In einem beeindruckenden Interview mit domradio.de stellte sich der Fernsehmoderator und Comedian Guido Cantz hinter seine Kirche, in der er seit seiner Kindheit fest verwurzelt ist. Cantz, der durch die ARD-Show „Verstehen Sie Spaß“ sowie durch seine Auftritte in der Karnevalsaison große Popularität erlangte, bekennt sich seit Jahren zu seiner katholischen Prägung.

Im domradio-Interview erklärte der 48-Jährige nun, dass er mit seiner Heimatkirche in Köln-Porz, in der er getauft wurde, die erste Heilige Kommunion sowie das Sakrament der Firmung empfing, mit seinem Bruder als Ministrant diente und in der er auch seine Frau geheiratet hat, bis heute „ganz viel“ verbindet. Auch sein Sohn wurde in dieser Kirche getauft, ging dort zur Erstkommunion und ist heute wie er damals als Messdiener tätig. Weiter betonte Guido Cantz:

„Diese Kirche hat mein ganzes Leben bis jetzt begleitet, es sind bald 49 Jahre. Das ist so ein Ort der Ruhe.“

Um im hektischen Showgeschäft Ruge in sein Leben zu bekommen, ist die Kirche ein Ort, wo er Orientierung und innere Balance erfährt, was Cantz wie folgt beschrieb:

„Wenn ich mal ein paar Minuten für mich brauche, dann setze ich mich auch ganz gerne mal in die Kirche und bin für mich.“

Mit seiner Familie besuche er „regelmäßig die Messe“ und bringe sich in das Leben der Pfarrgemeinde, die „auf jeden Fall zu unserem Leben dazugehört“, aktiv ein. So habe etwa seine Frau Kommunionunterricht gegeben.

Besorgt zeigte sich Guido Cantz über die Situation der Kirche in Deutschland, in der immer größere Pfarrverbände gebildet werden, was die Seelsorger immer mehr an die Grenze der Belastbarkeit bringt. Auch wünscht er sich, dass die Kirche „doch ein bisschen jünger wird“ und mehr Frauen in leitende Positionen kommen.

Dabei ist es ihm wichtig, dass man als Kirchenmitglied seine Kirche auch in angemessener Weise kritisieren kann. Diesbezüglich erklärte er:

„Ich sage mal, wenn man Vereinsmitglied ist, kann man auch ruhig mal den Vereinsvorstand kritisieren.“

Da, wo die Kritik „bösartig“ wird, sieht Cantz allerdings eine Grenze überschritten.

 

Guido Cantz bekennt sich bereits seit Jahren offen zu seinem Glauben, der ihn seit Kindheitstagen trägt und ihm in einer existenziellen Lebenssituation besonders half. Im Interview mit dem Kölner Express anlässlich seines 40. Geburtstages erklärte Cantz vor 9 Jahren, dass er gerade wegen des Rummels um seine Person seit Jahren aktiver Katholik sei. Dazu betonte er:

„Der Glaube gibt mir Kraft. Wenn wir alle ein Stück so leben würden wie Jesus, wäre unsere Welt um ein paar Konflikte ärmer.“

Auch in einer Story im Kölner Stadtanzeiger über ihn mit dem Titel „Mein Veedel“ hob der Entertainer vor 8 Jahren seine Beziehung zu seiner Kirche in Porz hervor. Damals sagte er u.a.:

„Ich war gern Messdiener, und ich war überhaupt ein viel braverer Junge als die meisten Leute heute glauben.“

In einer existenziellen Lebenssituation fand Guido Cantz Halt im Glauben. Als er in jungen Jahren schwerer erkrankte und nach einer Blinddarmoperation verbunden mit hohem Fieber auf der Intensivstation landete, erfuhr er die Kraft, die im Sakrament der Kommunion liegt wie der Showmaster im Interview mit dem christlichen Medienmagazin Pro im November 2013 wie folgt beschrieb:

„Als ich 25 Jahre alt war, lag ich ziemlich lange im Krankenhaus. Eine Woche davon auch auf der Intensivstation. Sonntags habe ich mir immer gewünscht, dass der Pfarrer vorbeikommt und mir die heilige Kommunion vorbeibringt. Das hat mir Halt und Hilfe gegeben.“

Zudem erklärte er gegenüber Pro:

„Ich bin gläubig und finde es klasse, in die Kirche zu gehen.“

Zu seiner Glaubenspraxis berichtete Cantz seinerzeit, dass er und seine Frau mit seinem damals dreijährigen Sohn vor dem Schlafengehen beteten. Dazu sagte er weiter:

„Wir lassen den Tag Revue passieren und am Schluss sagen wir Amen, bedanken uns beim lieben Gott und hoffen, dass es morgen so gut weitergeht. Ich glaube, dass jemand auf mich aufpasst. Das Gefühl hatte ich eigentlich schon immer.“

Als Guido Cantz im Februar 2013 in der WDR-Sendung Zimmer frei (Folge 607), in der sich ein Promi um ein WG-Zimmer bewirbt, zu Gast war, wurde das im angebotene Zimmer wie ein kirchlicher Raum gestaltet. In dieser Atmosphäre sprach Cantz mit der Moderatorin Christine Westermann offen und tiefgründig über seinen Glauben, wobei er auch auf das existenzielle Ereignis in seiner Jugend Bezug nahm. Damals sagte er:

„Es gab viele Wendungen in meinem Leben, die passiert sind, wo ich mir nicht vorstellen kann, dass das einfach so passiert ist. Da hatte fast alles auch einen Sinn.“

Zur Situation, als er in jungen Jahren auf der Intensivstation lag, berichtete Guido Cantz:

„Da kam dann auch der Seelsorger vorbei, und ich habe gebetet. Ich glaube, dass mir das ein Stück weit Kraft gegeben hat. Das war eine einschneidende Zeit, und seitdem bin ich mir noch sicherer, dass da jemand auf mich guckt.“

Durch solche Erfahrungen geprägt, ist ihm der Wert der Dankbarkeit wichtig, was er auch in seinen Gebeten zum Ausdruck bringt. So erklärte er in der Zimmer-frei-Sendung:

„In der Kirche zünde ich gerne Kerzen an. Da kann man zu sich selber finden. Da denke ich dann an den lieben Gott und an meine Familie. Das jemand auf die aufpasst und auf mich, das ist ein schöner Grund, auch mal ,Danke‘ zu sagen.“

Überhaupt findet er es wichtig, den eigenen Kindern den Glauben und die damit verbundenen Werte näher zu bringen, was er wie folgt zum Ausdruck brachte:

„Ich finde es schön, wenn man Kindern eine Religion anbietet. Wenn die hinterher sagen, dass sie nichts damit anfangen können oder lieber evangelisch werden, ist das ja auch okay. Aber ich glaube, dass in der heutigen Zeit solche Werte gar nicht schlecht sind.“

Im Pro-Interview erklärte Cantz im November 2013 dann auch, dass er in seinem damals aktuellen Buch und Bühnenprogramm Cantz schön clever“ das Thema Glaube mit im Gepäck hat, zum einen, weil „mich das interessiert“, und zum anderen wolle er damit sagen:

„Guck mal wieder rein in die Bibel, weil es sich lohnt.“

So nahm er in seinem damaligen Comedy-Soloprogramm die Bibel mit auf der Bühne, um Leute aus dem Publikum „mal aus dem Hohelied vorlesen zu lassen“. Dazu erklärte er:

„Das finde ich eine sehr interessante Stelle. Es ist ein Teil der Bibel, der sehr nah am Menschen dran ist.“

Quellen: domradio.de, express.de, ksta.de, aachener-zeitung.de, pro-medienmagazin.de (1), jesus.de, programm.ard.de, fernsehserien.de, pro-medienmagazin.de (2)