Der Glaube an Schutzengel ist laut einer Forsa-Umfrage in Deutschland weit verbreitet. Demnach glauben 66 Prozent der Deutschen an Schutzengel. Auch die Pop-Sängerin und ehemalige französische First Lady Carla Bruni bekannte sich nun zum Glauben an Schutzengel. Das verriet die 52-Jährige rund um die Veröffentlichung ihres neuen Albums „Carla Bruni“,  das am 9. Oktober erscheint.

Nach Ansicht der 52-Jährigen hat jeder Mensch einen Schutzengel. Sie glaube an solche Aufpasser sowohl im Diesseits als auch im Jenseits, sagte die Musikerin der Deutschen Presse-Agentur in Paris.

Sie selbst sei schon einem hier auf Erden begegnet. Auf ihrem neuen Album habe sie dem Beschützer auch einen Titel gewidmet.

 

Der Glaube an Schutzengel ist im christlichen Glauben fest verankert. So gedenkt etwa die katholische Kirche jedes Jahr am 2. Oktober der Schutzengel. Das Schutzengel-Fest erinnert daran, dass Schutzengel christliche Figuren sind: Gott beschützt die Menschen durch seine Engel, lautet die Botschaft dieses Tages. Die Verehrung von Schutzengeln im Gottesdienst setzte im 15. und 16. Jahrhundert ein. Ursprünglich wurde das Schutzengel-Fest am Tag des Erzengel Michaels mitgefeiert, also am 29. September. Papst Pius X. legte schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts den 2. Oktober als eigenen Gedenktag fest. In der Kunst begegnen Schutzengel oft als Kinder mit Flügeln oder als geflügelte Gestalten, die Kinder schützen.

Die Aussage „Jedem Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen“ wird dem heiligen Blasius zugeschrieben. Thomas von Aquin, der große Kirchenlehrer des 13. Jahrhunderts, erweiterte dieses Aussage, indem er sagte, dass jeder Mensch einen Engel hat – ganz gleich, welcher Religion er angehört.

Auch in der Bibel ist der Schutzengel fest verankert. Im Alten Testament besingt ein Psalm Gottes Schutz durch seine Engel (vgl. Ps 91) und der junge Tobias findet einen helfenden Weggefährten (vgl. Tob 5). Auch Jesus spricht von der Sorge Gottes um jeden einzelnen Menschen: „Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.“

Während das Schutzengelfest in der modernen Theologie ins Hintertreffen geraten ist, plädiert der Benediktinerpater und Bestsellerautor Anselm Grün für eine Rückbesinnung auf den Glauben an Schutzengel. Diesbezüglich erklärte er einmal:

„In der Theologie sind Engel in den letzten Jahrzehnten vernachlässigt worden. Die kirchliche Überlieferung aber redet von Engeln als Geschöpfen Gottes. Sie sind also von Gott genauso geschaffen wie der Mensch und stehen in seinem Dienst.“

In seinem Buch „Jeder Mensch hat einen Engel“ widmet sich Anselm Grün den biblischen Geschichten über die Engel, hilft zu verstehen, dass Engel an der Seite von allen Menschen sind und gibt dabei eine tröstliche Botschaft, die den fernen und unbegreiflichen Gott hineinholt in die Alltagswirklichkeit.

Eine gute Anregung, wie Christen heute wieder einen neuen Zugang zu Engeln finden können, ohne in esoterischen Gewässern fischen zu müssen, findet sich schon im Hebräerbrief: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt“ (Hebräer 13,2). In diesem Sinne kann jeder Mensch für einen anderen zum Engel werden. Diesbezüglich erklärt Pater Anselm Grün:

„Nach dem heiligen Augustinus ist Engel eine Bezeichnung für eine Aufgabe, nicht für ein Wesen.“

Und weiter:

„Der Engel ist der Bote Gottes, durch den Gott dem Menschen eine Botschaft sendet oder ihn begleitet und etwas in ihm bewirkt. Der Engel kann in einem Menschen zu uns kommen, im Traum oder in unserer Seele. Der Ort, an dem Engel erfahren werden können, ist das menschliche Herz.“

Ein Glaube, den die französische Pop-Sängerin Carla Bruni teilt. Auch ihrem Ehemann, dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, ist der christliche Glaube wichtig. So bekannte er sich etwa im September 2008 zum Auftakt eines viertägigen Besuchs von Papst Benedikt XVI. in Frankreich zu den christlichen Wurzeln Frankreichs. In seiner Begrüßungsansprache betonte er, dass insbesondere die christliche Religion ein lebendiges Erbe des Nachdenkens nicht nur über Gott, sondern auch über den Menschen, die Gesellschaft und die heutige zentrale Sorge des Schutzes der Natur und der Umwelt sei.

Quellen: rtl.de, tz.de, katholisch.de (1), katholisch.de (2), herder.de, katholisch.de (3), tagesspiegel.de

 

Hier ein wunderschöner Song über Schutzengel von Schwester Teresa Zukic mit der Band „Stimmen der Berge“: