(Foto: United States Department of Health and Human Services, Bill Gates 2018, cropped, Public Domain)

 

Der Microsoft-Gründer und Mäzen Bill Gates gilt mit einem geschätzten Vermögen von 90 Mrd. US-Dollar als der zweitreichste Mensch der Welt nach Jeff Bezos. Im aktuellen Interview mit dem Handelsblatt Magazin sprach er auch über das Engagement der Bill-&-Melinda-Gates-Stiftung in Afrika und warum er sein Milliardenvermögen verschenkt. Dabei betonte er einen spirituellen Aspekt dabei und sprach auch über seinen Glauben an Gott.

Das Motto seiner Stiftung, die er in den 90er Jahren zusammen mit seiner Frau Melinda gründete, wird auf der Startseite der Webpräsens wie folgt beschrieben:

„Alle Leben haben den gleichen Wert. Wir sind ungeduldige Optimisten, die daran arbeiten, Ungerechtigkeit zu verringern.“

Besonders hoch ist das Engagement der Gates-Stiftung in Niger und Nigeria, wobei es ein elementares Ziel ist, das Leben von Kindern zu retten. Bill Gates zeigt sich in dem Interview sehr zufrieden über diese Leistung seines Lebenswerks.

Über seinen Perspektivwechsel in seinem gesellschaftlichen Wirken sagt Bill Gates im Interview:

„Früher habe ich Software programmiert, um sie dann zu managen. Heute weiß ich über die Ursachen von Durchfall Bescheid.“

Sein soziales Engagement bezeichnet er als „spirituelles und moralisches Unterfangen“. Auf die anschließende Frage, warum er „so viel“ von seinem Vermögen spende, sagt der 63-jährige:

„Aus spirituellen Gründen, aus Humanismus. Ich will das menschliche Leben verbessern.“

Gutes zu tun, bereite ihm zudem Freude, weil er damit eine Arbeit leiste, „die eine Bedeutung hat“.

Weiter betont er:

„Ich liebe es, mich jeden Tag damit auseinanderzusetzen. Und ich kann das gemeinsam mit meiner Frau Melinda machen. Wir haben so viel Geld, das wir mit einem Bruchteil davon für unsere Kinder sorgen können. Was für eine andere Wahl haben wir? Das Geld ausgeben? Nun, wir haben alles, was wir brauchen. Ich kann nur einen Anzug tragen.“

Auf die Fragen, inwieweit Religion für sein Handeln eine Rolle spielt und ob er an Gott glaube, positionierte sich Bill Gates nicht so eindeutig, hielt aber fest:

„Ich glaube an eine höhere Gewalt. Ich bin nicht der Beste, um bei religiösen Fragen ins Detail zu gehen. Aber die Ansicht, man sollte an ein höheres Wesen glauben, die teile ich.“

Das komplette Interview, in dem Bill Gates auch über Meetoo und künstliche Intelligenz spricht gibt’s unter handelsblatt.com .

Im Interview mit dem Musikmagazin Rolling Stone erklärte Bill Gates im März 2014, die Motivation für seine karitative Arbeit folgendermaßen:

„Ich hatte viel Glück, deshalb schulde ich etwas und versuche die Ungerechtigkeit in der Welt zu verringern. Und das ist so etwas wie eine religiöse Überzeugung. Ich meine, es ist zumindest eine moralische Überzeugung.“

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob er an Gott glaube, gab Bill Gates im Interview mit dem Rolling-Stone-Magazin ebenfalls nicht. Er und seine Frau Melinda, die praktizierende Katholikin ist, hätten ihre Kinder aber religiös erzogen, seine Frau gehöre zu einer katholischen Gemeinde, und er selbst beteilige sich dort ebenfalls, so Gates gegenüber dem Magazin Rolling Stone im März 2014.

Die Schönheit der Welt sei für ihn kein Zufall. Mit Atheisten wie Richard Dawkins teile er die Ansicht, dass die Menschheit ‚Schöpfungsmythen‘ gebraucht habe. Zugleich gab Gates aber zu bedenken:

„Aber das Geheimnis und die Schönheit der Welt sind überwältigend und erstaunlich, und keine wissenschaftliche Erklärung kann sagen, wie es dazu kam.“

Anzunehmen, dass alles aus Zufall bestehe, sei für ihn eine etwas „lieblose Sicht“, so Gates und weiter:

„Ich denke, es ist sinnvoll, an Gott zu glauben.“

 

Quellen: handelsblatt.com, bunte.de, rollingstone.com und gatesfoundation.org/de

Autor: Markus Kosian