Angelo Kelly: „Der Glaubensweg ist lang“

Der Musiker Angelo Kelly hat kürzlich sein neues Album „Alive“ veröffentlicht, mit dem er in die Top 10 der deutschen, der österreichischen und der Schweizer Albumcharts landete. Auf diesem Album befinden sich auch die Songs „Only Heaven Is A Win“ und „Christ Be With Me“. Im Interview mit kath.net sprach der 41-Jährige aktuell über sein neues Album, mit dem er und seine Band im Herbst auf „Ready to Rock“-Tour gehen. Dabei ging er auf seine Suche nach Wahrheit ein, die ihn im Leben antreibt.

 

 

Angelo Kelly wurde einst als jüngstes Mitglied der Pop- und Folkband „The Kelly Family“ bekannt, die ab Mitte der 1990er Jahre mit mehr als 20 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Interpreten in Europa gehörte. Gemeinsam mit seinem Bruder Paddy stand er als Idol der Band im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Mit dem von ihm komponierten Song I Can’t Help Myself“ erzielte die Kelly Family ihren ersten Nummer-1-Hit in Deutschland und zugleich den erfolgreichsten Titel ihrer bisherigen Karriere (Quelle: wikipdeia.org). 2006 publizierte Angelo Kelly sein Solodebüt I’m Ready“. Seitdem ist er als Solokünstler aktiv.

In den Songs seines aktuellen Albums „Alive“ beschäftigt sich Kelly mit existenziellen Lebenssituationen und -fragen. Als er im kath.net-Interview darauf angesprochen wird und gefragt wird, was für ihn Wahrheit ist, erklärt der Singer und Songwriter:

„Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott.“

Ein Antrieb, um dem Ganzen näher zu kommen, sei in seinem Leben „die Liebe zur Wahrheit und die Suche danach“ gewesen. Kelly schildert anschließend, dass das Ausrichten nach Wahrheit und das Streben nach ihrer Erkenntnis zu Veränderung führe, was ihn „persönlich immer fasziniert“ habe. Neugierig zu sein und „das Leben in allen Facetten“ zu lieben sei für ihn „auch eine Art, Gottes Werk zu bestaunen“, fügt der Musiker an und berichtet des Weiteren, dass er bei seiner Suche nach Wahrheit auch damit begann, sich „über Politik, über Geschichte und auch über Economics zu informieren“.

Zu seinem Prozess auf dem Weg im Glauben ließ Kelly wissen, dass er und seine Geschwister als „nicht praktizierende Katholiken“ groß wurden. Nach einem „sehr abenteuerreichen Leben“ mit der Kelly Family sei es bei ihm und einigen seiner Geschwister los gegangen, sich existenzielle Fragen zu stellen. Als sie in dieser Zeit „per Zufall“ im Wallfahrtsort Lourdes gewesen seien, hätte diese Erfahrung ihn und seine Geschwister berührt, was der Musiker wie folgt weiter beschreibt:

„Wir haben nicht genau verstanden, warum, aber fühlten uns sehr umarmt.“

Ein halbes Jahr später sei er dann mit seiner Frau in Cotignac, einem Pilgerort in Südfrankreich, gewesen und dort einem „wunderbaren Priester“ begegnet, „der sehr stark gebetet und Tag und Nacht Menschen geholfen hat“. In der Folge seien er und seine Frau neugierig auf ein Leben im Glauben geworden und hätten mit Rosenkranzgebeten begonnen. Der Prozess in zu einem tragfähigen Glauben habe aber „Jahre gebraucht“, erzählt Kelly gegenüber kath.net und berichtet weiter, dass die Corona-Jahre einen Einfluss auf die Spiritualität von ihm und seiner Frau hatten. In dieser Zeiten hätten sie sich “ nach dem Ursprung der Kirche gesehnt; nicht nach der Kirche, die versucht, sich der Welt anzupassen, sondern der Kirche, die zurück zur Quelle geht“, so Kelly.

Den Weg im Glauben beschreibt Angelo Kelly als einen Weg, der nie abgeschlossen ist, indem er erklärt:

„Der Glaubensweg ist lang, und jetzt sind wir immer noch Amateure – ich zumindest. In 20 Jahren sagen wir vielleicht, wir sind immer noch am Lernen. Es geht Schicht um Schicht um Schicht. Aber wie schön – das ist ja auch die Suche nach Wahrheit.“

Seine Frau Kira sei zunächst „viel stärker“ im Glauben gewachsen als er, weil sie ihn mehr praktiziert habe, während er den Glauben eher nebenbei gelebt und den Fokus weiter auf weltliche Dinge gerichtet habe. Als ihm bewusst wurde, dass er als Vater Verantwortung für seine Familie hat und „dass ich manche Dinge nicht kontrollieren kann“ und er überdies realisierte, dass er in eine Alkoholabhängigkeit hingeraten war, „aus der ich rauskommen musste“, führte ihn das zur Erkenntnis:

„Für all das konnte ich nur noch durch Kraft im Glauben finden.“

Sein Glaube sei in den letzten vier, fünf Jahren „deutlich stärker“ geworden, was in seinem Song „Christ Be With Me“ Ausdruck findet, der auf dem Gebet des heiligen Patrick basiert. Zu diesem Song erklärt Kelly mit Bezug zu seinem gesamten Album:

„In meinen Songs versuche ich wahrhaftig zu sein, nicht gespielt, wirklich mein Herz auszuschütten, und trotzdem authentisch mit Handwerk ranzugehen. ‚Christ Be With Me‘ ist so ein Moment, und ist Frucht eines persönlichen Rückzuges.“

Anbei ein Insta-Post von kath.net zur Live-Version des Songs „Christ Be With Me“ auf dem Konzert von Angelo Kelly kürzlich in Linz: 

siehe HIER

 

 

Auf die Frage, was ihm besonders wichtig bei der Wertevermittlung an seine Kinder sei, erinnert Kelly zunächst mit Blick auf unsere heutige Gesellschaft daran, „dass frühere Gesellschaften – durch das Christentum geprägt – Prinzipien und Strukturen hatten, die die westliche Welt sehr beeinflusst haben“. Diese Orientierung ist seiner Meinung nach „heute größtenteils weg“, was er u.a. wie folgt begründet:

„Der Glaube als Zentrum der Gesellschaft wurde herausgenommen; dieses Vakuum wird mit Ablenkung und Konsum gestopft.“

Seinen Kindern versuche er heute durch sein Vorleben „als Mann, als Ehemann, als Freund, als Christ“ ein Vorbild zu sein.

In seinem Wirken als Musiker reize ihn „nach wie vor die Kunst, das Handwerk, das mir Gott gegeben hat zu entwickeln und fortzuführen“, berichtet Kelly und lässt zu seinem Songwriting wissen:

„Du musst versuchen, dein Handwerk zu meistern, authentisch zu sein und immer wieder Gott zu fragen, ob du ein Werkzeug für Ihn sein kannst. Ob du es dann bist, ist ein Mysterium.“

 

Quellen: kath.net, wikipedia.org

Anbei der Song „Heaven Is A Win“ vom neuen Album „Alive“ von Angelo Kelly:

HIER