Andreas Dresen: „Unabhängig vom Glauben ist die Bibel ein Teil der Menschheitskultur“
Der Filmregisseur Andreas Dresen, der Professor für Filmschauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Rostock ist und von 2012 bis 2023 Laienrichter am Brandenburger Verfassungsgericht war, stellte sich im Interview mit dem Magazin Chrismon existenziellen Fragen. Dabei ging der 62-Jährige auch auf die Gretchenfrage ein.
Andreas Dresen, der 1963 in Gera geboren wurde, berichtet, dass er in DDR atheistisch aufwuchs und deshalb „eine sehr schlechte Bibelkenntnis“ habe. Dazu erklärt er:
„Das hat mich häufig geärgert, denn unabhängig vom Glauben ist die Bibel ein Teil der Menschheitskultur.“
Zur Frage, ob er eine Vorstellung von Gott habe, ließ Dresen wissen, dass er das Göttliche eher als eine uns umgebende Form von Energie sehe. Diese Ansicht legte er an einer Erfahrung, die er am letzten Drehtags seines Films „In Liebe, Eure Hilde“ machte, näher dar (Anmerkung: Das Historiendrama handelt von der Widerstandskämpferin Hilde Coppi, die am 12. September 1942 im schwangeren Zustand verhaftet und am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde).
Andreas Dresen schildert gegenüber Chrismon, dass der Dreh der Szene, in der Hilde Coppi in der Todeszelle Pfarrer Poelchau ihren Abschiedsbrief diktiert, eine große Wirkung am Set hatte. Als die Schauspielerin Liv Lisa Fries „sich vollkommen in diese existenzielle Situation hineinbegeben“ hatte, habe er wie viele andere am Set geweint. Dazu erklärt Dresen:
„Am Set entstand eine besondere Stimmung, etwas fast Sakrales. In solchen Momenten habe ich manchmal das Gefühl, dass andere Kräfte unser Leben bestimmen.“
Quelle: chrismon.de
Anbei der Trailer zum Film „In Liebe, Eure Hilde“ von Andreas Dresen:



