Philipp Hochmair: „Ich glaube an etwas, das größer ist als wir“
Der österreichische Schauspieler Philipp Hochmair, der seit 2024 in der Titelrolle des „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen zu sehen ist, erklärte im Frühjahr, dass er in seiner Zeit als Messdiener von der Ästhetik in der katholischen Kirche begeistert war und dass diese Erfahrung bis heute bei ihm nachhallt (wir berichteten). Nun sprach der 52-Jährige im Interview mit Peter Lewandowski, dem Redaktionsleiter des Magazins „Leben jetzt“, über die Rolle, die der Glaube an Gott in seinem Leben spielt.
Zu seiner katholischen Prägung schildert Philipp Hochmair, dass der Glaube an Gott in seinem Elternhaus mehr „in Form als in Tiefe“ präsent gewesen sei. Der Schauspieler erklärt, dass das Symbol des Kreuzes bei ihm zuhause sichtbar war sowie Gebete und Rituale gepflegt wurden, aber „kein gelebter Glaube im Sinne einer wirklichen inneren Beziehung“ praktiziert worden sei.
Für den Ministrantendienst in der Kirche habe er sich selbst entschieden, teilt Hochmair im „Leben jetzt“-Interview mit und begründet dazu, dass ihn die Inszenierung einer Messfeier „angezogen“ habe. Die Wirkung des Kirchenraums sowie die bei einer Messe praktizierten Rituale, der Weihrauch und das Licht in der Kirche habe er als „unglaublich kraftvoll“ erlebt. Im Rückblick sei die von ihm damals wahrgenommene „Verbindung von Raum, Körper, Stimme, Symbol“ wohl seine erste Begegnung mit Spiritualität gewesen – in Form eines Empfindens über das Sichtbare hinaus, schildert der 52-Jährige, der zu den prägenden Schauspielern im deutschsprachigen Raum zählt.
Mit der Frage, was diese damals im Elternhaus und in der Kirche gemachten Erfahrungen mit ihm selbst zu tun haben, setzte sich Philipp Hochmair nach eigener Aussage erst später im Leben auseinander. Dabei kam der Schauspieler zum Ergebnis, dass er heute nach wie vor „an etwas“ glaube, das er als „ein Gefühl für eine Kraft“ beschreibt, die größer ist als wir. Zu seiner Vorstellung von Gott erklärt Hochmair weiter:
„Man könnte es einen göttlichen Funken nennen. Etwas, das in allem vorhanden ist – und das wir gleichzeitig oft übergehen oder sogar zerstören.“
Auf die anschließende Frage, was sich seiner Meinung nach ändern würde, wenn dieser göttliche Funke im Alltag stärker spürbar wäre, zeigt sich der vielseitige Künstler überzeugt, dass sich der Umgang miteinander ändern würde, was er wie folgt näher darlegt:
„Ich glaube, es würde sehr viel einfacher – und gleichzeitig sehr viel anspruchsvoller. Es würde bedeuten, den anderen wirklich zu sehen. Ihn als gleichwertig anzuerkennen. Nicht nur im Prinzip, sondern im Handeln.“
Dies sei „ein zutiefst humanistischer Gedanke und auch ein zutiefst christlicher“, fügt der Schauspieler an.
Quelle: lebenjetzt.eu
Hinweis: Das ganze Interview mit Philipp Hochmair gibt’s in der aktuellen Juli-Ausgabe des Magazins „Leben jetzt“ – siehe HIER.
Das Magazin „Leben jetzt“ bietet vielfältige Inhalte zu den Themen „Inspiration und Glaube“ sowie „Leben und Gesellschaft“.




