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Papst Franziskus sprach aktuell bei einer Kirchweihe in Rom mit Kindern, Jugendlichen und Katecheten u. a. offen über seine eigenen Glaubenszweifel und betonte, dass auch Wut auf Gott eine Form des Gebets sei.

Auf die Frage einer Jugendlichen, ob auch er früher Zweifel gehabt habe, antwortete Ppast Franziskus:

„Klar, ich hatte viele Zweifel, und ich glaube nicht, dass ich sie allein überwunden habe“.

Aus dem Zweifel könne das Gespräch mit anderen, mit Eltern, Freunden, Katecheten helfen und vor allem das Gebet, das Sprechen mit Gott. Auf Jesus wütend zu werden, sei auch eine Form des Gebets, so der Papst weiter. Ihm brauche man nichts vorzumachen. Dazu betonte das Kirchenoberhaupt:

„Zu sagen, ‚ich habe Zweifel‘ ist ein schönes Gebet.“

Bereits im März 2017 sprach Papst Franziskus mit Giovanni di Lorenzo, dem Chefredaktuer der Wochenzeitung Die Zeit, im Gästehaus Santa Marta im Vatikan darüber, dass auch er Glaubenskrisen und Momente des Zweifels kenne. Dazu betonte er, dass Zweifel für einen gereiften und vernünftigen Weg im Glauben nicht unbedeutend seien. Wörtlich sagte er:

„Ein Glaube, der nicht in die Krise gerät, um an ihr zu wachsen, bleibt infantil.“

Auf die Frage, ob er auch Momente kenne, in denen er grundlegend an Gott und Jesus zweifele, äußerte Papst Franziskus:

„Ja, ja… Momente der Leere… Ich habe von dunklen Momenten gesprochen und von leeren Momenten. Ich kenne auch die leeren Momente.“

Auch sein Selbstverständnis als Kirchenoberhaupt brachte er in diesem Gespräch zum Ausdruck. So halte er nichts davon, als Vorbild hingestellt zu werden, was er wie folgt zum Ausdruck brachte:

„Ich bin ein ganz normaler Mensch, der tut, was er kann.“

Und weiter:

„Ich bin Sünder und bin fehlbar.“

Um seiner Verantwortung gerecht zu werden, hilft ihm das Gebet. Dazu berichtete Franziskus, dass er täglich um inneren Frieden und Humor bete.

In einem aktuellen Artikel auf jesus.de geht Andi Bachmann-Roth noch einen Schritt weiter als Papst Franziskus und schreibt in seinem Beitrag mit dem Titel „Gebet: Hört Gott mir überhaupt zu?“, dass sogar Gebete voll Zorn und Frust von großem Glauben an einen guten Gott zeugen und dass derjenige im Hadern mit Gott zeige, dass er noch nicht aufgegeben habe. Weiter schreibt Bachmann-Roth u.a.: „Aber zum Glück geht es beim Beten eben nicht darum, bestimmte „fromme“ Gefühle zu produzieren, sondern darum, das vor Gott zu bringen, was wirklich in uns ist. Und gerade indem ich Gott meine dunklen Seiten hinhalte, vertieft sich die Beziehung zum himmlischen Vater.“

Den kompletten Beitrag dazu gibt’s HIER

Quellen: katholisch.de, zeit.de, kirche-und-leben.de, spiegel.de, jesus.de