Der Liedermacher Werner Schmidbauer begeisterte mit seinen kongenialen Mitmusikern Martin Kälberer und Pippo Pollino am Wochenende an zwei ausverkauften Konzerten beim Tollwood-Festival in München mit dem Programm „Süden“ die Massen.

In seinen Liedern „Herobn“ und „Stolz drauf“ ließ er seine Ahnung vom Schöpfer durchklingen. Im wunderbaren „Herobn“ macht er das Gefühl der Ergriffenheit vor der Schöpfung beim Besteigen eines Gipfels erfahrbar und betont im bayerischen Dialekt:

„I woaß, es is a Macht da, de hoit mi in ihrm Arm.“

(Ich weiß, es ist eine Macht da, die hält mich in ihrem Arm)

Seinen Song „Stolz drauf“ leitete Schmidbauer, der während des Konzertes auch eine barmherzige Haltung in der Flüchtlingsfrage betonte, mit Verweis auf weise Worte seines Vaters, wie folgt, ein:

„Ich kann nur stolz auf etwas sein, was ich gemacht habe bzw. wofür ich etwas kann.“

Im Song verweist er dann auch auf seine Beziehung zum Schöpfer und singt:

„Und wenn da Stolz is, dann is des Stolz auf meine Kinder, und Demut vor dem, der alles lenkt.“

Werner Schmidbauer schilderte im Jahr 2012 im Interview im Rahmen des Projekts ‚log! Lebst du nur oder glaubst du schon‘  an der Katholischen Jugendstelle Cham seine Tendenz zurück zum Glauben, nachdem er Jahre zuvor aus der Kirche ausgetreten war. Zu seinem Kirchenaustritt sagte er u.a.:

„Ich bin vor gut 15 Jahren aus der Kirche ausgetreten, nachdem mir so einiges nicht gepasst hat. (…) Komischerweise fällt einem das nicht so leicht. Man denkt sich dann schon: Wie ist das dann wenn du stirbst? Wirst du dann am Friedhof begraben, kriegst du eine Messe? Das hat mich dann schon beschäftigt.“

Er habe dann eine zeitlang einen „relativ hohen Zynismus“ gegenüber der Institution Kirche entwickelt. Heute ist bei ihm wieder eine andere Sichtweise zu erkennen. Dazu sagte er im damaligen Interview:

„In letzter Zeit ist aber wieder eine andere Tendenz da. Das kommt sicherlich auch durch die ‚Gipfeltreffen‘ (Anm.: seine Sendung im BR), wo ich doch mit relativ viel glaubenden Menschen gegangen bin.“

Weiter betonte er, dass es in Bad Aibling, wo er heute lebt, einen guten Pfarrer gibt, „der wirklich gute Sachen macht in der Kirche“. Er lebe da heute wieder „mit den Leuten in einer lebendigen Gemeinde, die auch vom sozialen Aspekt her wirklich Sinn macht“. Er beteilige sich auch musikalisch und habe in drei Messen Musik gemacht. So sei er mittlerweile „jenseits dieses Zynismus“ angelangt. Weiter sagte er damals, dass er aber noch nicht so weit sei, wieder in die Kirche einzutreten. Seinen Glauben hingegen betonte er auch mit Blick auf seine neueren Lieder, wie folgt:

„Ich bin aber wieder näher am Glauben. Dass ich da schon etwas spüre, das hörst du ja auch in den Lieder z.B. in ›I glaub‹, oder in ›Herobn‹, wo ich von einer gewissen Macht singe, die uns in der Hand hat, und zwar im guten Sinne.“

Weiter zeigte er sich beeindruckt von gläubigen Menschen, denen er gerade im Rahmen seiner BR-Fernsehsendung Gipfeltreffen begegnete. Dazu sagte er:

„Das merkst du ja auch in den Gesprächen beim ‚Gipfeltreffen‘, dass die Leute, die atheistisch sind oder die wirklich glauben, dass das alles ein Blitz im Kosmos ist, dass die von größeren Ängsten und größeren Sinnkrisen getrieben sind. (…) Aber die wirklich Glaubenden, wie z. B. der Anselm Grün oder eine Schwester Theodolinde, die strahlen eine wahnsinnige Gelassenheit aus in ihrem Glauben.“

Sein Konzert mit dem Programm „Süden“ beim Tollwood am vergangenen Samstag beendete Werner Schmidbauer im übrigen mit Blick auf eine bessere Welt mit den Worten:

„Bei all dem Wahnsinn, der da gerade passiert in der Welt, vergesst’s ned auf der Südseite des Herzens zu bleiben!“

Quellen: Textauszug – Interview im Rahmen des Projekts »log! Lebst du nur oder glaubst du schon« an der Katholischen Jugendstelle Cham / Bischöfliches Jugendamt Regensburg und Konzertbericht PromisGlauben

Die hier verwendeten Aussagen gab Werner Schmidbauer für unsere Ausstellung „Was Promis glauben“ sowie für die Veröffentlichung „Was Promis glauben“ 2012 frei.

 

Hier der Song „Herobn“ präsentiert von Werner Schmidbauer mit Martin Kälberer und Willy Astor in der BR-Sendung „Aufgspuit“.