Steffen Seibert spricht für die mächtigste Frau in Deutschland. Seit August 2010 ist er Regierungssprecher von Angela Merkel. Zuvor arbeitete er mehr als 20 Jahre als Journalist für das ZDF. Am vergangenen Sonntag feierte Seibert 60. Geburtstag. Vor Jahren entschied er sich bewusst für den katholischen Glauben.

Einer der wichtigsten journalistischen Momente Seiberts war seine stundenlange Live-Berichterstattung über die Terroranschläge am 11. September 2001, die ihm auch den Fernsehpreis Goldene Kamera einbrachte.

Ein existenzieller Moment in seinem Privatleben war der Eintritt in die katholische Kirche im Erwachsenenalter. Im November 2007 sprach er im Interview mit der Zeitschrift stadtgottes, die von den Steyler Missionaren herausgegeben wird, über seine tiefgehende Entscheidung. Damals sagte Steffen Seibert:

„Da war eine große Sehnsucht nach Religion und nach einem Aufgehobensein im Glauben.“

Weiter erklärte er:

„Gott hat durch eine große Leere zu mir gesprochen, die ich schmerzlich gespürt habe. Ich habe etwas vermisst, ich habe IHN vermisst. Es gab einige Begegnungen mit Menschen zur vielleicht genau richtigen Zeit.“

Als für ihn wichtige Begegnungen nannte er einen polnischen Priester sowie einen Prälat aus Mainz, mit denen er Gespräche zu seinen Beweggründen geführt und Anregungen erhalten habe. Dazu betonte Steffen Seibert im seinerzeitigen stadtgottes-Interview:

„Es haben sich mir die Augen geöffnet, dass dies der Weg für mich sein sollte. Es gab diese zwei Dinge, es gab eine Leere, ein Vermissen, eine Sehnsucht – und es gab Begegnungen mit konkreten Menschen.“

Seine Meine Familie sei diesem Weg gegenüber sehr offen gewesen und habe erkannt, „dass es eine Notwendigkeit für mich ist“, so Seibert.

Als Steffen Seibert im August 2010 Regierungssprecher wurde, titelte das christliche Medienmagazin Pro mit der Headline „Gläubiger Katholik wird Regierungssprecher“  und zitierte Seibert zu seiner bewussten Entscheidung für den christlichen Glauben mit folgenden Worten:

„Mein Weg zum Glauben hatte viel damit zu tun, dass mir Menschen begegnet sind, die auf diesem Wege schon weit voraus waren und mir sozusagen das Licht angeknipst haben.“

Weiter war zu lesen, dass Seibert seitdem häufiger in der Bibel lese und auf der Kirchenbesuch für ihn wichtiger wurde. Dazu sagte er:

„Wenn ich auf Reisen bin, tue ich das oft. Da gehe ich irgendwo in die Kirche und spüre, welche Wohltat das für mich bedeutet. Es gibt vielerlei Veränderungen, aber das ist nicht leicht zu greifen. Ich kann nur sagen, dass dieser Schritt mich sehr glücklich macht. Und dass ich das Gefühl habe, da ist noch viel Weg vor mir, den ich aber wirklich bis zum Letzten gehen möchte.“

Im Jahr 2010 übernahm Steffen Seibert einige Tage lang die Auslegung des „Tagesevangeliums“ beim Kölner „Domradio“. Dort sagte er, dass er vor zehn Jahren ganz bewusst begonnen habe, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Aufgewachsen sei er in einer „religionsfernen Familie“. Der Glaube sei heute sein „innerer Kern, den ich spüre, der mich stärkt“. Der christliche Glaube spiele für ihn privat als auch im Beruf eine Rolle. Diesbezüglich betonte Steffen Seibert:

„Ich bin Christ – auch bei der Arbeit.“

Quellen: nwzonline.de, steyler.eu, pro-medienmagazin.de, domradio.de