Der Filmregisseur Florian Henckel von Donnersmarck, der für seinen Film „Das Leben der anderen“ aus dem Jahr 2006 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und mit seinem jüngsten Film „Werk ohne Autor“ erneut für den Oscar nominiert war, erklärte aktuell im Magazin Stadtgottes, dass die Inhalte der Bibel in seinem Leben Relevanz haben. Der christliche Glaube spielt in der Familie Henckel von Donnersmarck eine bedeutende Rolle.

Als nun Florian Henckel von Donnersmarck im Rahmen eines Beitrags im Magazin Stadtgottes zum Verhältnis von Prominenten zur Heiligen Schrift gefragt wurde, ob er in der Bibel lese, antwortete der 47-Jährige:

„Ja, im Neuen Testament staune ich immer, wie perfekt die Geschichten passen.“

Weiter brachte er seine Bewunderung für die Kraft der Worte Jesu zum Ausdruck, die „die Welt verändert“ haben. Dazu betonte Henckel von Donnersmarck:

„Es ist eine wunderbare Sache, wenn man sich überlegt, welch unglaubliche Kraft Worte und Gedanken haben können.“

 

Die Zeitung Die Tagespost bezeichnete Florian Henckel von Donnersmarck im April 2006 nach einem Gespräch zu seinem Erfolgsfilm „Das Leben der anderen“ als „christlichen Regisseur“, der moralische Fragen stellt. Dabei wurde berichtet, dass der Oscar-Preisträger in einer Familie aufwuchs, in der die christliche Tradition hochgehalten wird. So ist etwa sein Vater Präsident des karitativen Deutschen Malteser Ordens. Der christliche Glaube spielt auch im Wirken von Florian Henckel von Donnersmarck eine Rolle. So sieht der Filmemacher im Christentum eine „Chance, die dazu ermutigt, überhaupt moralische Fragen zu stellen. Eine gute Geschichte sollte an menschliche Grundfragen rühren und das sind nun mal oft die moralischen Fragen.“ Zudem erklärte er im Tagespost-Interview im Jahr 2006:

„Die Geschichte des Christentums ist ja letztendlich die Geschichte des gesamten Abendlandes. Und wenn man sich insofern für geschichtliche Sachen interessiert, die weiter als das neunzehnte Jahrhundert zurückliegen, dann kommt man am Christentum einfach nicht vorbei. Das war einfach die entscheidende Kraft.“

 

Im Oktober 2018 sprach Florian Henckel von Donnersmarck im Interview mit der Zeitung „Jüdische Allgemeine“ über die prägende Kraft des christlichen Glaubens in seiner Familie. Mit Blick auf seinen Film „Werk ohne Autor“ berichtete der Erfolgsregisseur von seiner besonderen Beziehung zum Judentum und zu Israel. So habe ihn sein Vater geprägt, der dem Judentum „mit großer Ehrfurcht“ begegnete. Dazu erklärte Florian Henckel von Donnersmarck:

„Ich empfinde eine große Bewunderung für Israel, und auch für die jüdische Religion. Mein vor zehn Jahren verstorbener Vater, ein gläubiger Katholik, hat immer das Wort von Johannes Paul II. über das Judentum wiederholt, Juden seien ‚unsere älteren Brüder‘, und die Korrektur von Papst Benedikt, Juden seien ‚unsere Väter im Glauben‘.“

Sein Vater habe mit ihm und seinem Bruder im Kindesalter Israel besucht und seinen Söhnen Tel Aviv, Jerusalem, das Tote Meer gezeigt, was Florian Henckel von Donnersmarck gegenüber der Jüdischen Allgemeinen als „große Erlebnisse“ bezeichnete. Zudem beeindruckte ihn die „Freundlichkeit, Offenheit, Toleranz“, die sie in Israel erfahren durften.

Überdies beschrieb der 47-Jährige noch eine „andere prägende Erfahrung“ für sein Verhältnis zum Judentum:

„Der einzige Bruder meines Vaters ist Zisterziensermönch und der Altabt von Heiligenkreuz bei Wien. Als er sein eigenes Pektorale – jenes Kreuz, das Prälaten um die Brust hängen haben – gestalten musste, hat er eines aus Bronze machen lassen, nicht aus Gold, und darauf, als Zeichen der Solidarität und der tiefen Sympathie mit dem Judentum, und als Symbol der spirituellen Zugehörigkeit zum Judentum, einen Davidstern gesetzt.“

Hintergrund dafür sei die Geschichte vom dänischen König Christian X gewesen, die seinen Onkel schon als Kind sehr mitgenommen habe.  Dieser König soll sich 1938 den Judenstern auf die Jacke genäht haben und damit durch die Stadt geritten sein, um die nichtjüdische Bevölkerung dazu anzuregen, Ähnliches zu tun und so dänische Juden vor der Deportation zu schützen.

 

Die besondere Beziehung von Florian Henckel von Donnersmarck zu seinem Onkel Gregor Henckel Donnersmarck, dem Altabt von Heiligenkreuz bei Wien hat wohl auch ihren Beitrag dazu geleistet, dass der Film „Das Leben der anderen“ diese Tiefe bekam. So ist im Archiv der Homepage der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz im Wienerwald  unter dem Titel „Ein Oscar ‚aus‘ Heiligenkreuz“ folgendes zu lesen: „Unmittelbar vor dem Morgengebet erfuhren wir Mönche am 25. Februar 2007 um 4.45 Uhr die sensationelle Nachricht:
Der Neffe unseres Herr Abtes, Florian Henckel von Donnersmarck, hatte in Los Angeles für seinen Film „Das Leben der Anderen“ den Oscar in der Sparte „bester ausländischer Film“ erhalten! Das Oscar-Gerummel ist uns Mönchen sehr sehr fern, normalerweise nehmen wir davon keine Notiz! Aber diesmal berührte es uns doch sehr, denn Florian hatte das Drehbuch hier bei uns im Kloster in wochenlanger Arbeit erarbeitet und fertiggestellt. Abt Gregor Henckel Donnersmarck war überglücklich, er hat es seinem Neffen ja ermöglicht, sich ins Kloster zurückziehen, um hier konzentriert am Drehbuch zu arbeiten. Vielleicht hat gerade die asketische Lebensform, das Nicht-Abgelenkt-Werden von den „Annehmlichkeiten dieser Welt“ geholfen, dass Florian konzentriert das Drehbuch fertigstellen konnte.
Florian hat es immer betont: Ohne Heiligenkreuz, die klösterliche Stille, das Fitnesstraining mit einigen Mönchen, die musikalische Beratung durch unseren Stiftsorganisten P. Simeon Wester, die Film-Sammlung von P. Karl Wallner und viele Begegnungen wäre der Film nicht geworden! (oder vielleicht kein Oscar).“

Am 28. Oktober 2007 besuchte der Oscar-Preisträger in dankbarer Verbundenheit dann auch die Mönche von Heiligenkreuz mit seinem „Oscar“. Dazu ist auf der Homepage der Zisterzienserabtei folgendes zu erfahren: „Florian Henckel von Donnersmarck hat bei uns im Stift Heiligenkreuz 2002 das Drehbuch zum Oscarfilm ‚Das Leben der Anderen‘ geschrieben (Auslandsoskar 2007), und am 28. Okt. 2007 hat er uns mit dem so seltenen ‚kleinen goldenen Mann‘ besucht. Wir hatten allen Grund zu feiern, denn Papst Benedikt selbst hat ja die Gläubigen in seiner –> Ansprache am 9. September aufgefordert, die Klöster als Orte der Stille und Kraft zu nützen. Und da haben wir ihn gefeiert: den Florian und seinen Oscar. Florian hat ein paar Mal wiederholt:

„Ohne Heiligenkreuz kein Oscar…“

Quellen: stadtgottes.de, die-tagespost.de, juedische-allgemeine.de, stift-heiligenkreuz.org, nzzas.nzz.ch, swr.de, frankenpost.de