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In einer virtuellen Generalaudienz hat Papst Franziskus am vergangenen Mittwoch zum Gebet für die Einheit der Christen aufgerufen und dieses Anliegen, das im Gebet Jesu nach dem letzten Abendmahl grundgelegt ist (vgl. Joh 17), mit eindringlichen Worten untermauert. Der Papst betonte mit Blick auf den Apostel Paulus und das II. Vatikanische Konzil, „dass die Wurzel so vieler Spaltungen um uns herum – zwischen den Menschen, in der Familie, in der Gesellschaft, unter den Völkern, ja sogar unter den Gläubigen – in uns selbst liegt“. Er appellierte in den anderen Brüder und Schwester zu sehen.

Es gelte, Spaltungen nicht mit Zwietracht zu begegnen, sondern im Gebet, „Gott um Frieden, Versöhnung und Einheit zu bitten“. Dies sei „das wahre Heilmittel“. Weiter betonte der Papst:

„Beten bedeutet, nach Einheit zu streben.“

Wie Jesus in Johannes 17,21 verwies Papst Franziskus auf die Bedeutung der Einheit für den Glauben in der Welt. Dazu betonte das Kirchenoberhaupt:

„Die Welt wird nicht glauben, weil wir sie mit guten Argumenten überzeugen, sondern wenn wir die Liebe bezeugt haben werden, die uns eint und uns allen nah sein lässt.“

Während der Heilige Geist „immer alles der Einheit“ zuführe, sei Spaltung in der Wirkmacht des Teufels, der Spaltung auslöse „überall und auf jede Art“, so Franziskus weiter.

Christen könnten selbst überprüfen, ob sie in ihrem Umfeld „Konflikte schüren oder ob wir dafür kämpfen, dass die Einheit mit den Instrumenten wächst, die Gott uns gegeben hat: dem Gebet und der Liebe“. Das Schüren von Konflikten geschehe durch „Geschwätz“, durch das Zwietracht entstehe, das der Wirkmacht des Verwirrers in die Karten spiele.

Überdies betonte Franziskus mit Blick auf die Worte Jesu:

„Das Thema dieser Gebetswoche ist die Liebe: ‚Bleibt in meiner Liebe, und ihr werdet reiche Frucht bringen‘ (vgl. Joh 15,5-9).“

Ganz in diesem Blick richtete Franziskus seinen Blick auf das, was uns Christen verbindet. Dazu sagte er:

„Die Wurzel der Gemeinschaft ist die Liebe Christi, die uns dazu bringt, Vorurteile zu überwinden, um im anderen einen Bruder und eine Schwester zu sehen, die man immer lieben muss.“

Und weiter:

„Denn dann entdecken wir, dass Christen anderer Konfessionen mit ihren Traditionen und ihrer Geschichte ein Geschenk Gottes sind.“

Dieses Geschenk sei in den Diözesan- und Pfarrgemeinden präsent. Es gelte für- und miteinander zu beten und sich auf diese Weise schätzen und lieben zu lernen, so dass der „Traum“ Jesu, „dass alle eins sind“, Wirklichkeit werde.

 

Den kompletten Wortlaut (Video und Text) der Katechese von Papst Franziskus bei der Generalaudienz am vergangenen Mittwoch gibt es unter:

vaticannews.va