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Der Schweizer Mikrobiologe und Genetiker Werner Arber feiert heute seinen 90. Geburtstag. 1978 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Mit seiner Entdeckung der Restriktionsenzyme gilt er als Wegbereiter der Gentechnologie. Dabei passen für ihn Religion und Evolutionstheorie zusammen. Er ist gläubiger Christ.

Vom 20. Dezember 2010 bis am 20. Juni 2017 war er Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er seit 1981 ist. Als evangelisch-reformierte Christ war er seit der Gründung vor über 400 Jahren der erste Präsident, der nicht der römisch-katholischen Kirche angehörte.

Im aktuellen Interview mit der NZZ am Sonntag sprach Werner Arber auch über seinen Glauben an Gott. Auf die Frage, ob er gläubig sei, antwortete er:

„Ja, ich glaube an die Schöpfung.“

Religion und Evolution gehen für ihn dabei zusammen. In seiner Vorstellung seien Schöpfung und Evolution „im Prinzip“ gleichzusetzen. Den Schöpfer erkennt er dabei auch in einem evolutorischen Prozess, den „man permanente Schöpfung nennen“ dürfe.

Das komplette Interview über Evolution und Gott gibt’s unter nzzas.nzz.ch

 

Im Oktober 2012 hielt Werner Arber vor der Bischofssynode eine Rede zum Umgang mit der biologischen Evolution mit dem Titel „Betrachtung über die Beziehungen zwischen den Wissenschaften und religiösem Glauben“. Dabei bezeichnete er die biologische Evolution als einen „ständig andauernder Prozess unablässiger schrittweise voranschreitender Kreativität“.

Im Schöpfungsbericht der Genesis zeige sich eine gute Übereinstimmung zwischen dem Glauben und der damals beobachteten Evolution. Dies müsse unter den heutigen Bedingungen weitergeführt werden, so Arber. Dazu betonte er:

„Meiner Überzeugung nach sind wissenschaftliche Erkenntnis und Glaube einander ergänzende Elemente unseres Orientierungswissens und sollten es auch bleiben.“

Die Vorzüge der Grünen Gentechnik (Agrogentechnik) darlegend, verwies Werner Arber in seiner Rede auch auf Jesus Christus und die Bibel. Für „die christliche Gesellschaft“, für die es eine „wichtige Aufgabe“ sei, „wichtige Verhaltensregeln von Jesus Christus“ auf die heutige Gesellschaft zu übertragen und dabei wissenschaftlicher Erkenntnis eine „besondere Aufmerksamkeit entgegenzubringen“. Dazu betonte er:

„In diesem Zusammenhang glaube ich, dass Jesus Christus, wenn er heute unter uns leben würde, die Anwendung fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse zum langfristigen Wohl der Menschen und ihrer natürlichen Umwelt begrüßen würde, solange durch eine solche Anwendung, die zur Gestaltung der Zukunft führt, sichergestellt ist, dass die betroffenen Naturgesetze in vollem Umfang geachtet werden.“

Quellen: nzzas.nzz.ch, kath.net, YouTube.com