Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Pressekonferenz zur Kundgebung 20 Jahre „Arsch huh, Zäng ussenander“-0595, CC BY-SA 4.0

Im aktuellen Interview mit domradio.de sprach der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken, Frontmann der Rockband Bap, über Köln, Gott und Europa. Dabei äußerte sich der 68-jährige auch zu seinem eigenen Glauben.

Nach seinem im Jahr 2011 erlittenen Schlaganfall betonte Wolfgang Niedecken in Interviews, dass sein Gottvertrauen gewachsen sei. Auch in neueren Songs wie „Der Herrjott meint et joot met mir“ oder „Absurdistan“, mit dem imposanten „Kyrie elaison“ am Ende dieses Songs, ist zu vernehmen, dass der Glaube eine Rolle im Leben von Niedecken spielt. Dazu sagte er nun gegenüber domradio.de:

„Ich war nie ein Atheist. Ich bezeichne mich immer als restkatholisch. Als Atheist könnte ich gar nicht leben.“

Und weiter:

„Ich glaube zu 51 Prozent. Das ist genetisch angelegt.“

Der katholische Glaube habe bei seinen Vorfahren stets eine große Rolle gespielt und sei auch ihm in der Kindheit vermittelt worden. Dazu betonte der Bap-Chef:

„Da habe ich auch meine Werte letztendlich her. Das ist meine Religion, in der ich aufgewachsen bin und ich empfinde das auch so.“

Zum Herrgott,  mit dem er in Beziehung steht und zu dem er „relativ locker“ betet, habe er heute ein entspanntes Verhältnis. Sein Gottesbild schildert er dabei durchweg positiv.

Das komplette Interview gibt’s unter domradio.de

 

Update: 

In einem bemerkenswerten Interview mit dem Magazin Eulenfisch, in dem Wolfgang Niedecken viel über seine Identität sprach, kam er auch auf seine katholische Prägung zu sprechen, die in seiner „DNA angelegt“ sei. Dies würde er tief in sich spüren, ähnlich wie Bruce Springsteen, der einmal sagte „Einmal Katholik, immer Katholik“.

Niedecken, der in einer Internatsschule selbst Missbrauch erlebte, zeigt sich heute mit der Kirche versöhnt. In diesem Zusammenhang merkte er u.a. weiter an:

„Teilweise bereue ich sogar, dass ich meine Kinder nicht in einem Glauben habe aufwachsen lassen. Ihnen fehlt eine gewisse kulturelle Grundlage.“

Weiter zeigte er sich von Papst Franziskus beeindruckt und betonte mit Blick auf die Zukunft der Kirche:

„Ich bin mir nicht sicher, ob das den meisten Funktionsträgern wirklich bewusst ist, was dieser Papst für eine Chance bietet. Er bietet im Blick auf Menschen weltweit eine ganz andere Perspektive auf den Glauben.“

Bereits im Oktober 2013 äußerte sich Wolfgang Niedecken gegenüber der Nachrichtenagentur dpa angetan über Papst Franziskus und betonte: „Das habe ich so nicht zu erträumen gewagt. Ich bin ja nun oft in Afrika, und das sind teilweise sehr katholische Länder: Ost-Kongo, Nord-Uganda – die Leute da sind unglaublich katholisch.“ Der Papst sei ein Hoffnungsschimmer für ihn.

 

Hier ein Statement von Wolfgang Niedecken zu seinem Song „Dä Herrjott meint et joot met mir“: