Die Schauspielerin Julia Dietze sprach im Interview mit ‚teleschau – der Mediendienst‘ zu ihrem neuen Film „Feierabendbier“ auch über sie tragende Werte. Dabei betonte sie insbesondere den Wert der Stille.

In ihrem neuen Film „Feierabendbier“, in dem die 37-jährige eine Fernfahrerin auf der ‚Überholspur‘ spielt,  suchen die Leute den Sinn im Leben, ohne ankommen zu wollen. Auf die Frage, ob dies typisch für die Generation sei, antwortet Julia Dietze, dass das „in gewisser Weise“ schon so sei und in den 1990er-Jahren angefangen habe. Wir seien im allgemeinen schon lange nur noch am Reagieren und lassen „Instagram, Facebook, Youtube und Co.“  auf uns „einprasseln“. Dabei gibt sie zu bedenken:

„Wenn man aber etwas erschaffen möchte, etwas kreieren, dann ist es klug innezuhalten.“

Es gehe darum die Stille (wieder) zu genießen. Es gebe heute „kaum noch jemand, der die Langeweile noch wertschätzt. Stattdessen erfolgt der Griff zum Handy, so die Schauspielerin weiter und befindet:

„Dabei ist Langeweile bedeutsam für die Kreativität. Ich finde es wichtig, einfach mal ins Leere gucken zu können.“

Niederschlag finde das Ganze auch darin, dass man sowohl beruflich als auch in Liebesbeziehungen „nicht mehr ankommen kann“, so Dietze.

Überdies stellt die in Marseille geborene und in München aufgewachsene Schauspielerin mit Blick auf die Partnersuche fest, dass die Menschen heute  „sehr viel später“ im Leben ankommen. Das sei oft erst mit Ende 30, Anfang 40 der Fall.

Weiter sagt sie diesbezüglich:

„Die Leute sind länger mit der Suche beschäftigt, hoffen immer darauf, dass sich noch etwas Besseres findet.“

Die Selbstfindung sei heute „sehr wichtig“ geworden, was dazu führe, dass das Individuum sich selbst als „oberste Priorität“ sehe und nur noch „die Außenwahrnehmung“ und der Vergleich mit anderen zähle. Das verhindere, „den eigenen Weg zu gehen, auch auf die Gefahr hin, nicht zu gefallen“, so Julia Dietze.

Weiter betonte sie im Interview Werte wie Empathie, Vertrauen, Dankbarkeit sowie Tiefe im Leben und ging auch auf ihre Vorstellung von Glück ein. Das Glück liege im Moment, was ihr erst kürzlich klar wurde, als sie ein Unfall relativ glimpflich ausging. Das Bewusstsein der Vergänglichkeit des Lebens hält sie für das empfinden von Glück für wichtig. So habe sie bei einer Reise durch Israel festgestellt, „dass sich die Menschen über Blumen am Wegrand wahnsinnig freuen können, weil sie dort viel mehr mit der Vergänglichkeit konfrontiert sind“. Dazu betont sie resümierend:

„Wenn man sich bewusst wird, wie reich wir im Leben beschenkt sind, dann sollte es auch wieder einfacher werden, glücklich zu sein und nicht ständig in der Zukunft oder in der Vergangenheit zu leben.“

Das komplette Interview gibt’s unter prisma.de

In einem früheren Interview mit der teleschau aus dem Jahr 2013 bezeichnete Julia Dietze Mutter Theresa als ein Vorbild. Dazu sagte sie:

„Inspirierend finde ich Menschen, die für das kämpfen, was ihnen wichtig ist.“

Mit Mutter Theresa befasste sich Julia Dietze, als sie sich für eine Rolle vorbereitete, in der die Protagonistin „für die Menschlichkeit kämpfte“. Dazu betonte sie:

„Mutter Theresa finde ich sehr faszinierend: Sie gab so viel Liebe und Menschlichkeit, obwohl sie selbst schon völlig ausgebrannt war und gar nicht mehr an Gott glaubte, wie sie in manchen Schriften schrieb.“

Quellen: prisma.de und ln-online.de