Am 1. März verstarb der nicaraguanische Dichter, Revolutionär und Theologe Ernesto Cardenal im Alter von 95 Jahren. Wegen seines politischen Engagements verbot Papst Johannes Paul II. Cardenal, der 1965 zum Priester geweih wurde, im Jahr 1985 die Ausübung von priesterlichen Ämtern, was Papst Franziskus aber vor gut einem Jahr wieder aufhob.

Zu seinem Glaube sagte der katholische Priester Ernesto Cardenal einmal im Interview der Deutschen Presse-Agentur:

„Stärker als der Glaube treibt mich die Hoffnung an und noch stärker als die Hoffnung die Liebe.“

In diesem Sinne begründete die Jury des Friedenspreises des deutschen Buchhandels einst die Auszeichnung von Ernesto Cardenal (1980), in dem sie erklärte, dass der Nicaraguaner ein wortgewaltiger Mahner sei, der sein dichterisches Werk gegen die Hoffnungslosigkeit stelle und die Liebe als einziges Element der Veränderung kenne.

1966 gründete Ernesto Cardenal, der als einer der bedeutensten Vertreter der Befreiungstheologie gilt, auf der Insel Solentiname im Nicaragua-See eine an radikal-urchristlichen Idealen orientierte Gemeinschaft. Dort entstand sein wohl wichtigstes Buch, das „Evangelium der Bauern von Solentiname“, in dem er vom Bemühen der Menschen erzählte, ihr Leben im Licht der Botschaft Jesu zu deuten.

Über die wichtigste Entscheidung seines Lebens, sagte Cardenal, für den Christentum und Marxismus vereinbar erschienen, einmal, dass er sich Gott verschrieben habe „und damit auch dem Volk und der Revolution“.

Quellen: sueddeutsche.de, domradio.de

 

Ein lesenswertes Interview zum Leben und zur Einstellung von Ernesto Cardenal, in dem Michael Huhn vom Lateinamerika-Hilfserk Adveniat u.a.  über Cardenals Texte und über dessen Begegnung mit Johannes Paul ll. spricht, gibt’s unter

domradio.de