Der renommierte Schauspieler Christian Berkel (u.a. „Rossini“, „Der Untergang“, „Der Kriminalist“ oder „Inglorious Basterds“) hat letztes Jahr mit seinem Buch „Der Apfelbaum“ über das Leben seiner deutsch-jüdischen Familie einen Bestseller gelandet. Über das, was ihn im Leben prägt und geprägt hat, sprach er aktuell auch in einem bemerkenswerten Interview mit dem Schweizer Magazin Bluewin. Dabei sprach er auch über seine Lieblingsbibelstelle, ihm wichtige Werte und seinem Umgang mit dem Tod.

Das Leben findet er schön, weil es „unvorhersehbar“ sei und „weil sich auch etwas Trauriges in etwas Schönes verwandeln kann“. Zudem gefalle ihm „das Kennenlernen des Gegensatzes“, so Christian Berkel weiter.

Den größten Wert sieht er in der Familie. Auf die entsprechende Frage sagte er, dass er keinen größeren Wert als die Familie sehe. Darüber sprach er auch im Oktober 2014 im Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

Tod und Sterben, das er bei seinem Vater sowie bei einem Mitarbeiter am Filmset sehr nah miterlebte, sieht er als Mysterium. Dazu äußerte der 61-jährige:

„Ich war also mehrmals mit dem Tod konfrontiert, begreife ihn aber bis heute nicht. Ich denke, wir Menschen sind nicht dafür geschaffen, das Phänomen ‚Tod‘ zu verstehen.“

Nach seinem liebsten Bibelspruch gefragt, sagte Christian Berkel:

„Am Anfang war das Wort.“

Das komplette Interview gibt’s unter bluewin.ch

 

Über seine religiöse Erziehung und seinen Glauben sprach Christian Berkel in der Vergangenheit in Interviews mit der Bild sowie der Berliner Zeitung.

Im Interview mit der Bild-Zeitung im Mai 2013 sagte der renommierte Schauspieler zu seiner Familiengeschichte, dass seine Mutter Jüdin war und sein Vater Arzt bei der Wehrmacht. Zu seiner religiösen Erziehung äußerte Christian Berkel:

„Aus jüdischer Sicht bin ich Jude. Ich wurde aber katholisch getauft und erzogen.“

Als er im Fernsehfilm „Das dunkle Nest“, der am 28.11.2011 im ZDF gesendet wurde, die Hauptrolle des Jesuitenpriesters Dr. Gabriel Reinberg spielte, gab Christian Berkel diesbezüglich der Berliner Zeitung ein Interview, in dem er hervorhob, dass er für die Rolle eine gewisse Erfahrung mitgebracht habe. So sei er in seiner Zeit in Frankreich zwei Jahre auf einer Jesuitenschule gewesen.

Zu seiner Erziehung im Glauben betonte er:

„Ich wurde katholisch erzogen, habe auch die ganze Messdienerlaufbahn absolviert. Mir hat das damals eigentlich viel Spaß gemacht.“

Den Glauben an Gott hält er für eine funktionierende Gesellschaft für sehr bedeutsam, was er wie folgt ausdrückte:

„Ich finde, der Glaube sollte eine starke Rolle in der Gesellschaft spielen. Wo er sie nicht mehr hat, wäre es gut, wenn er sie wieder bekäme. Denn inzwischen glauben die meisten doch nur noch an eines: den Gott der Wirtschaft. Und das ist ausgesprochen fragwürdig.“

Weiter begründete er:

„In einer Gesellschaft, in der wir anderen grundsätzlich misstrauen, möchte ich nicht leben.“

Den Atheismus hält er für ein eigenes Glaubenssystem. Dazu sagte er:

„Der Glaube fängt ja da an, wo das Wissen aufhört. Auch der Atheist glaubt ja letztlich nur, dass es keinen Gott gibt – beweisen kann er es nicht.“

Quellen: bluewin.ch, bild.de, bz-berlin.de, presseportal.de