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Über 10 Jahre leitete der Sozialarbeiter und evangelische Diakon Dieter Puhl die Bahnhofsmission am Berliner Zoo. Seit Beginn dieses Jahres wurde in Berlin ein neuer Posten für den 61-jährigen geschaffen: die Stabsstelle für christliche und gesellschaftliche Verantwortung. Dort soll er als Lobbyist für die Themen Armut und Obdachlosigkeit seine guten Beziehungen zu Vertretern aus Wirtschaft und Politik einsetzen. In den Berliner Medien wird seit Jahren voller Hochachtung über Dieter Puhl berichtet, wo er als „Mr. Obdachlos“, „Lobbyist der Schwachen“ oder als „der Mann, der die Unsichtbaren sieht“ betitelt wird.

Anfang des Jahres wurde er zum Berliner des Jahres gewählt. Wie in der Berliner Morgenpost zu lesen war, begründete die Jury ihre Entscheidung wie folgt: „Dieter Puhl ist ein Lobbyist der Obdachlosen – im besten Sinne. Er ist Vordenker, wenn es darum geht, wie man obdachlosen Menschen über eine bloße Spende von Geld oder Kleidung hinaus helfen kann. Und er ist ein hervorragender Netzwerker. Zu seinen regelmäßigen Gästen zählen nicht nur 600 Bedürftige pro Tag, sondern auch prominente Politiker, Wirtschaftsgrößen, Künstler und Journalisten. Puhls unermüdlicher Aufforderung, über das Tabu Obdachlosigkeit auch öffentlich zu sprechen – sein Aufruf, den Schwächsten auf der Straße zu helfen, statt sie zu vertreiben – ist es wesentlich mit zu verdanken, dass die Stadt heute ein breit angelegtes Hilfeprogramm für Obdachlose hat. Er selbst bleibt dabei bescheiden. Er meidet die große Bühne und lädt lieber an seinen Arbeitsplatz ein, um seinem Herzensthema Nachdruck zu verleihen. 2017 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. 2018 ist er unser Berliner des Jahres.“ (Quelle: morgenpost.de)

Um das Thema Obdachlosigkeit in den Medien präsent zu halten, steht Dieter Puhl stets bereit, wenn eine Redaktion noch schnell ein Foto oder ein Interview braucht. Als ihn die Wochenzeitung Die Zeit nun um ein Interview über seinen christlichen Glauben bat, zögerte Puhl zunächst, weil er nicht wisse, ob er da der Richtige sei. Und:

„Ich habe bei dem Thema Angst, etwas Doofes zu sagen.“

Hätte er nicht haben müssen, denn das Ergebnis ist ein wunderbarer Artikel mit dem Titel „Der Christ vom Bahnhof Zoo“.

Diesen sehr lesenswerten Artikel gibt es unter zeit.de