Der Umgang mit toten Menschen ist sein Beruf. Auch in seinen Krimis und Thrillern ist der Tod allgegenwärtig. Im Gespräch mit dem Magazin stadtgottes der Steyler Missionare sprach Prof. Michael Tsokos, der das Institut für Rechtsmedizin an der Berliner Charitét leitet, über den Tod und den Umgang damit. Seine Thriller und Sachbücher über spektakuläre Fälle aus seinem Arbeitsalltag sind allesamt Bestseller.

Auf die Frage, warum viele Menschen seine Krimis und Thriller mögen, antwortet Michael Tsokos:

„Obwohl wir den Tod aus unserem eigenen Leben gerne ausklammern, übt er eine besondere Faszination auf uns aus. Wir schauen gerne voyeuristisch bei anderen über den Tellerrand.“

Er selbst fürchtet sich vor „einem gewaltsamen Tod oder einem Siechtum, wie ein langes, schweres Krebsleiden“. An einen allmächtigen Gott glaubt er mit Blick auf sein Gottesbild aus Kindertagen nicht:

„Als Kind habe ich gelernt, dass alles von Gott gelenkt wird. Alles ist sein Wille, alles hat einen göttlichen Sinn. Mit jedem zu Tode gequälten Kind auf meinem Tisch machte Gottes Wille weniger Sinn für mich.“

Auf die anschließende Frage, woran er glaubt, antwortet Tsokos:

„Ich glaube, dass jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist, man sich für Schwächere einsetzen sollte.“

Die Weitergabe der christlichen Werte sei für ihn von Bedeutung, aber er glaube nicht an die Allmacht Gottes, so der 5-fache Familienvater.

Den Tod eines nahestehenden Menschen ist für ihn „ein riesiger Verlust, der mich sehr trifft, da ich das Gefühl habe, wir hatten noch nicht die Zeit zusammen, die wir gebraucht hätten“.

Das komplette Interview gibt’s unter stadtgottes.de