Foto: Eva Rinaldi from Sydney Australia, Russell Crowe (34450751620), cropped, CC BY-SA 2.0

Der neuseeländische Schauspieler Russell Crowe, der 2001 für die Darstellung des römischen Feldherren Maximus Decimus Meridius im Kinofilm Gladiator einen Oscar erhalten hat und dadurch weltweit bekannt wurde,  spielt in seinem aktuellen Action-Thriller „Unhinged – Außer Kontrolle“ einen von Wut zerfressenen Mann. Darüber sprach er aktuell im Interview  mit der Berliner Morgenpost und stellte dabei in Sorge um gesellschaftliche Entwicklungen existenzielle Fragen. Die Beschäftigung mit der Tiefendimension des Lebens führte vor Jahren dazu, dass sich der heute 56-Jährige vom Atheismus verabschiedete.

Gegenüber der Berliner Morgenpost brachte Russell Crowe aktuell zum Ausdruck, dass er es „besorgniserregend“ findet, in welcher Weise die Art brutaler Aggressivität in der letzten Zeit weltweit zugenommen habe. Es passiere mittlerweile fast überall, dass fehlgeleitete Menschen in Schulen, Krankenhäuser, in Kirchen oder Moscheen, Night Clubs oder Kneipen stürmen und einfach das Feuer eröffnen. Auch erschreckt es den Hollywood-Star, wenn er heute Menschen sieht, die im Supermarkt „wegen einer Rolle Toilettenpapier komplett ausrasten und total die Kontrolle über sich verlieren“. Dazu stellte er folgende existenzielle Fragen:

„Warum verhalten sich Menschen gegenüber Menschen so? Warum ist es so weit gekommen?“

Diese Fragen seien auch ein Grund für seinen neuen Film gewesen, der sich „mit diesem Gewaltphänomen auseinandersetzt“ und aufzeige, „wie zerstörerisch und selbstzerstörerisch diese Art von Aggression ist“, so Crowe.

Gegenüber der Berliner Morgenpost berichtete der 56-Jährige zudem, dass er vor Jahren in der Vorweihnachtszeit in Sydney selbst Opfer von Gewalt im Straßenverkehr wurde, als ihm ein Taxifahrer fortwährend dicht auffuhr und ständig hupte. Als es dann in den komplett überfüllten Straßen zum Stau kam, sei er ausgestiegen und langsam auf das Taxi zugelaufen. Statt mit Gegengewalt reagierte Crowe, der vom Taxifahrer erkannt wurde, mit Sanftmut. Dazu erklärte er:

„Ich ging ans Seitenfenster und sagte nur: ‚Merry Christmas, Kamerad‘.“

Auch wenn er nicht wisse, ob er mit dieser entspannten Reaktion, die „Wut-Blase zum Platzen“ gebracht habe, so brachte Crowe dennoch die Hoffnung zum Ausdruck, dass er damit zu einer potentiellen Verbesserung im Verhalten des anderen beigetragen habe.

 

Bei der Auseinandersetzung mit tiefgründigen Lebensfragen kam es vor einigen Jahren dazu, dass sich Russell Crowe auch die Gottesfrage stellte und infolgedessen dem Atheismus den Rücken kehrte. Im Herbst 2007 berichtete Crowe, dass er sich im Zuge der Taufe seines Sohnes damit beschäftige, sich selbst taufen zu lassen, worüber sämtliche Medien damals berichteten, wie etwa der Spiegel mit der Headline Geläuterter Schauspieler – Russell Crowe will sich taufen lassen“ oder die Rheinische Post mit dem Titel Auf den Glauben gekommen: Russell Crowe will sich taufen lassen“. Die österreichische Zeitung Krone titelte mit „Zu Gott gefunden: (Ex-)Atheist Russel Crowe will sich taufen lassen“. Zur Begründung sagte der gebürtige Neuseeländer:

„Es gibt so viel Unerklärliches auf der Erde, so viel Wunderbares. Pflücken Sie nur eine Blume, wie kompliziert sie konstruiert ist.“

Und außerdem habe selbst der Religionsfeind Charles Darwin (1809-1882) auf dem Totenbett noch gebetet.

Das christliche Online-Magazin jesus.ch zitierte Russel Crowe zu dessen Glaubensentscheidung mit folgenden Worten:

„Ich glaube, dass es wichtigere Dinge gibt als das, was ein Mann im Kopf hat. Es gibt etwas viel Größeres, das uns alle antreibt. Ich bin bereit, diesen Glaubenssprung zu machen.“

 

Bereits im Januar 2007 hatte sich der Hollywood-Star bei einem Kamin-Talk mit dem BILD-Journalisten Norbert Körzdörfer zum Glauben bekannt. Körzdörfer untertitelte seinen Beitrag mit „Lebensbeichte beim Wein: Über Glück, Kinder, Geld & Gott“. Beim Blick auf den Dom bekannte Russell Crowe:

„Ich glaube an Gott.“

Und weiter:

„Ich entdecke die wahren Werte des Lebens: Die Liebe, die Natur, die Freundschaft und das Glück, Zeit zu haben.“

Zudem erklärte er damals, dass Geld dagegen für ihn „unwichtig“ sei und er noch nie etwa wegen Geld getan habe. Dazu betonte Crowe:

 „Die wichtigen Dinge kannst du nicht kaufen.“

 

Als Russell Crowe 2014 im Film „Noah“ von Darren Aronofsky, der auf der biblischen Geschichte vom Bau der Arche basiert, die Hauptrolle spielte und dabei als ein mit Gott ringender Noah überzeugte, erklärte sich der Hollywood-Star erneut zu seinen Glauben, worüber u.a. blick.ch und express.de berichteten. Er sehe Gott nicht als alten Mann, der mit weißem Bart auf einer Wolke sitzt, sondern:

„Ich glaube an Spiritualität, dass Gott in allen von uns lebt.“

Auch wenn er kein Katholik und nach wie vor (noch) nicht getauft sei, habe er eine Audienz bei Papst Franziskus sehr genossen. Dazu sagte Crowe:

„Es war ein wunderschönes Erlebnis. (…) Da saß ich am Vatertag in seiner Audienz, hörte seine Ansprache darüber, was es bedeutet, Vater zu sein und welche Verantwortung man hat, seine Kinder zu erziehen. Es war ein Erlebnis, das demütig macht.“

 

Im August 2018 überraschte Russell Crowe seine 600’000 Instagram-Follower, indem er eine christliche Hymne sang, während er seinen Bart pflegte. Wie die Online-Magazine Christian Today und jesus.ch berichteten, handelte es sich dabei um das traditionelle Lied „Sweet By and By“ aus dem Jahr 1868.

Der Oscar-Preisträger sang daraus folgende Zeile: „In the sweet by and by, we shall meet on that beautiful shore.“

Nachdem Russell Crowe auf seiner Ranch in Australien eine byzantinische Kapelle errichtete, in der seine beiden Söhne getauft wurden, ist er bis heute wohl eher ein Suchender im Glauben, den die Ordnung und Schönheit der Schöpfung zum Glauben an Gott führte.

Quellen: morgenpost.de, spiegel.de, rp-online.de, krone.at, domradio.de, bild.de, evangelisch.de, blick.ch, express.de, jesus.ch

 

Warum Papst Franziskus für viele Menschen, wie auch für Russell Crowe, so faszinierend ist, zeigt folgender Clip sehr schön: