Foto: Meli Wetzel (www.meli-photodesign.de)

Die Theologin, Journalistin und Buchautorin Jacqueline Straub will katholische Priesterin werden. Die 30-jährige Autorin (u.a. „Kickt die Kirche aus dem Koma“) kämpft für Reformen in der katholischen Kirche.

Auf ihrer Homepage stellt sie sich u.a. wie folgt vor:

„Ich fühle mich seit meiner Jugend zur römisch-katholischen Priesterin berufen und kämpfe seit Jahren für mehr Gleichberechtigung für Frauen und Männer in der Kirche.“

 

Kürzlich sprach Jacqueline Straub mit Deutschlandfunk Kultur über die Motivation ihres Handelns. Dort wurde sie als „Kirchenrebellin mit langem Atem“ betitelt.

Insbesondere seit ihrem Buch „Kickt die Kirche aus dem Koma“, in dem sie aufzeigt, welche festgefahrenen Strukturen und überholten Meinungen sich für eine zukunftsfähige Kirche ändern müssen, erfahre sie „sehr viele Anfeindungen“. Damit habe sie gelernt umzugehen, so Straub gegenüber Deutschlandfunk Kultur.

Ihre Motivation trotz all der Windmühlen und Widrigkeiten sich weiter für Reformgedanken in der katholischen Kirche einzusetzen, beschreibt die 30-Jährige mit folgenden Worten:

„Es ist nur Liebe, reine Liebe und reine Leidenschaft, und zwar reine Liebe für Jesus und den menschennahen Gott. Ich glaube an einen Gott, der uns alle liebt, so wie wir sind.“

Ihre Leidenschaft für den katholischen Glauben entwickelte sich im Jugendalter. Durch eine gläubige Klassenkameradin erlebte sie, wie faszinierend es ist, wenn ein junger Mensch sich an Gott orientiert. Heimat fand Jacqueline Straub im katholischen Glauben. Nach dem Abitur studierte sie katholische Theologie. Auch ihr Mann ist katholischer Theologe.

 

Auf ihrer Webseite beschreibt sie mit Verweis auf das Zitat des Hl. Augustinus „In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst“ ihre Berufung wie folgt:

„Mein Glaubensweg begann mit 15 Jahren, als ich mit einer Freundin in einem christlichen Jugendcamp war. In dieser Zeit entwickelte sich auch mein «Brennen». Seitdem spüre ich in meinem Herzen die Berufung, römisch-katholische Priesterin zu werden. Durch einige Pilgerfahrten unter anderem nach Rom, Assisi, Taizé und Jerusalem wurde mein Glaube an Gott und an die Kirche gestärkt. Mein Glaube wuchs ebenso durch Begegnungen und das Dienen als Ministrantin in meiner Heimatpfarrei Pfullendorf (Baden-Württemberg). Durch den Dienst am Altar wurde meine Berufung zur Priesterin immer größer.“

Es gelte nicht einfach auszutreten und damit „das Schiff den Ewiggestrigen“ zu überlassen, erklärte Jacqueline Straub einmal an anderer Stelle. Vielmehr brauche es mutige und aufgeschlossene Kräfte in der Kirche.

Dass die mutige junge Frau mit ihren Reformanstößen längst nicht mehr alleine dasteht, verdeutlicht ein aktueller Artikel auf katholisch.de, in dem der renommierte Kirchenhistoriker und Leibniz-Preisträger von 2003 Hubert Wolf warnt, dass die Lage der Kirche „sehr ernst“ sei. Wenn es keine umfassenden Reformen in nächster Zeit gebe, sei die Kirche auf dem besten Weg, eine „fundamentalistische Sekte“ zu werden, so Hubert Wolf, der 1985 die Priesterweihe empfing.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing regt, ganz aktuell, Veränderungen in der katholischen Kirche an. So sei etwa das Verbot der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen immer weniger überzeugend. Mehr dazu HIER

Quellen: deutschlandfunkkultur.de, jacqueline-straub.de, promisglauben.de, katholisch.de (1), katholisch.de (2)