In einem Gespräch mit Bild am Sonntag sprach Hollywood-Star Liam Neeson vor kurzem u. a. übers Älterwerden und den Umgang mit Tod und Trauer. In früheren Interviews mit der Bild im Jahr 2012 und dem Magazin Chrismon im Jahr 2014 sprach er auch über seine Vorstellung von Gott und Gnade.

Im Interview mit BamS zu seinem neuen Film „The Commuter“ reagierte der 65-jährige entspannt auf die Frage nach den Befindlichkeiten im Älterwerden. Auf die Einstiegsfrage ‚Herr Neeson, Sie sind 65 Jahre alt. Oder sollte man lieber sagen: 65 Jahre jung?‘ antwortete er:

„Das ist ja die große Frage dieser Tage. Ich finde es immer recht belustigend, wenn sich unsere Gesellschaft das Alter so gern schönredet. Sprüche wie: ‚50 ist das neue 40.‘ Oder: ‚60 ist das neue 50.‘ Und wenn man dann mal gestorben ist, heißt es sicher irgendwann noch: ‚Tot zu sein ist das neue 80.'“

Einen existenziellen Wendepunkt in seinem Leben stellte der Tod seiner Frau im Jahr 2009 dar. Sie starb nach einem Skiunfall. Auch heute vermisst Neeson seine Frau sehr und spricht im BamS-Interview über seinen Umgang mit Tod und Trauer. Dazu sagt er u. a.:

„Die Trauer ist ein konstanter Teil meines Lebens. Aber sie kommt in Etappen. An manchen Tagen ist es okay und an anderen Tagen schlimm.“

Bis zwei Jahre nach ihrem Tod habe er es gar nicht wahrhaben können. Weiter sagt er, dass er den Dialog mit ihr ritualisiert aufrecht erhält:

„Tasha liegt auf einem alten Friedhof begraben. In der Nähe unseres Hauses. Ihre Oma ist dort auch begraben. Ein- bis zweimal pro Woche besuche ich sie und spreche mit ihr. Ich erzähle ihr, was unsere Söhne so machen oder an was ich gerade arbeite. Sie fehlt mir sehr.“

Das komplette Interview gibt’s unter bild.de

 

Liam Neeson selbst hält an der Hoffnung fest, dass es Gott gibt, auch wenn er dabei Zweifel hat. Dies äußerte er in einem Interview mit der Bild im Jahr 2012:

„Wir suchen alle nach Gott. Aber oft zweifle ich.“

In einem Interview im April 2014 mit dem Magazin Chrismon in der Reihe „Fragen an das Leben“ von Dirk von Nayhauß sagte er, dass er betet, gerne in Kirchen geht und Gottes Gegenwart in der Natur spürt.

Sein Glaube wurde durch seine katholische Erziehung grundgelegt. Dazu sagte er:

„Ich wurde katholisch erzogen, als Kind war ich Messdiener. Je älter ich werde, desto weniger brauche ich es, dass mein Glaube auf diese Weise organisiert wird. Aber ich gehe in Kirchen, ich liebe die sakrale Atmosphäre. Dort ist es still und friedlich, und natürlich bete ich. Es ist nicht das Erste, was ich morgens tue, und nicht das Letzte am Abend, aber ich bete. Es legt Bewusstseinsebenen frei.“

Wie wichtig ihm das Gebet ist, wurde im vor Jahren klar, als er sich bei einem Motorradunfall lebensbedrohlich das Becken gebrochen hatte. Im Nachhinein warf er seinen Angehörigen vor, dass sie in dieser Situation keinen Priester geholt hatten. Weiter betonte er:

„Doch wenn man fürchtet, dass jemand stirbt, dann holt man einen Priester! Ich schwor, mich nie wieder auf ein Motorrad zu setzen, und ich habe es nicht getan. Das war ein kleines Gebet, ein Pakt mit dem Universum: Hol mich hier raus, und ich werde nie wieder ein Motorrad anfassen.“

Über seine heutige Gottesvorstellung äußerte er:

„Wir sind nicht mehr zentriert, nicht mehr in Übereinstimmung mit der Natur. Die perfekte Übereinstimmung, das ist Gott, wie ich ihn mir vorstelle. Ich spüre seine Gegenwart in den kleinen, einfachen Dingen. Wenn du draußen bist und einen Baum siehst, deinen Atem wahrnimmst oder die Sonne. Die kleinen Momente. Das ist so, wie wenn du dich verliebst, dann sind auch alle deine Sinne wach. Ob mir dieser Glaube in schwierigen Zeiten hilft? Ja, natürlich.“

Gnade empfindet er in den leidenschaftlichen Dingen des Lebens. Dazu sagte er:

„Es ist ein Geschenk, wenn du im Leben etwas findest, für das du brennst. Wenn du morgens aufwachst und du kannst es nicht erwarten, dem nachzugehen, dann ist das ein Geschenk.“

Quellen: bild.de und chrismon.evangelisch.de