Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Pressekonferenz Aktion Birlikte - Zusammenstehen-8395, cropped, CC BY-SA 4.0

Aktuell läuft in den deutschen Kinos der Film „Lindenberg! Mach dein Ding“, der von der Kindheit von Rock-Star Udo Lindenberg sowie seinen Anfängen im Musikbusiness handelt. Eine Dimension, die im Leben des 73-jährigen auch eine Rolle zu spielen scheint, ist der Glaube, wie der Autor Uwe Birnstein, der mehrmals mit dem „Panik-Rocker“ sprach und sich auf Glaubens-Spurensuche in den Liedern und im Leben Lindenbergs begab, aktuell im christlichen Medienmagazin Pro berichtet.

Bereits im Frühjahr 2018 überraschte Udo Lindenberg, der auch als Maler tätig ist, so manchen, als er zum Katholikentag 2018 in Münster eine Ausstellung mit Bildern zu den Zehn Geboten präsentierte. Dazu erklärte er seinerzeit im Interview mit der FAZ:

„Die Bilder sollen zeigen, wo es wehtut. Aber sie zeigen auch wie man da rauskommt. Und irgendwann in Deinem Leben musst Du Dich entscheiden, ob Du Dich engagierst. Ob Du das lebst, zu dem Du geschaffen bist: Ein Mensch.“

Im Februar 2019 brachte Lindenberg im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zum Ausdruck, dass er daran glaubt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Der Sänger zeigte sich traurig darüber, dass seine Eltern Gustav und Hermine seinen großen Erfolg in den letzten Jahren nicht mehr mitbekommen haben. Zugleich äußerte er dabei aber auch die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und sagte:

„Aber ich bin mir auch sicher: Hermine und Gustav bekommen da oben alles mit.“

Weiter betonte der Musiker und Maler:

„Manchmal spreche ich mit ihnen und weiß, dass sie stolz sind, dass aus ihren Kindern was Korrektes geworden ist und es uns gut geht. Bei jedem Konzert schaue ich nach oben durch die Wolken und fühle, dass sie dabei sind.“

Im aktuellen RND-Interview zum Film „“Lindenberg! Mach dein Ding“ ließ Udo Lindenberg erneut die Glaubensdimension durchklingen. Nach seinem Selbstvertrauen gefragt, betonte der Musiker, dass er „in jeder Hinsicht“ Optimist sei. Dabei verwies er auf ein berühmtes Zitat des Reformators Martin Luther und erklärte:

„Selbst wenn morgen die Welt untergehen würde, ich würd‘ wie Martin Luther noch ein Apfelbäumchen pflanzen, weil ich daran glauben würde, dass die Welt eben doch nicht untergeht.“

Weiter brachte der 73-jährige zum Ausdruck, dass er bei seinen Konzerten eine ähnliche Haltung pflegt, gerade dann wenn die Generalprobe vor großen Shows daneben ging und vor Publikum eine „Voll-Katastrophe“ gedroht habe. Dazu verwies Lindenberg in seiner weiteren Ausführung auch auf den Glauben an göttlichen Beistand:

 „Dann hab ich immer gesagt: ‚Wir kriegen das trotzdem alles hin, die Hand Gottes ist ja auch dabei, Keine Panik!‘ Und am Ende haben wir es hinbekommen. Und wie!“

Auch der Autor Uwe Birnstein, der mehrmals mit dem „Panik-Rocker“ sprach, berichtet in einem aktuellen Artikel im christlichen Medienmagazin Pro über die Glaubensdimension in den Liedern und im Leben Lindenbergs. Dabei ist zu lesen, dass Udo Lindenberg in der evangelischen Kirche im westfälischen Gronau 1955 im Alter von 9 Jahren getauft wurde und den evangelischen Kindergarten besuchte, in denen er Grundlagen des christlichen Glaubens vermittelt bekommen habe. Weiter habe er auch als Wölfling Udo bei den Gronauer christlichen Pfadfindern mitgemacht. Zu seiner Taufe mit 9 Jahren erklärte Lindenberg rückblickend u.a.:

„Außerdem war ich zufrieden, nun wie alle anderen ein Christenmensch zu sein.“

Das Ziel seiner Sehnsucht nach Leben und Freiheit habe er aber nicht in der Kirche gefunden, berichtet Uwe Birnstein weiter. Doch waren es  gerade existenzielle Ereignisse wie etwa der Tod einer nahen Freundin, den er in seinem berühmten Lied „Hinterm Horizont geht’s weiter“ verarbeitete, die ihn den Blick nach oben richten ließen. (Mehr zum Bericht von Uwe Birnstein über die Glaubensdimension im Leben und in den Liedern von Udo Lindenberg gibt’s HIER)

Wie evangelisch.de berichtete, bekannte sich Udo Lindenberg im Dezember 2012 als religiöser Freidenker zum Glauben an Gott. Damals schrieb er in einer Mail an den Chefredakteur des „Hamburger Abendblattes“, Lars Haider, dass er an Gott glaube und auch daran glauben will. Das ungewöhnliche Interview wurde an mehreren Tagen zwischen dem 24. Oktober und dem 24. Dezember per „iPad“ geführt und anschließend im Magazin der Zeitung veröffentlicht. Bei dieser Konversation benutzte Lindenberg keine Großbuchstaben.

Gott könne sein und könne auch nicht sein, antwortete Lindenberg per E-Mail an Lars Haider auf die Frage, ob Religion für ihn eine Rolle spiele. Er aber „glaube dran, will auch dran glauben“, schrieb er weiter. Und:

„wenn es sowohl die eine wie auch die andere möglich- (oder auch unmöglichkeit) gibt, freunde ich mich mit der mir angenehmeren version an. also glaube ich.“

Quellen: pro-medienmagazin.de, rnd.de, faz.net, haz.de, kirche-und-leben.de, jesus.ch, evangelisch.de