Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Vorstellung Kirchenfenster von Markus Lüpertz, St. Andreas, Köln-9468, cropped, CC BY-SA 4.0

Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Gegenwart zählt, wurde am 25. April 80 Jahre alt. Zu den Werken des bekennenden Katholiken zählen auch Kirchenfenster. Das Talent eines Künstlers sieht er als gottgegeben an.

Gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärte Lüpertz im April 2015:

„Jeder Maler braucht Genie.“

Auf die anschließende Frage, ob man Kunst lernen könne, sagte Lüpertz:

„Nein, das ist ein Defekt, den man hat. Man wird als Künstler geboren, der liebe Gott sucht sich diese Leute aus.“

Aufgrund dieser „seltenen Ausnahmebegabung“, die Lüpertz als gottgegeben ansieht, habe ein Künstler „die Verpflichtung, die Kunst auch zu realisieren und nicht nachzulassen“.

Im Interview mit dem Handelsblatt erklärte er im Oktober 2015 in ähnlicher Weise:

„Ein Künstler hat vom lieben Gott das Talent bekommen, und er hat damit den Auftrag übernommen, Kunst zu machen.“

Wie katholisch.de aktuell im Artikel „Über die Kunst zur Ewigkeit gelangen“ berichtet, betonte Markus Lüpertz diese Sichtweise bereits 2013 im „art-Magazin“ mit folgenden Worten:

„Der Künstler ist eine Ausnahme. Er ist ein von Gott gesandter Geselle, um den Menschen die Welt zu erklären.“

Der Gottesbezug und die Orientierung im Glauben ist für Lüpertz persönlich von Bedeutung, was er gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) einmal wie folgt darlegte:

„Ich bin bekennender Katholik und habe zu Religion ein liebevolles, freundschaftliches Verhältnis und finde es immens wichtig.“

Zu seiner Vorstellung von Gott erklärte Markus Lüpertz im Juli 2018 im Interview für die Reihe „Fragen an das Leben“ im Magazin Chrismon, dass er Gott in verschiedenen Situationen im Leben schon wahrgenommen hat. Dazu berichtete er:

„Ich war in Jerusalem an der Klagemauer. Dort muss Gott sein, das spürte ich.“

Weiter teilte der bedeutende Künstler der Gegenwart, dass er in seinem künstlerischen Wirken mitunter die Gegenwart Gottes spüre, was er wie folgt weiter beschrieb:

„Wollten Sie dieses Gefühl erklären, fielen ­Ihnen so wunderschöne Formulierungen ein wie ‚Ein ­Engel ging durch den Raum‘ oder ‚Man spürte den Hauch, eine Berührung‘.“

Bezüglich seiner Werke in Kirchen betonte er den Wert der Freiheit im künstlerischen Wirken. Auch wenn er gottgläubig sei, sieht er sich beim Schaffen von Kunst nicht als Gottes Erfüllungsgehilfen.

Im Interview zu seinem 80. Geburtstag erklärte Lüpertz gegenüber der Augsburger Allgemeinen abermals seine Sichtweise, dass Künstler „von Gott kommen und der liebe Gott uns ja gesagt hat, wir sollen die Welt gestalten oder erklären“. Nach seinem persönlichen Glauben gefragt, fasste der 80-Jährige die Aussichten der unterschiedlichen Glaubensmodelle ins Auge. Dazu sagte er:

„Man kann natürlich glaubenslos leben, aber man kann auch mit Glauben leben.“

Die Entscheidung, wohin man in dieser Frage tendiert, sei jedem „persönlich überlassen“. Wohin er dabei tendiert, begründet Lüpertz wie folgt:

„Also wenn ich bezüglich der Vorstellung meines Todes und der Ewigkeit, die daraus folgt, den Glauben an eine gewisse Zukunft habe, ist das doch angenehmer, als wenn man in ein Nirwana verfällt.“

Das Thema Tod sei „eigentlich keine Diskussion wert“, ergänzte er.

Quellen: katholisch.de, zeit.de, domradio.de, handelsblatt.com, chrismon.evangelisch.de, augsburger-allgemeine.de