Bodo Wartke: „Vieles spricht dafür, dass es eine göttliche Kraft gibt“

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Der Kabarettist und Liedermacher Bodo Wartke, der seit fast 30 Jahren auf der Bühne steht und u.a. mit seinem Zungenbrecher-Lied „Barbaras Rhabarberbar“ auf allen Social-Media-Kanälen hohe Aufrufzahlen verbucht, stellte sich im Magazin Chrismon tiefgründigen Fragen. Dabei äußerte er sich auch zur Gretchenfrage.

Danach gefragt, ob er eine Vorstellung von Gott habe, erklärt der 48-Jährige Musikkabarettist, Liedermacher und Schauspieler, dass er sich beim Kunstschaffen getragen fühle. In Momenten, in denen Kunst sich durch ihn ereigne, empfinde er sich wie ein Medium, schildert Wartke und beschreibt weiter, dass er sich dabei „sehr verbunden und auch gebraucht“ fühle. Das bringt ihn zur Auffassung:

„Und ja, vieles spricht dafür, dass es eine göttliche Kraft gibt. Das Leben wollte in die Welt, und sobald die Umstände günstig waren, passierte es in einer Wahnsinnsopulenz und Pracht.“

Zu sehen, dass die Elemente wie u.a. Stickstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff, aus denen wir bestehen, auch einfach hätten „rumliegen“ bleiben können, führt Bodo Wartke zur Frage:

„Warum hat die Materie Lust, etwas Neues auszuprobieren?“

 

Auch die Kreativität, die mit künstlerischem Schaffen verbunden ist, bezieht Bodo Wartke, der sich selbst als nicht sehr spirituellen Menschen sieht, auf eine höhere Instanz. Wenn sich Ideen zu einem Lied oder Theaterstück in ihm auftun, dann glaube er:

„Da will sich etwas manifestieren und sucht Menschen, die gerade auf Empfang sind.“

Er gehe diesen Ideen dann demutsvoll nach, schildert der 48-Jährige weiter und erklärt an anderer Stelle des Interviews, dass er dem Privileg, das zu tun, was er liebe, mit „großer Dankbarkeit und Demut“ begegne.

Quelle: chrismon.de

 

Zum evangelischen Kirchentag 2011 schrieb Bodo Wartke die Hymne „Da wird auch dein Herz sein“. Darin besingt er unsere Gesellschaft tragende Werte (wir berichteten).

Auf seiner Homepage beschrieb er damals seine Motivation, – nach Anfrage durch die Kirche – das Lied zur Losung „…da wird auch dein Herz sein“ des Evangelischen Kirchentags 2011 in Dresden zu schreiben. Er erklärte damals auf seiner Homepage u. a., dass ihn die Anfrage geschmeichelt habe und er trotzdem „einen langen Moment“ bis zur Zusage überlegt habe. Dazu schrieb er weiter:

„Ich habe mich gefragt: Berühren mich Kirche oder Religion? (…) Obendrein gehe ich selbst nur selten in die Kirche. Glaube spielt in meinem alltäglichen Denken und Handeln kaum eine Rolle, wenngleich die christlichen Ideale mich geprägt haben und auch leiten.

Es geht beim Leitwort des 33. Evangelischen Kirchentags, um die Frage, wie wir unser Leben gestalten wollen, welche Dinge, Bewegungen und Begegnungen für uns Bedeutung und Wichtigkeit im Leben haben. Indem der Kirchentag hier den Fokus auf das Herz legt und es dem Motto nach bewusst neben die »Schätze« stellt, geht er auf Distanz zu vielen Bewertungen, die ich selbst auch für falsch halte: Geld, Schönheit, Hippness, Coolness – all das sind in den Medien und der Werbung hochgehaltene Werte, die aus meiner Sicht zu wichtig genommen werden und die Welt am Ende doch nicht friedlicher machen. Insofern erkenne ich mich in dem Wunsch nach mehr »Herzensnähe« zu unseren Anliegen wieder und damit auch im Motto.

Letztlich habe ich die Frage nach dem Motto-Song auch als Einladung an mich selbst verstanden, mich mit meinem Verhältnis zum Glauben zu beschäftigen. Ich gebe zu: ein bisschen mehr Glauben – an das Gute, die Hoffnung, die Wiedergutmachung – würde auch mir im Alltag helfen.“

 

Hinweis: Den Kirchentagssong „da wird auch dein Herz sein“ von Bodo Wartke gibt es:

HIER