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Der Maler Michael Triegel malt seit 2004 sowohl für die katholische und evangelische Kirche. Die Beschäftigung mit christlichen Motiven führte den heute 52-Jährigen zum Glauben (wir berichteten). Nun hob er die Bedeutung der Passion Christi für sein künstlerisches Schaffen hervor.

Auf Empfehlung von Werner Tübke erhielt Michael Triegel einst seinen ersten kirchlichen Auftrag, die Neugestaltung der Predella für den spätgotischen Schnitzaltar in der kleinen Kapelle in Barsinghausen-Langreder bei Hannover. 2005 wurde ihm die Ausführung eines Flügelaltars durch die evangelische Kirchengemeinde von Grave im Weserbergland anvertraut, den er 2006 vollendete. Dieser zeigt im geschlossenen Zustand eine Darstellung des Jüngsten Gerichts, in der Triegel der Christusfigur sein eigenes Antlitz verliehen hat.

Anlässlich seiner neuen Ausstellung „Bach & Triegel. Im Dialog“ im Bach-Museum Leipzig, in der Werke Triegels mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach in Beziehung gesetzt werden, betonte Triegel nun die Bedeutung der Passion Christi für sein künstlerisches Wirken. Dazu erklärte er u.a.:

„Geradezu obsessiv habe ich mich künstlerisch immer wieder mit der Passion Christi auseinandergesetzt: um mich der Todesangst zu stellen, um zu zeigen, welches Leid Menschen einander zufügen; aber auch darum, weil wir nicht vergessen dürfen, dass vor dem Tod ein erfülltes Leben unser Ziel sein sollte und danach die Auferstehung unsere Hoffnung sein kann.“

Das Leben Jesu biete die Möglichkeit, existenzielle Aspekte jedes menschlichen Lebens ins Übergroße und Archetypische gesteigert zu sehen und doch immer einen persönlichen Bezug zu finden, so der 52-Jährige.

Die Beschäftigung mit der Religion bewirkte im Laufe der Jahre etwas in Michael Triegel, der atheistisch aufwuchs. Dazu sagte er u. a.:

„Wenn man sich über 30 Jahre mit dem Wahren, Guten, Schönen und eben auch mit Religion beschäftigt, kann das nicht ohne Folgen bleiben.“

Und weiter:

„Ich ahnte, dass es gut sein muss, nicht alles selbst in der Hand zu haben, nicht alles selber zu bestimmen. Ich wollte, dass etwas über mir ist. Daher fing ich einst an, biblische Motive zu zeichnen.“

2010 porträtierte er Papst Benedikt XVI. Die Lektüre von dessen Bücher bezeichnete Triegel als „Knackpunkt“, den Weg des Glaubens weiter zu gehen.

„Meine Ratio stand meinem Glauben lange im Weg. (…) Benedikts Schriften waren wichtig, seine Theorie, dass sich Glaube und Vernunft nicht widersprechen müssen. Für mich war das der Knackpunkt. Ich brauchte Priester, die mir sagen: Die Zweifel, die du hast, die kennen doch wir Katholiken auch.“

In der Osternacht 2014 ließ sich Michael Triegel katholisch taufen. Zu dieser Entscheidung sagte er damals, dass er auf der Suche nach dem Glauben „jahrelang“ mit sich gerungen habe, bis er ihn schließlich fand.

Quellen: bachfestivalleipzig.de, katholisch.de (1), katholisch.de (2), welt.de, zeit.de, promisglauben.de