Frage, ob er mit seinen guten Taten sich mit sich selbst versöhnen wolle, seinen Seitenwechsel mit folgenden Worten:

„Ich sage es mal so: Es hilft, dass Gott uns vergibt. Meine menschliche Bilanz ist ja nicht sehr positiv. Es gab in meinem bisherigen Leben viel Schatten und etwas Licht. Ich möchte den Licht-Anteil erhöhen.“

Dass er heute mit Bescheidenheit durchs Leben gehe, verdanke er der Gnade „Gnade unserer Heiligen Mutter“. Während seiner 15-monatigen Auslieferungshaft in Italien habe ihm die Zuwendung zur Gottesmutter Halt gegeben, so dass er „diese Zeit im Gefängnis“ überstehen haben können.

Quellen: bild.de, ndr.de, focus.de, welt.de, dasinvetsment.com, businessinsider.de, fnp.de