Michael Wolffsohn über die Bibel: „Meine Nummer eins“

Der jüdische Historiker und Publizist Michael Wolffsohn, der zu den bekanntesten Publizisten Deutschlands gehört, beschreibt aktuell in der Tageszeitung „Die Welt“ die Literatur, die ihn am meisten geprägt hat. An erster Stelle nannte der 78-Jährige die Bibel.

Zur Bedeutung der Bibel in seinem Leben betont Michael Wolffsohn:

„Meine Nummer eins. Was denn sonst?“

Das Alte und Neue Testament sind für ihn insbesondere Geschichten und Gedanken „über den Menschen – in all seinen wunderbaren und widerlichen Seinsfacetten“, mit denen sich seiner Meinung nach auch ein Atheist beschäftigen sollte. Diesbezüglich schreibt der renommierte Historiker:

„Wer, auch als Atheist, die Bibel nicht kennt, ist für mich nah am Banausentum.“

Seine erste Bibel, eine Kinderbibel, las Michael Wolffsohn als Kind auf hebräisch. Später las er eine Kinderbibel auch auf deutsch. Sein Interesse an den biblischen Inhalten wurde im Religionsunterricht an meinem West-Berliner Gymnasium verstärkt. Da kein jüdischer Religionsunterricht angeboten worden sei, habe er freiwillig den evangelischen Religionsunterricht besucht. Der Religionslehrer sei „großartig“ gewesen. Er habe gewusst, wovon er sprach, und so „existenzielles und religiöses Interesse“ geweckt, so Wolffsohn. Mit 18 Jahren habe er sogar Reformrabbiner werden wollen, berichtet Michael Wolffsohn im Rückblick auf dieses Zeit und hält resümierend fest:

„Bis heute lese ich immer wieder im, jawohl, ‚Buch der Bücher‘. Es ist eben Weltliteratur.“

 

Quelle: welt.de