Uli Hoeneß: „Ich habe schon ein bisschen was zum 7. Tag in der Bibel gelesen“
Der Ehrenpräsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, gab der BILD-Zeitung ein tiefgründiges Interview, in dem er über ihm wichtige Werte und seinen Umgang mit Tod und Trauer sprach.
Anfang 2022 erklärte Uli Hoeneß im Interview mit der Welt am Sonntag (WamS) auf die Frage, ob er ein gläubiger Mensch sei:
„Ich bin gläubig. Und ein sehr dankbarer Mensch.“
Dass seine Wertehaltung auf dem christlichen Glauben basiert, brachte der 74-Jährige aktuell in einer Interview-Serie bei BILD zum Ausdruck.
In der biblischen Schöpfungsgeschichte wird erzählt, dass Gott, nachdem er sein Schöpfungswerk vollendet hatte, am siebten Tag ruhte. Das Dritte der Zehn Gebote lautet daher auch: „Du sollst den Tag des Herrn heiligen.“
Als Uli Hoeneß im BILD-Interview – mit Blick auf das enorme Arbeitspensum während seiner Laufbahn als Manager – gefragt wurde, ob er eine Sieben-Tage-Woche praktizieren würde, antwortet der Bayern-Macher:
„Also, ich habe schon ein bisschen was zum siebten Tag in der Bibel gelesen.“
Auch sonst lässt Hoeneß in dieser Interview-Serie durchblicken, dass eine christliche Wertehaltung für ihn von Bedeutung ist. Danach gefragt, was er aus seiner Zeit im Gefängnis (Anmerkung: Uli Hoeneß war vom 2. Juni 2014 bis 29. Februar 2016 wegen Steuerhinterziehung in Haft) mitgenommen habe, sagt der 74-Jährige:
„Demut. Soziale Verantwortung. Das war mir immer wichtig, aber es wurde noch verstärkt.“
Uli Hoeneß erzählte, dass er in seiner Haftzeit 5.500 Briefe erhielt, wobei er „98 Prozent der Absender“ nicht gekannt habe. Diese Briefe ermutigten ihn. Auch heute werfe er „ab und zu“ einen Blick in die große Kiste, in denen er diese Briefe aufbewahrt, schilderte der Ehrenpräsident des FC Bayern weiter. Zur sich anschließenden Frage, ob er in diese Kiste eher in guten oder eher in schlechten Lebenssituationen schaue, ließ Hoeneß durchblicken, dass es ihm „wirklich selten schlecht“ gehe. Dazu erklärte er weiter:
„Viele glauben ja, dass das Wichtigste für mich ist, ob der FC Bayern gewonnen oder verloren hat.“
Schlecht gehe es ihm aber vielmehr, wenn ein Mensch aus seinem nahen Umfeld verstirbt. Dabei zeigt sich Uli Hoeneß als Mensch, der seinen Freunden beisteht, indem er erklärt:
„Ich bemühe mich gerade sehr, für enge Wegbegleiter, die Schicksalsschläge erleiden, da zu sein und sie zu begleiten.“
Zu seinem Umgang mit seiner Trauer ließ Hoeneß wissen:
„Ich würde schon sagen, dass ich stark bin und nicht ganz tief falle. Ich versuche, für die Menschen da zu sein und ihnen zu helfen.“
Hoeneß schilderte, dass er bei der Sterbebegleitung mit den Ärzten im Austausch sei und „fast immer bis zum Ende dabei“ sei. Seiner Frau und ihm würden diese Erfahrungen auch verdeutlichen, „dass man versuchen muss, das Leben zu genießen“, fügte der 74-Jährige an.
Als weiteren ihm wichtigen Wert hob Hoeneß Verlässlichkeit hervor. So wäre es ihm wichtig, dass Menschen im Rückblick auf ihn in den Sinn komme, dass sie sich auf ihn verlassen konnten.
Weiter betonte Uli Hoeneß im BILD-Interview den Wert von Ehe und Familie. Seine Familie bezeichnet er als „das größte Glück meines Lebens“ und seine Frau des Weiteren als wichtige Ratgeberin. Auf die Frage, was das Wertvollste gewesen sei, was seine Frau je zu ihm gesagt habe, antwortet Uli Hoeneß:
„Das ‚Ja!‘ auf unserer Hochzeit.“
Quellen: bild.de (1), bild.de (2), welt.de


