Die Feindesliebe ist das wohl herausfordernste Kriterium des christlichen Glaubens. Eine Messlatte, die selbst für fromme Christen auf den ersten Blick unerreichbar erscheint. In seinem Impuls zum heutigen Sonntagsevangelium (Lk 6,27-38) geht Pfarrer Rainer Maria Schießler darauf ein, wie man sich als Christ dieser Maxime Jesu gedanklich annähern kann, ohne sich zu überfordern.

Hier die Worte von Pfarrer Schießler:

Es gibt zwei Methoden, um gegen das Böse in der Welt vorzugehen. Man kann es mit Stärke bekämpfen und es zu vernichten versuchen, um sich dann etwas sicherer zu fühlen (Die absolute Sicherheit gibt es trotzdem nie, sagen Experten). Dieser „Mythos der erlösenden Gewalt“ wirkte schon immer seit Menschengedenken wie eine Reinigung und Befreiung, bis in unsere Tage.

Aber Gewalt erlöst niemals. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt! Das Evangelium heute geht einen anderen Weg, den Weg der Gewaltlosigkeit.

Er hat absolut nichts mit Passivität oder Feigheit zu tun, auch wenn man ihm das immer vorwerfen wird, denn er wehrt sich genauso, nur eben anders indem er – gewaltlos – das Unrecht bloß stellt.

Jesus hat daher immer Gegengewalt und Passivität abgelehnt. Und sein Weg funktioniert!

Er beginnt damit, zuerst dem Anderen zuzuhören, nicht immer recht haben zu müssen und sich vor allem nicht ständig einreden zu lassen, wer angeblich mein Feind ist, sondern auch ihn als von Gott geliebten Sohn oder Tochter anzuerkennen.

Der Unterschied zur anderen Methode: Hier bleibt niemand als Sieger und Verlierer zurück. Dem Bösen wird der Boden entzogen.

Denn Gottes Geist weht eben nur dort, wo der Mensch Gott auch im Anderen erkennen will.

Und es waren immer einzelne Menschen, die durch solch mutige und gewaltlose Taten Großes in Bewegung gesetzt haben. Amen!

 

Mehr unverkrampften Einblick in den christlichen Glauben gibt’s im neuen Buch „Jessas, Maria und Josef“ von Pfarrer Rainer Maria Schießler. Hier wird wahrnehmbar:

„Hoppala! Glaube, Christus, Gott, das ist ja was Wirkliches!“